Peter Szyszka (Hrsg.)

Alles nur Theater

Authentizität und Inszenierung in der Organisationskommunikation

Organisationskommunikation, 1

Spätestens seit dem Auftreten partizipativer Kommunikation in Web 2.0 und Social Media werden normative Forderungen nach Authentizität nicht nur im Zusammenhang mit netzöffentlicher Kommunikation diskutiert. Die damit verbundene Kritik richtet sich vielfach an Organisationen, ihre Repräsentanten und Mitglieder und die dabei offen oder eben verdeckt vertretenen Interessen. Der erste Band der Reihe Organisationskommunikation setzt bei derartigen Diskussionen an. Die Beiträge des Bandes gehen analytisch der Frage nach, welche Funktion Authentizität für Organisationen, aber auch für Gesellschaft im Umgang mit Organisationen hat. Mit Authentizität und Inszenierung werden zwei im aktuellen Diskurs markante, aber wenig reflektierte Begriffe aus unterschiedlichen theoretischen Perspektiven begriffs- und funktionskritischer Analyse unterzogen; dies wird durch empirische Befunde und Fallstudien ergänzt. Zentral ist dabei die Frage, wie sich Konzepte, die vom Beobachtungen auf der Mikro-Ebene interpersonaler Kommunikation ausgehen und diese im Kontext der Makro-Ebene öffentlicher Kommunikation spiegeln, auf die Meso-Ebene organisationaler Kommunikation übertragen und hier fortschreiben lassen?

Im Ergebnis zeigt sich, dass Authentizität auf Zuschreibung und Bewertung von Beobachtern beruht und wie Vertrauen, Reputation oder Image in die Reihe Komplexität reduzierender Mechanismen der Wirklichkeitsbewältigung einzuordnen ist. Im Organisationskontext sind Authentizitätsbewertungen und Folgeverhalten immer Ergebnis von umweltseitiger Beobachtung, Meinungsbildung und Kommunikation über Organisationen. Organisationale (Selbst-)Inszenierung, verstanden als die bewusste Gestaltung des Auftretens in der Öffentlichkeit oder gegenüber Bezugsgruppen, kann dabei unter gesellschaftlichen Rahmenbedingungen wie Informationsüberlastung und Aufmerksamkeitsökonomie durch das Herausstellen von Profilmerkmalen Authentizitätsbewertung befördern. Alltagsbewertungen, die Authentizität und Inszenierung als Antonyme auffassen, werden damit problematisch.

Der Band geht auf eine Tagung der Fachgruppe Public Relations/Organisationskommunikation der Deutschen Gesellschaft für Publizistik und Kommunikationswissenschaft zurück, die in Anlehnung an Goffman unter dem Titel „Alles nur Theater?“ 2009 in Offenburg der diskursiven Auseinandersetzung mit Authentizität und Inszenierung im Kontext von Organisationen und Organisationskommunikation gewidmet war. Eine Auswahl der Tagungsbeiträge wurde konzeptionell in diesem Band zusammengeführt.

AUTOREN / HERAUSGEBER

Peter Szyszka

Peter Szyszka, Prof. Dr., 1957, Kommunikationswissenschaftler mit dem Schwerpunkt Organisationskommunikation, Professor für Public Relations an der Hochschule Hannover, zuvor Gründer des Instituts für Kommunikationsmanagement an der Hochschule Osnabrück/Lingen, Professor für Organisationskommunikation an der Zürcher Hochschule AW, Winterthur, und PRVA-Stiftungsprofessor an der Universität Wien. Arbeitsschwerpunkte: theoretische Grundlagen der Organisationskommunikation und Public Relations, Wirkungsprozesse und soziale Wertschöpfung. ...


BEITRÄGER

Roland Burkart, Olaf Hoffjann, Swaran Huck-Sandhu, Howard Nothhaft, Thomas Pleil, Daniel Rehn, Uta Rußmann, Swaran Sandhu, Friederike Schultz, Jürgen W. Schulz, Peter Szyszka, Kerstin Thummes und Natascha Zowislo-Grünewald

Alles nur Theater
  • 2012
  • 304 S., 29 Abb., 2 Tab., dt.
  • Broschur, 213 x 142 mm
  • ISBN 978-3-86862-044-2

  • 29,50 EUR
  • lieferbar

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