Stimmen der Presse, März 2020

Stimmen der Presse, März 2020

Lobende Töne zu den Büchern unseres Verlags seitens der Presse erreichen uns beinahe täglich – hier sind wieder die Highlights der schönsten gefundenen Worte der letzten Monate.

 

 

 

 

 

Daniel Bellingradt
Vernetzte Papiermärkte.
Einblicke in den Amsterdamer Handel mit Papier im 18. Jahrhundert

Der Historiker, Buch- und Kommunikationswissenschaftler Daniel Bellingradt beschäftigt sich vielmehr mit dem historischen Papierhandel, einem in der Wirtschafts- und Technikgeschichte bislang eher vernachlässigten Thema. Er nimmt den Wirtschaftsstandort Amsterdam in den Blick, im 18. Jahrhundert ein «Hotspot des Papierhandels», obwohl es vor Ort keine einzige Papiermühle gab. Besonders intensiv begleitet er die beeindruckende Karriere des Papierhändlers Zacharias Segelke (um 1763–1802). Dessen Rechnungsbücher liefern Erkenntnisse zu Angebotsvielfalt, Kalkulation, Netzwerk. Das letzte Kapitel bietet Anstöße für weitere Forschungsaufgaben. Nutzerfreundlich sind das ausführliche Quellen- und Literaturverzeichnis und der Index. Lesenswert! Hervorzuheben ist auch die hohe typografische und herstellerische Qualität, die alle Bücher des Herbert von Halem Verlags auszeichnet.
(Silvia Werfel, Journal für Druckgeschichte, 26. Jahrgang / 2020 No. 2)

Joachim Friedmann
Transmediales Erzählen.
Narrative Gestaltung in Literatur, Film, Graphic Novel und Game

Die Stärke des – im Übrigen exzellent geschriebenen – Buches liegt gerade in seiner integrierenden Syntheseleistung. Vor allem die Verbindung etablierter theoretischer Positionen aus der klassischen und postklassischen Narratologie mit Erfahrungen, Erkenntnissen und Modellen aus der Praxis der Filmdramaturgie ist ein hinreichendes Alleinstellungsmerkmal, das Friedmanns Buch zu einer gleichermaßen spannenden wie relevanten Lektüre macht.
(Keyvan Sarkhosh, Komparatistik – Jahrbuch der Deutschen Gesellschaft für Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft, 2018)

Tanja Maier
Die (un-)sichtbare Religion.
Wandel des christlichen Bilderrepertoires in der visuellen Kultur

Die Studie überzeugt in der Akribie und Dichte der Fallanalysen und wirft interessante Fragen auf, die nicht nur im Bereich der Kommunikations- und Medienwissenschaft weiterführend sind. Das ist auch deshalb der Fall, weil sie deutlich macht, dass die mediale Inszenierung von Religion nicht länger nur an genuin religiöse Themen gebunden ist, sondern auch für religiöse und nicht-religiöse Akteure zunehmend eine Rolle spielt, wenn es darum geht, bestimmte (politische) Ziele zu verfolgen und thematische Schwerpunkte zu setzen.
(Natalie Fritz, www.hsozkult.de, 05.09.2019)

Yvonne Malak
Die Morgenshow.
Eine Anleitung für die Königsdisziplin im Radio

Der gut strukturierte Band schließt mit den „Dos and Don’ts“ einer gelungenen Moderation, also mit weiteren praktischen Empfehlungen. Im Anhang folgen ein hilfreiches Glossar und ein kompaktes Literatur- sowie Link-Verzeichnis. Geeignet für angehende wie gestandene Radiomacher.
(Rouven Hans, ekz Informationsdienst, 20/06)

Claudia Mast / Alexandra Simtion
Employer Relations.
Arbeitgeberkommunikation – neues Handlungsfeld für Unternehmen

Lohnt es sich, wenn Unternehmen eigenständige Anstrengungen auf die Kommunikation ihrer Eignung und Attraktivität als Arbeitgeber unternehmen? Genügt es nicht, das allgemeine Unternehmensimage zu pflegen und zu polieren? Nach Lektüre des hier zu rezensierenden Buches mit dem Titel „Employer Relations. Arbeitgeberkommunikation – neues Handlungsfeld für Unternehmen“ von Claudia Mast und Alexandra Simtion bleibt nur festzustellen: Die Antwort auf die erste Frage ist ein klares „Ja“, bei der zweiten Frage ein eindeutiges Nein. Deshalb gibt der Rezensent eine klare Leseempfehlung. […] Es war an der Zeit, um eine wissenschaftlich seriöse, umfassende Bestandsaufnahme für Deutschland vorzulegen. […] Im Abschluss-Kapitel ergreifen wieder die Haupt-Autoren Mast und Simtion das Wort, fassen zusammen und liefern fruchtbare Denkanstöße.
(Markus Kiefer, www.pr-journal.de, 07.10.2019)

Elizabeth Prommer / Christine Linke
Ausgeblendet.
Frauen im deutschen Film und Fernsehen

Die beiden Autorinnen der Studie, Elizabeth Prommer und Christine Linke, haben Basisarbeit geleistet. Professorin Prommer und Christine Linke, wissenschaftliche Mitarbeiterin, sind am Institut für Medienforschung der Uni Rostock tätig und haben in akribischer Kleinarbeit Daten über die Medienpräsenz von Frauen gesammelt.
(we, Mathilde, 163/2020)

Stephan Russ-Mohl
Die informierte Gesellschaft und ihre Feinde.
Warum die Digitalisierung unsere Demokratie gefährdet

In seinem bereits 2017 erschienenen Band unternimmt der Medienwissenschaftler und Journalist Russ-Mohl eine kritische Bestandsanalyse des heutigen Journalismus. Er untersucht dabei langwährende und aktuellere Trends und zeigt, wie die aktuellen Entwicklungen im Journalismus die Demokratie ins Wanken bringen können. […] Das Buch ist auf den ersten Blick, auch wegen der an den Anfang gestellten medientheoretischen Ansätze, an ein wissenschaftliches Publikum gerichtet. Es eignet sich jedoch auch für an Journalismus interessierte Medienwissenschaftsnovizen. Russ-Mohl pflegt einen sehr anregenden Schreibstil. Trotz oder gerade wegen seiner eigenen Arbeit als Journalist gelingt ihm ein sehr differenziertes Bild der heutigen Nachrichtenwelt.
(Vivien Cockshott, Deutsche Lehrer im Ausland, 4/2019)

Holger Schramm / Christiana Schallhorn / Holger Ihle / Jörg-Uwe Nieland (Hrsg.)
Großer Sport, große Show, große Wirkung?
Empirische Analysen zu Olympischen Spielen und Fußballgroßereignissen

Der von Holger Schramm, Christiana Schallhorn, Holger Ihe und Jörg-Uwe Nieland herausgegebene Sammelband hält, was er im Titel „Großer Sport, große Show, große Wirkung?“ verspricht. Hier wird tatsächlich – auch im übertragenen Sinne – „großer Sport“ geboten. […] Es ist eine nicht zu überschätzende Leistung der Herausgeber*innen sowie ein Zeichen des thematischen Commitments der Autor*innen, dass die einzelnen Studien nicht in der unüberschaubaren Zeitschriftenlandschaft verloren gehen, sondern hier gemeinsam eine eindrucksvolle Leistungsschau von Forschung zur Sportkommunikation bieten. […] Zusammengenommen liegt hier eine vielfältige und dennoch kohärente Leistungsschau der empirischen Forschung zur Sportkommunikation vor, die deutlich die gesellschaftliche Relevanz des Gegenstands nachweist. Die versammelten Studien haben hohes Niveau, und die Arbeit der Herausgeber*innen ist in jeder Hinsicht kenntnisreich, sorgfältig und detailverliebt. Daher gibt es weder in A- noch B-Note Anlass für Abzüge. Dieses Buch ist wirklich „große Show.“
(Daniel Nölleke, medien&zeit, 03/2019)

Cathleen M. Stuetzer / Martin Welker / Marc Egger (Hrsg.)
Computational Social Science in the Age of Big Data.
Concepts, Methodologies, Tools, and Applications

Dieser von Cathleen M. Stuetzer, Martin Welker und Marc Egger herausgegebene Band leistet einen wichtigen Beitrag dazu, die unübersichtliche Landschaft zu kartieren. Er geht bezüglich seines Umfangs und seines Themenspektrums dabei über andere vergleichbare deutschsprachige Bücher hinaus […]. KommunikationswissenschaftlerInnen mit einem Interesse an Computational Social Science sei dieser Band als Geheimtipp wärmstens ans Herz gelegt.
(Cornelius Puschmann, Vierteljahreszeitschrift Medien & Kommunikationswissenschaft, 3/2019)

Mandy Tröger
Pressefrühling und Profit.
Wie westdeutsche Verlage 1989/1990 den Osten eroberten

Wie die DDR-Medienlandschaft seit dem Herbst 1989 auf Westniveau gebracht worden ist, zeichnete die Wissenschaftlerin Mandy Tröger sehr detailreich in ihrer Dissertation nach, die jetzt unter dem Titel „Pressefrühling und Profit“ als Buch erschienen ist. Darin steht vieles, das bisher nur die Beteiligten wußten [sic] und einiges, das dem Gedächtnis der anderen inzwischen entfallen ist.
(Holger Becker, www.vdgn.de, 01.10.2019)

Es ist sehr verdienstvoll, wie Tröger im Hauptteil ihres Buches anhand von teils schwer zugänglichen Quellen wie den Privatarchiven damaliger Akteure (darunter Ralf Bachmann, Mitarbeiter des Presseamtes der DDR) und vor allem durch 17 Zeitzeugeninterviews (unter anderem mit dem Minister für Medienpolitik der Regierung de Maizière, Gottfried Müller) die weitere Entwicklung minutiös nachzeichnet. […] Die Autorin legt […] einen der ersten deutsch-deutschen Wirtschaftskrimis nach dem Mauerfall frei. […] Das Buch ist gleichwohl ein Gewinn für die Medien- und Transformationsgeschichte, besticht durch seine kritische Auseinandersetzung mit dem Thema und zeigt letztlich die nach wie vor großen Desiderata einer umfassenden, nicht nur auf die kurze Endphase der DDR konzentrierten deutsch-deutschen Mediengeschichte seit 1989/90 auf.
(Thomas Großmann, www.hsozkult.de, 25.02.2020)

Das Buch, das auf Trögers Dissertation basiert, liest sich spannend wie ein Krimi. Ihre andere Perspektive auf die Presse-Wende in der DDR belegt sie mit einem 70 Seiten starken Quellennachweis. Eine Fundgrube für alle, die sich für die damaligen „radikal-demokratischen Visionen einer freien Presse“ interessieren und wie ihre Umsetzung verhindert wurde!
(Bärbel Röben, mmm.verdi.de, 14.11.2019)

Es gibt keine Darstellung, in der man klarer erkennt, wie die bundesdeutschen Zeitungsverleger nicht nur die alte DDR-Presse zu Fall brachten, sondern auch verhinderten, dass eine von ihnen unabhängige, neue Presse entstand als Trögers Buch.
(Arno Widmann, Berliner Zeitung, 26.10.2019)

Jakob Vicari
Journalismus der Dinge.
Strategien für den Journalismus 4.0

Es geht in den einzelnen Kapiteln etwa um das „vernetzte Berichten“, um „Sensoren als Quellen“ und um die „neuen Empfänger“. Vicari will ein „Basislager für die Expedition in den Journalismus der Dinge“ aufschlagen, von wo aus die Expedition in die Zukunft des Journalismus, die fast schon Gegenwart ist, losgeht. Der Band ist jedem zu empfehlen, der sich mit den neusten Möglichkeiten des Journalismus befassen will.
(Stefan Wirner, drehscheibe, 1/2020)

Lukas R. A. Wilde
Im Reich der Figuren.
Meta-narrative Kommunikationsfiguren und die ›Mangaisierung‹ des japanischen Alltags

Wilde argumentiert auf hohem theoretischen Niveau. Im Reich der Figuren ist kein Sachbuch, das man mal eben nebenbei liest. Man muss sich schon auf die komplexen Inhalte, die japanischen Termini und den wissenschaftstypischen Stil einlassen. Hat man dies allerdings einmal getan, dann besticht Wildes Arbeit dadurch, dass sie Ansätze aus so disparaten Feldern wie der Kommunikationssoziologie, der Semiotik, der Comicforschung und der Japanologie souverän zusammenführt und aus ihnen eine plausible, elegante Argumentation zusammenfügt. Zu den Pluspunkten zählt, dass Wilde das Japanische beherrscht. So kann er mühelos den dortigen Forschungsstand referieren und – in vielen Fällen sicher zum ersten Mal – überhaupt in den deutschen Sprachraum vermitteln. Kein Wunder, dass er für ‘Im Reich der Figuren’ 2018 den Roland-Faelske-Preis für die beste Dissertation zur Comic- und Animationsforschung erhalten hat. […] Wildes Arbeit ist brillant, keine Frage; wer sich auf seine anspruchsvolle Argumentation einlässt, wird mit einer hochinteressanten Studie belohnt.
(Stefan Höppner, www.literaturkritik.de, 21.05.2019)

Jana Wiske
Die Elite.
Die Bedeutung der Live-Berichterstattung im deutschen Spitzensport aus der Sicht von Sportjournalisten

Mit ihrer Dissertation legt Jana Wiske eine wichtige Studie zu den Akteuren der deutschen Sportmedien vor. […] Genau in diesem Sinne leistet Wiske wichtige Basisarbeit, auf die weiter aufgebaut werden kann und muss. […] Eine umfassende wissenschaftliche Betrachtung dieser Gruppe im deutschen Sportjournalismus „gerade im crossmedialen Zeitalter gab es aber bis dato nicht.“ […] Somit bietet die Studie aktuelle Basisdaten zur Berufsgruppe. Das allein dürfte Wiskes Arbeit für die nächsten Jahre zahlreiche Zitationen bescheren. […] Das Buch stellt somit eine Fundgrube für aktuelle Daten zu deren Soziodemographie, Berufsbild und Arbeitsbedingungen dar und wird schon allein deshalb für die Sportmedienforschung gebraucht.
(Holger Ihle, Publizistik 64, 2019)

Holger Wormer / Sascha Karberg
Wissen.
Basiswissen für die Medienpraxis

Das Resümee:
– Der Titel widmet sich hauptsächlich den Eigenarten und besonderen Merkmalen des Wissenschaftsjournalismus.
– Der thematisch breit angelegte Band vermittelt u.a. unterschiedliche wissenschaftsjournalistische Ausprägungsformen, spezifische Vorgehens- und Herangehensweisen der praktischen Arbeit sowie das was den Wissenschaftsjournalismus bestimmt und von anderen journalistischen Arbeitsfeldern unterscheidet.
– Die Veröffentlichung ist angereichert durch verschiedene Experten-Interviews und Gastbeiträge.
– Einerseits werden substanzielle Aspekte zum Kern des Wissenschaftsjournalismus aufgegriffen und andererseits vielfältige Fragen der praktischen Arbeit erörtert.
– Wertvoll für die praktische Arbeit sind die verschiedenen Checklisten, z. B. 5-Minuten-Check von Studien und Experten, Infokästen heben Wesentliches hervor. Die Zahl der Abbildungen ist begrenzt.
– Das Buch erscheint im handlichen Taschenbuchformat, was sich z. B. auch auf die Lesbarkeit von Abbildungen auswirken kann.
– Insgesamt eine angemessene und sehr brauchbare Darstellung und Vermittlung wissenschaftsjournalistischer Themen.
(Florian Beißwanger, Newsletter Deutscher Fachjournalisten Verband, 10.10.2019)