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Erziehungsanstalt oder Fördersetting?

Kinder- und Jugendheime in der Schweiz heute

39,00 

Zusätzliche Informationen

Größe 16 × 22 cm
Veröffentlicht

April 2017

Auflage

1. Auflage

Verlag

Herbert von Halem Verlag

Seiten

280

Artikelnummer

9783744511735

Mittlerweile ist einiges darüber bekannt, was es in der Vergangenheit bedeutete, in einem Kinderheim aufzuwachsen oder in einer Erziehungsanstalt untergebracht zu sein. Im erzieherischen Alltag herrschte ein autoritärer Geist, der den Kindern und Jugendlichen unbedingten Gehorsam abverlangte. Sie sahen sich vor Integritätsverletzungen kaum geschützt. Liegen diese Zeiten eindeutig hinter uns?

Ob Kinder und Jugendliche den Aufenthalt in einem Heim als förderlich oder als eine Qual erleben, hängt wesentlich von der Haltung ab, die das erzieherische Personal ihnen gegenüber einnimmt. Ein repressiv-autoritärer Geist steuert auch heute noch das Handeln nicht weniger Sozialpädagoginnen und Sozialpädagogen. Ihre Haltung begründen sie allerdings nicht mehr mit dem Verweis auf einen göttlichen Willen, sondern mit dem Verweis auf behavioristische Lern- und Entwicklungstheorien.

Es gibt heute indes auch Heime, die mit der Anstaltstradition radikal zu brechen versuchen. Diese Heime verstehen sich nicht mehr als Besserungs- und Umerziehungseinrichtungen, sondern beispielsweise als »Internatsschulen für Minderprivilegierte«. Die Autoren legen dar, welche unterschiedlichen Muster der Ausgestaltung sozialpädagogischen Handelns sich auffinden lassen und verdichten diese zu einer Typologie. Als Datenmaterial liegen der Untersuchung nicht-standardisierte Interviews und Gruppengespräche mit Kindern und Jugendlichen, mit Heimleitern sowie mit Sozialpädagoginnen und Sozialpädagogen in elf kontrastiv ausgewählten Kinder- und Jugendheimen der deutschsprachigen Schweiz zugrunde.

Alfred Schwendener (lic.phil.hist.), Jg. 1980, studierte Sozialanthropologie, Geschichte und Soziologie an der Universität Bern. Seit 2016 ist er Dozent an der FHS St. Gallen (Fachbereich Soziale Arbeit), wo er u.a. zu Geschichte und Profession der Sozialen Arbeit sowie zu Gender- und Migrationsthemen lehrt. In seinen Forschungsarbeiten befasst er sich mit Fragen der Professionalität sozialarbeiterischen und sozialpädagogischen Handelns, wobei ein spezifischer Fokus auf der Perspektive der Klientel sozialarbeiterischer Interventionen liegt. Aktuell forscht er, neben seiner Tätigkeit an der FHS St. Gallen, für die „Unabhängige Expertenkommission Administrative Versorgungen“ zu Biographien von Betroffenen einer administrativen Versorgung und im Rahmen seiner Dissertation zur Genese von Gewalt bei Jugendlichen.
Prof. Dr. Peter Schallberger, Jg. 1968, studierte Soziologie und Volkswirtschaftslehre an der Universität Bern. Er promovierte 2002 mit einer fallrekonstruktiven Untersuchung zur „Transformation von Habitusformationen in der familialen Generationenfolge“. Nach einem einjährigen Aufenthalt als Gastforscher am Institut für Sozialforschung in Frankfurt war er zwischen 2003 und 2006 Oberassistent am Institut für Soziologie der Universität Bern. Seit 2006 ist er Professor an der FHS St. Gallen, Hochschule für Angewandte Wissenschaften. Seine Lehrschwerpunkte liegen in den Bereichen Sozialisationstheorie, Professionssoziologie, Soziologische Gegenwartsdiagnosen, Soziale Ungleichheit und Methoden fallrekonstruktiver Sozialforschung. Seine neueren Forschungsarbeiten befassen sich mit Fragen der Professionalität sozialarbeiterischen und sozialpädagogischen Handelns. Monographien: Die Zukunft im Alltagsdenken. Szenarien aus der Schweiz (UVK 2002 mit Claudia Honegger und Caroline Bühler), Identitätsbildung in Familie und Milieu. Zwei mikrosoziologische Untersuchungen (Campus 2003; Dissertation); Praxis der Aktivierung. Eine Untersuchung von Programmen zur vorübergehenden Beschäftigung (UVK 2010 mit Bettina Wyer), Erziehungsanstalt oder Fördersetting? Kinder- und Jugendheime in der Schweiz heute (UVK 2017 mit Alfred Schwendener). Weblink: www.peterschallberger.ch.