Clemens Schwender / Cornelia Brantner / Camilla Graubner / Joachim von Gottberg (Hrsg.)

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Bilder zwischen Verantwortung und Provokation

Das Bedürfnis, sich selbst, seine Umwelt und seine Handlungen visuell festzuhalten, hat sich bereits zu Beginn der Menschheitsgeschichte in der Höhlenmalerei gezeigt. Schon damals gab es Darstellungen, die Sexualität, Gewalt oder Kriege in den Fokus stellten. Nicht erst heute tritt mit der Darstellung von Personen und Handlungen aber ein Problem auf. Nicht jedem gefällt, was in Bildern zu sehen ist. Man kann streiten über die Darstellung: Ist diese gelungen? Ist sie akkurat, misslungen oder verfälscht? Oder man kann das Dargestellte selbst kritisieren. Darf man den Gegenstand so darstellen? Darf man ihn überhaupt darstellen? Gehen von der Darstellung negative Effekte aus? Damit beginnt ein Diskurs über Ethik.

Aufgrund der Dominanz der Bilder im Kommunikationsprozess muss der Umgang der Gesellschaft, der Medien, aber auch des Individuums mit ihren Bildern hinterfragt werden: Welche Art der Herstellung und der Veröffentlichung von Bildern kann mit welchen Darstellungen als sozialverträglich und damit als ethisch akzeptabel angesehen werden? Welche ethischen oder rechtlichen Grenzen werden eventuell tangiert oder gar überschritten? Die Thematik ethischer, moralischer und normativer Fragen der Bildverwendung, -aneignung und -wirkung wird aktuell aus verschiedensten Perspektiven und in unterschiedlichen Kontexten behandelt.

Zeigen | andeuten | verstecken. Bilder zwischen Verantwortung und Provokation widmet sich diesem Thema unter Bezug auf einen weiten Bildbegriff, da Bilder nicht erst in materieller Form relevant werden. Sie beginnen vielmehr in den Köpfen der ProduzentInnen und enden in den Vorstellungen der RezipientInnen. Dazwischen finden sich die Umsetzungen in Form konkreter, materieller visueller Gestaltungen – etwa als Fotografie, Zeichnung oder Grafik in Stand- oder Bewegtbild. Bilder zeigen dabei nicht nur Sachverhalte, Personen und Objekte, sondern übertragen mittels der Art und Weise der visuellen Darstellung und ihrer Ästhetik auch Gedanken, Visionen oder Phantasien. Immer haben Bilder eine kommunikative Absicht, zu der auch Provokationen und Aufmerksamkeit erregende Darstellungsformen gehören können.

Der vorliegende Sammelband stellt die unterschiedlichen Aspekte der Bildethik dar und zeigt die Diskurse auf, die sich im rechtlichen und ethischen Bereich stellen. Gleichzeitig bietet es Angebote, die für JournalistInnen, BildreporterInnen, aber auch im Bildungsbereich dazu beitragen können, die Kompetenz des Interpretierens und Verstehens von Bildern bei der Produktion und der Rezeption zu verbessern.

AUTOREN / HERAUSGEBER

Clemens Schwender

Clemens Schwender, Prof. Dr., Studium der Allgemeinen und Vergleichenden Literaturwissenschaft mit Schwerpunkt Medienwissenschaft, Philosophie und Psychologie an der TU Berlin. Professur für Medienpsychologie an der Hochschule der populären Künste in Berlin. Forschungsschwerpunkte u. a. visuelle Kommunikation, Altersbilder in den Medien und Mediennutzung durch ältere Erwachsene, Technische Dokumentation, Mediengeschichte, Werbung, Feldpost, Medien und Emotionen. ...


Cornelia Brantner

Cornelia Brantner, Dr. phil., seit 2015 Vertretungsprofessorin am Institut für Kommunikationswissenschaft der TU Dresden, studierte Publizistik- und Kommunikationswissenschaft in Kombination mit Politikwissenschaft und Psychologie an der Universität Wien. Zweite Sprecherin der Fachgruppe Visuelle Kommunikation der Deutschen Gesellschaft für Kommunikationswissenschaft. 2009 bis 2015 Assistentin am Institut für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft der Universität Wien. 2004 bis 2009 wissenschaftliche Mitarbeiterin am dortigen Lehrgang für Öffentlichkeitsarbeit. Arbeitsschwerpunkte: Visuelle Kommunikation, soziale Bewegungen, Digitale Kommunikation (Soziale Medien, Geomedien, Online-Journalismus), Journalismusforschung. ...


Camilla Graubner

Camilla Graubner, Dipl. Soz.; studierte Soziologie (Diplom) mit den Schwerpunkten Sozialpsychologie und Kommunikationswissenschaften an der TU Dresden. Sie war 2000-2004 Projektleiterin bei der Jugendzeitschrift Spiesser und arbeitete in verschiedenen Veranstaltungsagenturen, bevor sie 2004 an einer Privatschule in Costa Rica unterrichtete. Seit Mai 2005 ist Graubner bei der Freiwilligen Selbstkontrolle Fernsehen und verantwortet dort den Bereich Veranstaltungen mit den Tagungsreihen medien impuls und Sommerforum Medienkompetenz. Außerdem ist sie Redakteurin der FSF-Zeitschrift tv diskurs – Verantwortung in audiovisuellen Medien. ...


Joachim von Gottberg

Joachim von Gottberg ist Geschäftsführer der Freiwilligen Selbstkontrolle Fernsehen (FSF) und Honorarprofessor für das Fach Medienethik / Medienpädagogik. ...


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  • 2019
  • Broschur, 213 x 142 mm, dt.
  • ISBN 978-3-86962-407-5

  • 34,00 EUR
  • Dieser Titel erscheint am:
  • 15/03/2019