Wie die Medien zur Freiheit kamen

Zum Wandel der ostdeutschen Medienlandschaft seit dem Untergang der DDR

24,00 

Zusätzliche Information

Maße 14,2 × 21,3 cm
Veröffentlicht

November 2010

Verlag

Herbert von Halem Verlag

Seiten

264

Reihe

Reihe des Institus für Praktische Journalismusforschung / IPJ (FV641)

Artikelnummer(n)

9783869620343

Es war kein Sprung in die Freiheit: Der Übergang von der staatlich gelenkten zur staatsfreien Presse deutete sich in der DDR schon vor dem Fall der Mauer an. Viele ostdeutsche Journalisten wollten das freie Wort – und mussten dann mühsam lernen, wie man Pressefreiheit, Publikumswünsche und Medienökonomie zusammenbringt. Seit 1993 beobachteten Medienwissenschaftler des Lehrstuhls Journalistik an der Universität Leipzig, ob und wie sich die Berufsrolle der Journalisten unter dem Leitbild der Pressefreiheit und dem Zwang des Marktes veränderte, wie ein neuer Typ des Konformismus entstand und wie die regionalen Monopolzeitungen publizistischen Mainstream erzeugten. Sie registrierten aber auch die vielen Versuche und Ansätze zu einer unverblümt-offenen Publizistik. Jeder der 13 Beiträge untersucht wichtige Fragen des Rollenwandels: Wie agierten die aus Westdeutschland eingetroffenen Chefredakteur? Wie denken Ressortleiter, die schon zu DDR-Zeiten in den SED-Blättern Ressortchefs waren? Wie behandelten ostdeutsche Redakteure den Zulauf, den rechtsradikale Gruppen fanden? Wie kam es zum Fall Sebnitz? Wie erklärt sich der Erfolg der Super-Illu? Und: Welches Bild zeichneten westdeutsche Medien von den Menschen im Osten? Dieses Buch gibt wissenschaftlich gesicherte Antworten auf die Frage nach Mentalitäten, Normen und Regeln, die den gesellschaftlichen Diskurs Ostdeutschlands prägen.

Michael Haller, Prof. Dr., hatte bis zu seiner Emeritierung 2010 den Lehrstuhl Journalistik an der Universität Leipzig inne. Seither leitet er das gemeinnützige Europäische Institut für Journalismus- und Kommunikationsforschung (vormals IPJ). Er ist Gründungsherausgeber von Message, einer Quartalszeitschrift für Journalismus (von 1999 bis 2014). Sein Forschungsschwerpunkt: Funktion und Funktionswandel des Journalismus in demokratischen Gesellschaften. Seine Lehrbücher über journalistische Verfahren und Methoden haben für die Medienpraxis und Journalistenausbildung Standards gesetzt.
Lutz Mükke, Dr., ist Wissenschaftlicher Direktor des Europäischen Instituts für Journalismus- und Kommunikationsforschung in Leipzig. Seit 2010 ist er Herausgeber der internationalen Journalismus-Zeitschrift MESSAGE. Der Diplom Journalist und Afrikanist arbeitete als Reporter in Kriegsgebieten wie Afghanistan, Südsudan, DR Kongo oder Somalia und als wissenschaftlicher Assistent an der Universität Leipzig, Abteilung Journalistik. Seine Spezialthemen sind Auslandsberichterstattung, Recherche, Narrativer und Medienjournalismus, Kalter Krieg und Medien in Transition.