Noch eine Frage bitte, Herr Petzke

Jesper Petzke über die 2., komplett überarbeitete Auflage von "Drehplanung"

Noch eine Frage bitte, Herr Petzke

An welchem Filmprojekt arbeiten Sie gerade?

Aktuell recherchiere und finanziere ich ein Dokumentarfilmprojekt mit dem Titel „Chung King Can Suck It“ über eine sehr seltene Vinylschallplatte. Die Dreharbeiten sind für dieses Jahr geplant. Es ist meine erste Arbeit im nichtfiktionalen Bereich und ich freue mich sehr auf diese neue Herausforderung. Darüber hinaus entwickele ich verschiedene fiktionale Stoffe in unterschiedlichen Stadien, unter anderem auch zwei Serienprojekte.

Welchen Stellenwert hat die Drehplanung innerhalb der Produktion eines Filmes?

Bei einem fiktionalen Stoff ist die Drehplanung so etwas wie der Maschinenraum. Er ist unsichtbar und arbeitet erst einmal stoisch vor sich hin. Wenn aber Probleme auftauchen, kann das die ganze Dampferfahrt stoppen. Gleichzeitig laufen in ihm alle Kommandos von der Brücke zusammen. Und manchmal kann Drehplanung auch ganz schön hartes Kohleschippen sein.

Wie wichtig ist das Drehbuch für die Drehplanung?

Nicht nur für die Drehplanung ist das Drehbuch ist alles entscheidende Grundlage. Im Prozess der Drehplanung werden die Vorgaben des Drehbuchs mit den inszenatorischen Vorstellungen der Regie und den finanziellen Möglichkeiten der Produktion zusammengebracht, mit dem Ziel, einen möglichst idealen Drehablauf zu gewährleisten. Die Erwartungen sind dabei so vielfältig und komplex, dass jede Prioritätensetzung sorgfältig abgewogen werden muss. Ich habe die Hoffnung, dass das Buch insbesondere bei dieser Aufgabenstellung eine große Hilfe ist.

Was ist neu bei Ihrer 2. Auflage?

Zunächst einmal haben wir den Inhalt an die seit Erstausgabe veränderten Produktionsbedingungen in Deutschland angepasst. Meinem Lektor Rüdiger Steiner und mir war es aber wichtig, den Titel auch darüber hinaus relevant und zeitgemäß zu halten. Wir haben deshalb den Trend hin zum seriellen Erzählen aufgegriffen und einen neuen, zusätzlichen Schwerpunkt auf die Drehplanung von Serien gelegt. Besonders stolz bin ich darauf, dass wir mit Uwe Schott einen der Produzenten von „Babylon Berlin“ für ein Interview über die Drehplanung seiner Erfolgsserie gewinnen konnten.