Rezensionen in Medien und Kommunikationswissenschaft


Von Redaktion am 2. Januar 2008

In Ausgabe 4/2007 von Medien und Kommunikationswissenschaft schreibt Udo Göttlich über Die Krise als Medienereignis. Über den 11. Septmeber im deutschen Fernsehen von Stephan Weichert:

Die analytische Leistung Weicherts in der Anwendung seines kulturtheoretischen Modells besteht nicht zuletzt in einer kritischen Analyse der Regeln und Prinzipien des Journalismus – was durchaus auch einen Gewinn für die Journalismusforschung bedeutet –, mit der transparent wird, wie die „Ordnung der Welt“ nach den ritualtheoretisch erklärbaren Regeln der Ereignisberichterstattung wieder hergestellt wird. Gerade an dieser Stelle zeigt sich die Fruchtbarkeit der kulturtheoretischen Perspektive Weicherts, indem er aufzeigt, wie die Regeln des business nicht nur das Ereignis sondern auch die Sichtweise auf das Ereignis mitproduzieren und welche dieser Elemente an der Aufrechterhaltung einer Ordnung und der „Normalisierung“ der Verhältnisse beteiligt sind. In der Bewusstmachung solcher oftmals verdeckten Zusammenhänge besteht die Bedeutung einer kulturtheoretischen Analyse der Mediengesellschaft, zu der Weichert eine breite theoretische Aufarbeitung leistet, die sich auch als Grundlage für weitere Auseinandersetzungen anbietet.

Im selben Heft rezensiert Indgrid Paus-Hasebrink Dynamisch-transaktional denken. Theorie und Empirie in der Kommunikationswissenschat, die von Werner Wirth, Hans-Jörg Stiehler und Carsten Wünsch herausgegebene Festschrift für Werner Früh, der zusammen mit Klaus Schönbach den dynamisch-transaktionalen Ansatz entwickelt hat. Dieser könne, so zitiert die Rezensentin Carsten Wünsch, „als eine Art ‚Checkliste‘ […] zu einer elaborierten und innovativen Theorieentwicklung in der Kommunikationswissenschaft dienen“. Ingrid Paus-Hasebrink resümiert:

Dieses Plädoyer von Carsten Wünsch aufnehmend lässt sich sagen, dass den Herausgebern und Autoren eine Festschrift gelungen ist, die mehr ist als bloße Lobhudelei; eine solche hätte der Jubilar auch nicht verdient. Sein Werk fordert vielmehr zu ernsthafter Auseinandersetzung und Theoriearbeit auf – und dies mit Gewinn für das Fach und sein Selbstverständnis.