Jana Hofmann

Medienstress durch Smartphones?

Eine quantitative und qualitative Analyse

In den letzten Jahren fand eine verstärkte Diskussion statt, die einen Zusammenhang zwischen gesteigerter digitaler Mediennutzung einerseits und dem Entstehen psychischer Krankheiten (wie Erschöpfungsdepression und Burn-out) andererseits behauptet. In der (populär)wissenschaftlichen Diskussion kam es dabei zu einer teils plakativen Zuspitzung von Verdichtungswirkungen.

Die vorliegende Arbeit nimmt hier eine differenzierte und analytische Betrachtungsweise ein und greift auf die Theorie der Conservation of Resource (COR) von Stevan Hobfoll (1988) zurück. Danach handeln Menschen mit Medien, weil sie ihre Ressourcen erhalten und ausweiten wollen. Dabei sind Ressourcen jene Dinge, die Menschen wichtig sind und die sie wertschätzen (Gesundheit, Familie, soziale Teilhabe, Wohlstand etc.).

Die Autorin führte eine repräsentative Befragung unter Smartphone-Nutzerinnen und -Nutzern durch, die Ausmaß und Charakterisierung des Stresserlebens beschreibt. Mit einer anschließenden Grounded Theory Vorgehensweise konnte eine Kernkategorie „Medienstress“ im Alltag der Mediennutzung definiert werden. Hofmann kommt zu dem Schluss, dass negativ empfundenes Stresserleben nicht auf eine Vielzahl von Medienhandlungen zurückzuführen ist, sondern darauf, dass mehrere Handlungen parallel stattfinden, gerade weil sie (alle gleichsam) mit Ressourcengewinnen verbunden werden. Ein so entstehender Ressourcenkonflikt kann sich unter Umständen und in langfristiger Hinsicht verstetigen und ggf. auch Annahmen pathologischer Wirkungsweisen untermauern.

AUTOREN / HERAUSGEBER

Jana Hofmann

Jana Hofmann, Jg. 1979, ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Lernen und Neue Medien/Kindheitsforschung an der Erziehungswissenschaftlichen Fakultät der Universität Erfurt. Studium der Politikwissenschaften, Romanistik und Psychologie sowie Medien- und Kommunikationswissenschaft, Soziologie und Wirtschaftswissenschaften an der Friedrich-Schiller-Universität Jena, der Bauhaus-Universität Weimar und der Universidade de Santiago de Compostela (Spanien). Lehrbeauftragte an verschiedenen Universitäten (Erfurt, Greifswald, Minho/Portugal) und Referentin für Bildung, Öffentlichkeitsarbeit und Neue Medien im Thüringer Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur sowie in der Thüringer Staatskanzlei. Forschungsschwerpunkte: soziale Kommunikation, ...


Medienstress durch Smartphones?
  • 2018, Broschur, 213 x 142 mm, dt.
  • ISBN 978-3-86962-316-0
  • erscheint demnächst