Jens Woelke

Differenzielle Rezeption, transaktionale Medienwirkungen und die Bewertung öffentlicher Kommunikationsmedien

Methodologische Betrachtungen zur TV-Programmforschung

Medieninhaltsanalysen stehen häufig in der Kritik, die Rezeptionsweisen des Publikums in ihrer Methodik, Kategorienbildung und Dateninterpretation nicht ausreichend zu beachten. Diese Arbeit prüft für das Beispiel TV-Programmanalysen, inwiefern Urteile von Rezipienten und daraus abgeleitete Bewertungssysteme eine geeignete Alternative zur inhaltsanalytisch angelegten Medienqualitätsforschung sind.

Bezug genommen wird auf Erkenntnisse aus der differenziellen Rezeptionsforschung sowie auf jenen Zweig der Wirkungsforschung, der von der Vorstellung von einem Kognitionszyklus bzw. vom Verstehen als Interaktion ausgeht. Die vorliegende Arbeit stellt fest, dass Medienangebot und Medienrezeption verbundene Phänomene sind und in der Frage von Medienqualität(en) keine voneinander unabhängigen Erklärungen liefern. Hieraus wird der Vorschlag abgeleitet, die klassische Medieninhaltsanalyse gemäß dem Modell von differenzieller Rezeption in Richtung einer rezipiententypenspezifischen Inhaltsanalyse weiterzuentwickeln.

Inhaltsverzeichnis (Auszug)

Einleitung: TV-Programmanalyse als Medienqualitätsanalyse
1. Forschungsfeld ›Medienqualität‹
1.1 Diskursfelder der Medienqualitätsforschung
1.2 Erkenntnisse und Schlussfolgerungen aus der Forschung zu Medienqualität
1.3 Alternative Ansätze einer rezipientenorientierten Forschung zu Medienqualität
1.4 Fazit der Synopse der Medienqualitätsforschung und Forschungsfragen
2. Zuschreibungen, Rezeptionsweisen und Medienwirkung als Maßstab von Medienqualität
2.1 Perspektiven der Rezeptions-, Aneignungs- und Wirkungsforschung
2.2 Individuell, situational, transaktional – Erkenntnisse der Forschung zu Medienwirkungen
2.3 Kommunikation über die Rezeption und (erlebte) Wirkung von Medienangeboten ist medienreferenziell
2.4 Rezipientenurteile zur Medienqualität in der Perspektive von differenzieller Rezeptions- und transaktionaler Wirkungsforschung
2.5 Zuschreibungen, Rezeptionsweisen und Medienwirkung als Indikatoren für Medienqualität – ein Fazit
3. ›Qualität‹ von Fernsehangeboten ›messen‹ – Zur Methodologie inhaltsanalytisch orientierter TV-Programmforschung
3.1 Programmanalyse als Vergleich mit quasi-experimentellem Ansatz
3.2 Programmanalysen als mehrstufige Analyse struktureller und inhaltlicher Vielfalt
3.3 Unterscheidung und Bewertung gesellschaft­­licher Erzählprogramme und Berichterstattungsformen in der TV-Programmforschung
3.4 Entwicklungsperspektiven für die inhalts­analytisch orientierte TV-Programmforschung
4. Fazit
5. Literatur

AUTOREN / HERAUSGEBER

Jens Woelke

Jens Woelke, Dr. habil., ist Privatdozent und Akademischer Oberrat mit ständigen Lehraufgaben am Institut für Kommunikationswissenschaft der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster. Nach Berufsausbildung und Berufstätigkeit im Lehrberuf sowie in einem Automobilhandelsunternehmen Studium der Publizistik- und Kommunikationswissenschaft, Rechtswissenschaft und Politologie an der Freien Universität Berlin (Abschluss 1997), Promotion an der Friedrich-Schiller-Universität Jena (2002) und Habilitation zum Thema Differenzielle Informationsverarbeitung und vergleichende Fernsehprogrammforschung an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster (2014). Vertretung der Professur für ›Kommunikationstheorie/-soziologie‹ an der Universität der Künste Berlin auf einer Gastprofessur ...


Differenzielle Rezeption, transaktionale Medienwirkungen und die Bewertung öffentlicher Kommunikationsmedien
  • 2017
  • 128 S., 9 Abb.,
  • Broschur, 213 x 142 mm, dt.
  • ISBN 978-3-86962-174-6

  • 26,00 EUR
  • lieferbar

EBOOK (PDF)

ISBN 9783869622545
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