Stephan Russ-Mohl

Die informierte Gesellschaft und ihre Feinde

Warum die Digitalisierung unsere Demokratie gefährdet

edition medienpraxis, Band 16

Fake News, Halbwahrheiten, Konspirationstheorien – die Ausbreitung von Desinformation in der digitalisierten Welt, insbesondere in sozialen Netzwerken wie Facebook und Twitter, wird immer mehr zur Bedrohung und zur Herausforderung für unsere Demokratie. Das Buch analysiert, welche Trends die Aufmerksamkeitsökonomie in eine Desinformationsökonomie verwandeln. Stichworte sind der langfristige Glaubwürdigkeitsverlust der traditionellen Medien, das rapide Wachstum und die Professionalisierung der Public Relations, die ungeplanten Folgen der rasanten Digitalisierung, darunter das Fehlen eines Geschäftsmodells für den Journalismus, Echokammern im Netz sowie die Algorithmen als neue Schleusenwärter in der öffentlichen Kommunikation. Eine strategische Rolle spielen die allmächtigen IT-Giganten, die sich nicht in ihre Karten gucken lassen möchten.

Unter diesen Bedingungen gibt es vermehrt Akteure, die aus machtpolitischen Motiven an medialer Desinformation und an der Destabilisierung unserer Demokratie interessiert sind, oder die aus kommerziellen Motiven eine solche Destabilisierung in Kauf nehmen. Der Tradition der Aufklärung verpflichtet, ist die zentrale Frage des Buches, wie sich der wachsende Einfluss der „Feinde der informierten Gesellschaft“ eindämmen lässt, darunter Populisten, Autokraten und deren Propagandatrupps. Könnte zum Beispiel eine „Allianz für die Aufklärung“ etwas bewirken, der sich seriöse Journalisten und Wissenschaftler gemeinsam anschließen? Dazu bedarf es nicht zuletzt realistischer Selbsteinschätzung aufseiten der Akteure. Dazu verhelfen Erkenntnisse aus der Sozialpsychologie und der Verhaltensökonomie, die im Buch auf die Handelnden und den Prozess der öffentlichen Kommunikation bezogen werden.

STIMMEN ZUM BUCH

»Ein wichtiges Buch zur richtigen Zeit. Denn es geht nicht nur um die Presse- und Meinungsfreiheit, sondern es besteht die Ge-fahr, dass die Demokratie insgesamt ausgehebelt werden kann.« (Dr. Alexandra Föderl-Schmid, Israel-Korrespondentin der Süddeutschen Zeitung)

»Ein Überblick, der sich wie guter Journalismus liest, aber ein Gesamtbild mit Tiefgang vermittelt. Ein Meisterstück sowohl in Zeitdiagnostik als auch Wissensvermittlung.« (Prof. Dr. Georg Franck, Sozialforscher an der TU Wien)

»Stephan Russ-Mohl, bewährter NZZ-Autor, analysiert hier mit Verve virulente Medienthemen.« (Rainer Stadler, Ressortleiter Medien, Neue Zürcher Zeitung)

»Der Finger liegt genau auf dem Puls, aktueller geht es nicht.« (Professor Dr. Volker Wolff, Emeritus, Journalistik, Universität Mainz)

AUTOREN / HERAUSGEBER

Stephan Russ-Mohl

Stephan Russ-Mohl ist Professor für Journalistik und Medienmanagement an der Università della Svizzera italiana in Lugano/Schweiz und leitet das European Journalism Observatory. Von 1985 bis 2001 war er Publizistik-Professor an der FU Berlin. Er studierte Sozial- und Verwaltungswissenschaften an den Universitäten München, Konstanz und Princeton. Der Autor hat zeitweise in den USA und in Italien gelebt und mehrfach, zuletzt im Sommer 2015, Forschungsaufenthalte an der Stanford University in Kalifornien verbracht. Über Medien und Journalismus schreibt er regelmäßig ...


Die informierte Gesellschaft und ihre Feinde
  • 2017
  • 368 S., 21 Abb., 213 x 142 mm, dt.
  • ISBN 978-3-86962-274-3

  • 23,00 EUR
  • lieferbar

EBOOK (PDF)

ISBN 9783869622767
19,99 EUR bestellen

EBOOK (EPUB)

ISBN 9783869622750
19,99 EUR bestellen

DOWNLOADS