Posts tagged 'Filmwissenschaft'

13. Februar 2017

Kayo Adachi-Rabe, Andreas Becker (Hrsg.): Körperinszenierungen im japanischen Film

Kayo Adachi-Rabe, Andreas Becker (Hrsg.): Körperinszenierungen im japanischen Film

Rezensiert von Astrid Matron Wer – auch nur wenige – japanische Filme kennt, wird bemerkt haben, dass sich diese durch eine besondere Körperlichkeit auszeichnen. Gerade aus einer westlichen Perspektive heraus erscheinen der Umgang mit und die Darstellung von Körpern ungewöhnlich, variantenreich und nicht festlegbar: Mal verbinden sich menschliche Körper mit Maschinen oder Waffen, um als Cyborg von gesellschaftlichen Utopien und Dystopien zu künden; mal zeugen riesige Monsterfiguren von den Gespenstern moderner Kriegstechnologie; mal wird der menschliche Körper als Spielort für wandelbare soziale und geschlechtliche Positionen dargestellt. Kayo Adachi-Rabe und Andreas Becker haben...

22. Oktober 2015

Lars Robert Krautschick: Gespenster der Technokratie

Rezensiert von Michael Hörner Die Tatsache, dass der Horrorfilm innerhalb der Medienwissenschaften oft noch allzu stiefmütterlich behandelt wird, kann durchaus als Ärgernis bezeichnet werden. Lars Robert Krautschicks Versuch einer umfangreichen Analyse des medienreflexiven Potentials eines der unzähligen Subgenres des Horrors ist also sehr zu begrüßen, auch wenn die Umsetzung des Vorhabens stellenweise etwas zu wünschen übrig lässt. Erfreulich ist zunächst die grundlegende These des Autors, dass Horrorfilme als gleichwertige Akteure auf dem Feld des medientheoretischen Diskurses in Erscheinung treten, medienbezogene Kollektivängste aufgreifen und diese mit den ihnen zu eigenen Mitteln...

19. Oktober 2015

Ivo Ritzer, Marcus Stiglegger (Hrsg.): Neues ostasiatisches Kino

Rezensiert von Astrid Matron Die Anthologie Neues ostasiatisches Kino ist ein weiterer Band der Reclam-Reihe “Stilepochen des Films”. Die Reihe, die aus einem filmwissenschaftlichen Forschungsprojekt an der Uni Mainz erwachsen ist, hat es sich zur Aufgabe gemacht, Filmgeschichte als Stilgeschichte zu schreiben. So widmen sich die verschiedenen Bände der Serie, die etwa zum Classical Hollywood oder dem Neuen Deutschen Film bereits erschienen sind, verstärkt den ästhetischen Aspekten filmischen Erzählens und der Suche nach Gemeinsamkeiten im diversen Filmkonvolut einer bestimmten Epoche. In Neues ostasiatisches Kino werden insgesamt 42 Filme aus Japan, Hongkong, Taiwan, China,...

24. März 2014

Bernard Schüler: Der Ullstein Verlag und der Stummfilm

Bernard Schüler: Der Ullstein Verlag und der Stummfilm

Rezensiert von Patrick Rössler Kaum ein Branchenkongress ohne Vortrag über Triple Play, kaum ein Filmfestival ohne Vermarktertreffen – crossmediale Verwertungsketten sind inzwischen eher die Regel denn die Ausnahme in der Content-Produktion. Ein Phänomen des Internet-Zeitalters oder zumindest der explosionsartigen Ausweitung des Medienmarktes seit den 1980er Jahren, könnte man meinen, aber weit gefehlt: Schon eingangs der Weimarer Republik schmiedeten der einflussreiche Ullstein-Verlag und die zweitgrößte deutsche Filmfirma, die Decla-Bioscop AG, eine strategische Allianz. Die Uco-Film GmbH als gemeinsames Tochterunternehmen hatte einzig den Zweck, die zuvor in der Berliner Illustrierten...

24. Januar 2014

Gesine Hindemith: Sonographie

Gesine Hindemith: Sonographie

Rezensiert von Pascale Anja Dannenberg Gesine Hindemith widmet sich in ihrer literaturwissenschaftlichen Dissertation dem Ton im Film. Das ist lobenswert, wird er bis heute oft in der Wissenschaft vernachlässigt, wenngleich doch immer schon alle filmischen Epochen und Genres auch Werke hervorgebracht haben, in denen der Ton eben nicht als bloßer “Geschmacksverstärker” (39) eingesetzt wurde. Eklatant wird ein Experimentieren mit dem Ton im modernen Kino. Die “Sonographie” in Arbeiten von Jacques Tati, Robert Bresson, Jean-Luc Godard, Alain Resnais und Marguerite Duras und damit deren Verständnis “eines Schreibens mit Tönen, das die Klänge in die Bilder eingraviert”...

17. September 2013

Lars Christian Grabbe

Dr. phil.

Lars Christian Grabbe

Lars Christian Grabbe, Dr. phil., Studium der Philosophie, Soziologie und Neue Deutsche Literaturwissenschaft und Medienwissenschaften an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel. Von 2005 bis 2011 Medienwissenschaftler am Institut für Therapie- und Gesundheitsforschung in Kiel. Seit 2010 Lehrbeauftragter für Theorie und Geschichte symbolischer Formen an der Muthesius Kunsthochschule in Kiel. 2011 Promotion an der Technischen Universität Chemnitz. Oktober 2011 bis März 2012 Freisemestervertretung von Prof. Dr. Norbert M. Schmitz am Fachbereich Ästhetik der Muthesius Kunsthochschule in Kiel. Arbeitet als Verlagsredakteur und Wissenschaftspublizist in Kiel. Entwickelt sein Habilitationsprojekt...

25. November 2012

Matthias Bauer; Maren Jäger (Hrsg.): Mythopoetik in Film und Literatur

Matthias Bauer; Maren Jäger (Hrsg.): Mythopoetik in Film und Literatur

Rezensiert von Annette Simonis Der vorliegende Sammelband widmet sich mit der Frage nach Mythopoetik in Literatur und Film einem äußerst interessanten Thema, das in jüngster Zeit eine neue Hochkonjunktur erfahren hat. (Vergleiche zum Beispiel den von Uwe Mayer und Bent Gebert edierten Tagungsband Zwischen Präsenz und Repräsentation. Mythos in theoretischen und literarischen Diskursen, der auf ein Kolloquium am FRIAS zurückgeht und demnächst bei de Gruyter erscheint.) Das Konzept der Mythopoetik wird einleitend zunächst durch eine Engführung aus Aristoteles’ Poetik und Roland Barthes’ Vorstellung einer Entpolitisierung des Mythosbegriffs hergeleitet, die letzteren zu einem Instrument...

12. September 2012

Perspektiven der Filmsoziologie

Perspektiven der Filmsoziologie

Als die Bilder laufen lernten, veränderten sich Kommunikationsstrukturen und Kultur in einem Ausmaß, das vergleichbar mit den Auswirkungen der Erfindung von Schrift und Buchdruck ist. Indem Bilder und Töne eingefangen und manipuliert werden können, erscheint das Exotische weniger fremd, das Vergangene gegenwärtiger, das Zukünftige möglicher und die Realität veränderbar. Der Film wirkt auf die Gesellschaft wie auch die Gesellschaft auf den Film. Interessanterweise aber spielt Film in der Wissenschaft von der Gesellschaft immer noch eine marginale Rolle, obgleich einige Soziologen bereits früh die gesellschaftliche Bedeutung des Films erkannten, man denke an Marcel Mauss, Siegfried Kracauer...

18. April 2012

Spiel mit der Wirklichkeit

Zur Entwicklung doku-fiktionaler Formate in Film und Fernsehen

Spiel mit der Wirklichkeit

»Doku-Drama«, »Doku-Fiktion«, »Living History«, »Doku-Soap« – es gibt viele Begriffe, um das komplexe Phänomen doku-fiktionaler Fernsehformen zu umschreiben. Seit den 1990er-Jahren boomen sie auch im deutschen Fernsehen. Entwickelt wurden diese innovativen Fernsehformen zumeist im angloamerikanischen Fernsehen – speziell bei der BBC. Das vorliegende Buch ist die erste Monografie zu den neuen hybriden TV-Formaten in Deutschland. Deutsche und britische Medienwissenschaftler untersuchen darin Geschichte und Ästhetik der Wechselspiele von Dokumentation und Fiktion in Fernsehen und Film. Es umfasst thematische Ansätze der Analyse sowie Beiträge, die starken Bezug auf die Gestaltung...

13. Mai 2011

Anne Bartsch

Anne Bartsch

Anne Bartsch studierte Medien- und Kommunikationswissenschaften an der Martin-Luther-Universität Halle. Sie promovierte 2004 zum Thema emotionale Kommunikation und habilitierte 2011 im Fach Medien- und Kommunikationswissenschaft zum Thema Medienunterhaltung. Sie war im DFG-Projekt „Emotionale Gratifikationen während der Medienrezeption“, sowie an der Zeppelin University Friedrichshafen tätig. Zur Zeit ist sie Akademische Rätin an der Universität Augsburg. Ihre aktuelle Forschung beschäftigt sich mit Mediennutzungsmotiven und Medienwirkung, insbesondere mit emotionalen Gratifikationen, sowie Prozessen der Anschlusskognition und Anschlusskommunikation. Bisherige Arbeitsschwerpunkte: Emotionale...