Posts tagged 'Filmanalyse'

24. August 2018

Filmerbe

Non-fiktionale historische Bewegtbilder in Wissenschaft und Medienpraxis

Filmerbe

Das Medium Film suggeriert Unmittelbarkeit und Wirklichkeitsnähe wie kein anderes Medium. Es lässt in einer Weise auf Ereignisse blicken, die der direkten, vormedialen Wahrnehmung sehr ähnlich ist. Im dokumentarischen Bereich schafft der Film das kompletteste Abbild von Vorgängen im Spektrum der Medien, es scheint Beweischarakter zu haben. Dies gilt auch, wenn es um die Thematisierung der Vergangenheit geht. So verwundert es nicht, dass historische Filmdokumente, meist eingeschnitten in Dokumentationen aller Art, Konjunktur haben. Dabei ist der Bedarf der modernen Mediengesellschaft nach immer ›neuen‹, das heißt noch nie gezeigten ›alten‹ Filmbildern groß. Das gilt in verstärktem...

8. Juni 2017

Klaus Maiwald, Anna-Maria Meyer, Claudia Maria Pecher (Hrsg.): „Klassiker“ des Kinder- und Jugendfilms

Klaus Maiwald, Anna-Maria Meyer, Claudia Maria Pecher (Hrsg.): „Klassiker“ des Kinder- und Jugendfilms

Rezensiert von Florian Krauß Im Jahr 2015 befasste sich eine Ringvorlesung an der Universität Augsburg mit Klassikern des Kinder- und Jugendfilms. Sie fand am Lehrstuhl für Didaktik der deutschen Sprache und Literatur statt und brachte einen Sammelband hervor, der nun im Schneider Verlag Hohengehren erschienen ist. Die mit 160 Seiten recht kurze Auseinandersetzung beginnt mit zwei Begriffsdiskussionen: Der Kinder- und Jugendfilm wird anhand von innertextuellen Kriterien wie ,Kinder als Protagonisten‘ oder ,Kindheit als zentraler Inhalt‘ umrissen. Zugleich werden, wie in den Definitionsansätzen verwandter Publikationen (z.B. Kurwinkel/Schmerheim 2013), außertextuelle Merkmale, vor allem...

10. April 2017

Henriette Herwig, Andrea von Hülsen-Esch (Hrsg.):Alte im Film und auf der Bühne

Henriette Herwig, Andrea von Hülsen-Esch (Hrsg.):Alte im Film und auf der Bühne

Rezensiert von Knut Hickethier Der vorliegende Sammelband beschäftigt sich mit „neuen Altersbildern und Altersrollen“ im Film sowie – am Rande – auch auf der Bühne. Er erscheint in der Reihe Alter(n)kulturen, die von den beiden Herausgeberinnen und anderen Hochschullehrern der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf publiziert wird. Er wird von Germanistin Henriette Herwig und Kunstwissenschaftlerin Andrea-Hülsen-Esch eingeleitet, die sich mit der kulturellen Alterswissenschaft beschäftigen, gefolgt von einem Überblicksbeitrag des Medienwissenschaftlers Hans Jürgen Wulff. Daraufhin gliedert er sich in vier Abschnitte: Beiträge zum Thema Altersliebe und Alterssexualität im Film,...

2. Februar 2017

Hinderk M. Emrich, Edgar Reitz: Der magische Raum

Hinderk M. Emrich, Edgar Reitz: Der magische Raum

Rezensiert von Gabriele Mehling Der Filmemacher Edgar Reitz hat in seiner bedeutenden Trilogie auf einzigartige Weise einen geografischen, sozialen und kulturellen Raum beschrieben: die Heimat (1984-2000). Zusammen mit Hinderk M. Emrich, Mediziner und Philosoph, wendet sich der Regisseur dem Thema nun wieder zu: In ihrem gemeinsamen Buch Der magische Raum diskutieren sie in vier Gesprächen die Magie der filmischen Raumdarstellung, ja Raumerzeugung. Außer Ort und Datum gibt es leider keine näheren Angaben über den Anlass oder den institutionellen Rahmen, in denen die Gespräche stattgefunden haben. Es informiert auch kein Vorwort über das Zustandekommen der Unterhaltung oder welches Anliegen...

15. August 2016

Ioana Crăciun: Die Dekonstruktion des Bürgerlichen im Stummfilm der Weimarer Republik

Ioana Crăciun: Die Dekonstruktion des Bürgerlichen im Stummfilm der Weimarer Republik

Rezensiert von Michael Wedel Seit Siegfried Kracauer in seiner erstmals 1947 auf Englisch erschienenen „psychologischen Geschichte des deutschen Films“ das Kino der Weimarer Republik als Ausdruck einer tiefgreifenden Identitätskrise des Bürgertums interpretiert hat, sind an dessen Beispielen immer wieder die Zeichen einer nachhaltigen sozialen und kulturellen Verunsicherung entziffert worden. Ioana Crăciuns Arbeit reiht sich in diese Tradition ein. Im Anschluss an Kracauer lautet ihre Ausgangsthese, „dass in vielen Filmwerken der Zwanziger Jahre das Bürgerliche einer systematischen Dekonstruktion unterzogen wurde mit dem Zweck, die bürgerliche Gesellschaft mit ihrem traditionellen...

13. Juli 2016

Sascha Trültzsch-Wijnen

Ass.-Prof. Mag. Dr.

Sascha Trültzsch-Wijnen

Sascha Trültzsch-Wijnen, Ass.-Prof. Mag. Dr., geb. 15.02.1979, Fachbereich Kommunikationswissenschaft der Universität Salzburg. Studium der Soziologie, Medien- und Kommunikationswissenschaft an der Universität Halle, 2008 Promotion mit einer Arbeit zum Frauenbild in DDR-Fernsehserien. 2004 bis 2007 wiss. Mitarbeiter in der DFG Forschergruppe Programmgeschichte des DDR-Fernsehens. Seit 2009 im Vorstand des Studienkreises Rundfunk und Geschichte. Forschungsschwerpunkte: Privatheit im Social Web, Film und Fernsehanalyse sowie Genre-Geschichte und -Ausdifferenzierung, Populärkultur und Medien.

1. Oktober 2014

Sport im Film

Zur wissenschaftlichen Entdeckung eines verkannten Genres

Sport im Film

Lange Zeit von den Sozial- und Kulturwissenschaften ignoriert und als bloße Mainstream-Unterhaltung stigmatisiert, erlangt der Sportfilm zunehmend wissenschaftliche Aufmerksamkeit. Der interdisziplinär angelegte Band verdeutlicht das vielfältige und vielschichtige, gleichwohl noch nicht annähernd ausgeschöpfte wissenschaftliche Analyse- und Reflexionspotenzial des Sportfilms. Die Beiträge der national und international renommierten Autorinnen und Autoren fokussieren im Besonderen den Sportspielfilm mit seinen zahlreichen Subgenres wie Football-, Basketball-, Box-, Olympia- und Kampfsportfilm. Das steigende Interesse am Sportfilm resultiert aus der wachsenden Einsicht, dass es sich hierbei...

18. September 2013

Kira Muratova

Kino und Subversion

Kira Muratova

Eine Greisin in Reizwäsche, ein hagerer Exhibitionist mit großer Brille, eine Diva, die im Stil der Hollywood-Blondinen auftritt und andere Frauen aus moralischen Gründen ermordet. Figuren, die ihre Sätze minutenlang wiederholen oder unvermittelt in einen Tanz ausbrechen. Gipsbeine und immer wieder eine Puppe, die achtlos weggeworfen wurde oder in aufrechter Position in die Kamera starrt. Die Filme von Kira Muratova stecken voller subversiver Kraft. Diese verortet Isa Willinger zwischen Dekonstruktion und Spektakel, zwischen Parodie und einer sinnlichen Affizierung der Zuschauer. Kira Muratova, Enfant terrible aus Odessa, ist ein noch gut gehütetes Geheimnis des osteuropäischen Films. Das...

19. Mai 2013

Christine Stenzer: Hauptdarsteller Schrift

Christine Stenzer: Hauptdarsteller Schrift

Rezensiert von Torsten Näser Die Wissenschaft rekurriert immer wieder auf die Dichotomie von (Film-)Bild und Schrift. Mal wird sie zum Gründungsmythos von Subdisziplinen stilisiert wie im Fall der Visuellen Anthropologie, deren frühe Fürsprecherin Margaret Mead in ihr auch einen Kontrapunkt zur Ethnologie als einer “Discipline of Words” (Mead 2003: 3) verstand. Mal manifestiert sich die Zweiteilung in den kulturtheoretisch als Einschnitt apostrophierten turns, bspw. dann, wenn der iconic turn als Gegenentwurf des linguistic turns begriffen wird (vgl. Tschopp/Weber 2007: 102). Dass solche Zuspitzungen die feinen Nuancen hybrider Medialität zugunsten der Reproduktion eines binären...

20. September 2012

Arno Rußegger

Univ.-Prof.

Arno Rußegger

Arno Rußegger, geb. 1959, ist derzeit Ao.Univ.-Prof. am Institut für Germanistik der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt; verheiratet, ein Sohn. Studium der Germanistik und Anglistik; Dissertation über Robert Musil, Habilitation 2004. Lehr- und Publikationstätigkeit mit folgenden Schwerpunkten: Österreichische Literatur seit 1900, Film und Literatur, Filmanalyse, Kinder- und Jugendliteratur, angewandte Germanistik (Buchforschung, Literatur- und Filmvermittlung, Literaturbetrieb). Detaillierte Publikationshinweise unter: https://campus.aau.at/fodokng/ctl/uebersicht/publikationen/person/755