Die Form der europäischen Öffentlichkeit als Vermittlungsraum zwischen Politik und Bürgern beeinflusst Demokratie und Politik in Europa. Wie aber entsteht europäische Öffentlichkeit? Die Autorin verbindet Öffentlichkeits- und Netzwerkforschung und lässt sich in ihrer Dissertation von einer neuen Fragestellung leiten: Wie kommt der gemeinsame Input europäischer Politik in den jeweiligen Ländern an? Anhand der EU-Erweiterungs- und Verfassungsdebatten in Deutschland und Frankreich untersucht Silke Adam exemplarisch, wie sich nationale, massenmediale Öffentlichkeiten zu Themen europäischer Politik vernetzen. In ihrem Modell Europa im nationalen Filter beschreibt Adam die Bedingungen und Mechanismen der nationalen Thematisierung und Interpretation europäischer Politik, die in symbolischen Netzwerken sichtbar werden.
Silke Adam, Geboren in Stuttgart. Vater Schulleiter, Mutter Journalistin. 1995 bis 2001 Studium der Kommunikationswissenschaft mit Vertiefungen im Bereich Politikwissenschaft, Politikanalyse/-beratung und Kommunikationsforschung an der Universität Hohenheim. 1999 Master of Science in Mass Communication an der Boston University (im Rahmen eines Fulbright-Stipendiums). 2001 Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Kommunikationswissenschaft der Universität Hohenheim. 2006 dort Promotion (Doktormutter: Barbara Pfetsch) und Akademische Rätin. 2008 bis 2009 Post-Doc-Stipendiatin an der Freien Universität Berlin (finanziert von der Deutschen Forschungsgemeinschaft). Seit 2010 Professorin für politische Kommunikation an der Universität Bern. Verheiratet, ein Kind.
Silke Adam gehört zu der jüngeren Generation der Professoren im Fach, die ohne längere praktische Berufserfahrung direkt die akademische Laufbahn eingeschlagen haben. Zwar hegte sie zunächst den Wunsch, nach dem Studium einen journalistischen Beruf auszuüben, doch entschied sie sich letztendlich für eine Karriere in der Wissenschaft. Ein Grund hierfür war die frühe Zusammenarbeit mit dem Politologen Axel Görlitz, bei dem sie während ihres Studiums als Hilfskraft tätig war. Hier fand sie heraus, dass ihr „das Bohren dickerer Bretter mehr Spaß“ macht (Adam 2012: 142). Adams Interesse für die international vergleichende politische Kommunikationsforschung offenbarte sich spätestens in ihrer von Barbara Pfetsch betreuten Dissertation (vgl. Adam 2007, Trenz 2008), für die sie zwei Auszeichnungen bekam (Wissenschaftspreis der Dr. Alois-Mock Europastiftung, Wissenschaftspreis der Universität Hohenheim).
Nach zwei weiteren Jahren als Akademische Rätin in Hohenheim folgte Adam zunächst ihrer Doktormutter an die Freie Universität Berlin, wo sie als Post-Doc-Stipendiatin der DFG-finanzierten interdisziplinären Kollegforschergruppe „The Transformative Power of Europe“ angehörte. 2010 wurde sie schließlich als Nachfolger von Roger Blum an die Universität Bern berufen und ist dort seither Professorin für politische Kommunikation und zugleich Direktorin des Instituts für Kommunikations- und Medienwissenschaft. Neben politischer Kommunikation im internationalen Vergleich zählen zu ihren Forschungsschwerpunkten die Medien- und Parteikommunikation (Inhalte und Effekte), das Verhältnis von Online- und Offline-Kommunikation, europäische Integration und Identität sowie die Netzwerkanalyse.
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