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Streitlust und Streitkunst

Diskurs als Essenz der Demokratie

28,00 

Zusätzliche Informationen

Größe 12 × 19 cm
Artikelnummer(n)

9783869625522, 9783869625553, 9783869625539

Veröffentlicht

24.11.2020

Auflage

1. Auflage

Formate

Buch, ePub, PDF

Verlag

Herbert von Halem Verlag

Seiten

472

Reihe

Schriften zur Rettung des öffentlichen Diskurses (AAYUG48)

Kategorien: Katalog, Sachbuch

Schriften zur Rettung des öffentlichen Diskurses, Band 3

Aktuell die Corona-Pandemie, davor die Klimakatastrophe und die Migrationskrise – die öffentliche Diskussion polarisiert sich, sie wird schriller und der Umgangston wird rauer, ja oftmals sogar unerträglich. Auf der Strecke bleibt nicht die Streitlust, wohl aber die Streitkunst und auch der gesellschaftliche Diskurs. Aber sie sind es, die in der Tradition der Aufklärung die Suche nach tragfähigen Kompromissen und Lösungen für gesellschaftliche Probleme erst ermöglichen.

Im vorliegenden Band beschreiben Expertinnen und Experten am Beispiel verschiedener Themenfelder, ob und inwieweit die Aufmerksamkeitsökonomie, welche durch die Digitalisierung noch wirkmächtiger geworden ist, ein regelrechtes Diskursversagen ausgelöst hat. Welche Schäden entstehen dadurch dem Gemeinwesen und der Demokratie? Und was müssen wir tun, um zivilgesellschaftliche Streitkultur zurückzugewinnen und damit das Ringen um Problemlösungen wieder zu ermöglichen?

Die Autoren analysieren Themen, die in jüngerer Zeit viel öffentliche Aufmerksamkeit absorbiert haben. Ferner beschäftigen sie sich mit dem von den Redaktionen eher vernachlässigten Meta-Diskurs über die Medien und den Journalismus selbst sowie mit dessen Beeinflussung durch Propaganda. Der Journalismus ist durch seine fortschreitende Unterfinanzierung, aber auch durch teilweise selbstverschuldete Glaubwürdigkeitsverluste in Not geraten. Weitere Abschnitte widmen sich den Unzulänglichkeiten der Auslandsberichterstattung sowie der Rolle der Intellektuellen in unserer Streitkultur.

Stephan Russ-Mohl ist emeritierter Professor für Journalistik und Medienmanagement an der Università della Svizzera italiana in Lugano/Schweiz, wo er von 2002 bis 2018 lehrte, und Gründer des European Journalism Observatory. Von 1985 bis 2001 war er Publizistik-Professor an der FU Berlin. Er studierte Sozial- und Verwaltungswissenschaften an den Universitäten München, Konstanz und Princeton. Der Autor hat zeitweise auch in den USA und in Italien gelebt und mehrfach, zuletzt im Sommer 2015, Forschungsaufenthalte an der Stanford University in Kalifornien verbracht. Über Medien und Journalismus schreibt er für die Neue Zürcher Zeitung sowie als Kolumnist für den Tagesspiegel und für Branchenpublikationen.

Vorwort 11

Stephan Russ-Mohl
Zur Einführung: Streitlust und Diskurskultur vor und nach Corona 13 I. Ö entliche Kommunikation in der Krise 13

Ulrike Klinger
Diskurskiller Digitalisierung?
Warum das Internet nicht an allem schuld,
aber trotzdem ein Problem ist 48
Christian P. Hoffmann
Techlash: Digitale Plattformen zwischen Utopie und Dystopie 66

Georg Franck
Reflexion in einer medialen Öffentlichkeit.
Nur noch eine Illusion im mentalen Kapitalismus? 92

Bernhard Pörksen
Journalismuskrise und Diskursverschiebung
in Zeiten der Medienrevolution 120

Ulf Poschardt
Abgemeldete Mündigkeit und Freiheit.
Warum wir eine neue Diskurs-Kultur brauchen 136

Peter Seele
Vom Biohof zur Animal Farm?
Ein Gedankenexperiment über totalitäre Nachhaltigkeit und weshalb Grundwerte auch in Zeiten des Notstands zu achten sind 147

II. Diskursvarianten und Diskursde zite
in der Aufmerksamkeitsökonomie – Beispiele

Axel Bojanowski
Das Ende der Klimadebatte 170

Hans Mathias Kepplinger
Systemversagen an der Grenze von Wissenschaft, Journalismus
und Politik 183

Michael Haller
Corona und die Flüchtlingskrise – über die Anstrengung,
Wert- und Vorurteile beiseite zu schieben 196

Sandra Kostner
Identitätslinke und identitätsrechte Sichtweisen
zum Migrations- und Islamdiskurs.
Ergänzungen zum Beitrag von Michael Haller 234

Tanjev Schultz
In der Aufmerksamkeitsfalle.
Über den medialen Umgang mit Rechtspopulisten
und Rechtsextremisten 250

Klaus Schroeder / Monika Deutz-Schroeder
Linksextremismus:
Medial verdrängt und verharmlost 278

III. Vernachlässigte (Meta-)Diskurse

Markus Spillmann
Der Schutzwall bröckelt.
Warum wir den Journalismus wieder als gesellschaftlichen Wert
verankern sollten 286

Annika Sehl
Öffentlich-rechtlicher Rundfunk – überholt oder wichtiger denn je? 303

Mark Eisenegger
Medienforschung als Diskurs-Stimulanz.
Das Jahrbuch Qualität der Medien Schweiz 318

Senja Post
Einmütig in Krisenzeiten.
Konformitätsdruck durch Gewissheitsstreben 331

Gary S. Schaal
Hybride Diskurs-Beein ussung.
Angriffe auf die demokratische Öffentlichkeit
durch ausländische Propaganda 343

Gemma Pörzgen
Die Fata Morgana vom ›Hybriden Krieg‹ 367

Gary S. Schaal
Die Fata Morgana des Diskurses.
Rejoinder zu Gemma Pörzgen 373

IV. Auslands-Diskurse und Auslandsberichterstattung in deutschsprachigen Medien

Petra Reski
Politik zwischen Pop, Populismus und Ma a.
Anmerkungen zur Italien-Berichterstattung 380

Susanne Knaul
Seltsame Allianzen, übliche Verdächtige.
Israel-Berichterstattung und -Diskurs in Zeiten
wiederau ebenden Antisemitismus 398

Christoph Bultmann
Türkei-Korrespondenz – im Netz des ›Sultans‹?
Der Putsch gegen Erdoğan und das Gülen-Narrativ 417

V. Diskursverengung in einer überkomplexen Welt – trotz vielfältiger Kanäle

Hans Ulrich Gumbrecht
Diskurs(liebes)töter.
Blinde Flecken im Intellektuellen-Selbstbild – eine Textcollage 439

Stephan Russ-Mohl
Diskurs-Belebung.
Tipps für jedermann und jedefrau, für Journalisten
und für Wissenschaftler 449

Autorinnen und Autoren 464

Herausgeber 471

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Stephan Russ-Mohl spricht über sein Buch Streitlust und Streitkunst.