Neue Rezensionen zu Skandal!


Von Karina Selin am 18. August 2009

In zwei weiteren Rezensionen wird der im Herbert von Halem Verlag erschienene Titel “Skandal! Die Macht öffentlicher Empörung” lobend erwähnt.

In der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift tv diskurs (Heft 49, 13. Jg./3/2009) des Freiwillige Selbstkontrolle Fernsehen e.V. schreibt Vera Linß:

Die Interviewer wollten herausfinden, wann ein Ereignis zum Skandal wird, welche Dynamik sich dabei entwickelt und ob das nun gut oder schlecht ist. Herausgekommen ist ein höchst lehrreiches Buch – aus zweierlei Hinsicht. Zunächst kann man es lesen als nüchterne Beschreibung der Funktionsweise und Rolle von öffentlichen Skandalen. Sie werfen ein Schlaglicht auf den Zustand der Gesellschaft – auf Normen, Tabus und den herrschenden Zeitgeist. Ohne eine bestimmte Dramaturgie geht dabei gar nichts. Skandale sind immer personalisiert, sie nähren sich aus der archaischen Differenzierung in Gut und Böse sowie die Fokussierung auf einen Gegner. Wichtig zu wissen: Gewinnen kann man als Beteiligter nie, bestenfalls nicht verlieren. Denn die Öffentlichkeit interessiert nur die Niederlage. […] Neben dieser – sehr überzeugenden – Untersuchung des Phänomens Skandal eröffnet sich dem Leser ein weiteres Feld, das nicht minder spannend ist. Die Studenten, die offenkundig gründlich recherchiert haben, entlocken ihren Gesprächspartnern Informationen, die so noch nirgendwo zu lesen sind – und z. T. schockieren. […] Wer mehr wissen will über die (schmutzigen) Einzelheiten hinter dem äußeren Erscheinungsbild von Skandalen, dem sei dieses kurzweilige Buch angeraten.

Joachim Braun schreibt auf Lauter Lesenswertes:

Skandal, das ist der Ausruf der Bürgerlichkeit. Die Medien feiern den täglichen Skandal. Die Leser/Zuschauer/Hörer/User freuen sich, dass schon wieder eine neue Sau durchs Dorf getrieben wird. Und jedes Jahr werden es mehr, weil nur noch die Empörung wirklich zieht. […] Diese Phänomenologie heutiger Medienwirklichkeit ist nicht nur ein Buch für Fachleute, sie hilft auch ein Stück weit unsere Medienwirklichkeit besser zu verstehen und wie wir alle Mitwirkende in diesem großen Spiel sind. Die Initiatoren dieses Experiments Jens Bergmann und Bernhard Pörksen haben beispielhaft hinter die Kulissen geschaut oder schauen lassen.

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