Belastete Vergangenheit, verklärte Geschichte – der Medienmythos Stern

Zur Einführung

Belastete Vergangenheit, verklärte Geschichte – der Medienmythos Stern

Am 18. Juni 2015 fand im Herbert von Halem Verlag eine Vortrags- und Diskussionsveranstaltung zum Thema „Belastete Vergangenheit, verklärte Geschichte – der Medienmythos Stern“ statt. Auf dem Podium diskutierten Prof. Dr. Lutz Hachmeister, der zum Einfluss von NS-Funktionären beim frühen Spiegel forschte und einen Band zur braunen Vergangenheit deutscher Journalisten herausgab, Prof. Dr. Patrick Rössler, Illustriertenexperte von der Universität Erfurt, und Dr. Tim Tolsdorff, Autor des Buches Von der Stern-Schnuppe zum Fix-Stern.

In das Thema führte Prof. em. Dr. Horst Pöttker von der Technischen Universität Dortmund, ein, dessen Arbeitsschwerpunkt u. a. die Theorie und Geschichte des Journalismus ist. Diesen Vortrag hat uns Prof. Pöttker zur Veröffentlichung zur Verfügung gestellt.

Guten Abend, meine Damen und Herren,

wenn wir vom »Medienmythos Stern« reden, wird der Begriff ›Mythos‹ kritisch gebraucht und meint eine verklärende, nicht zutreffende Geschichte, an die viele Menschen glauben. Sie betrifft die Gründung des sterns, einer Illustrierten, die aus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland nicht wegzudenken ist, nicht zuletzt weil sie zweifellos dazu beigetragen hat, dass es eine erfolgreiche Geschichte der Emanzipation und Demokratisierung war. Das ist keine Selbstverständlichkeit, wenn man sich vor Augen hält, welche politische und publizistische Kultur in Deutschland vor 1945 herrschte, und zwar nicht nur seit 1933.

Wenn viele Menschen an den Gründungsmythos des sterns bis heute glauben, hängt das auch damit zusammen, dass ein begnadeter Journalist ihn verbreitet hat, der einen sicheren Instinkt dafür hatte, was Menschen gern glauben mögen. In der Jubiläumsausgabe zum 40jährigen Bestehen der Illustrierten vom 22. August 1988 hat Henri Nannen erzählt, wie es ihm gelungen sei, von der englischen Besatzungsmacht eine Lizenz für den Titel stern zu bekommen. Den dafür zuständigen Offizier Wing Commander Baker habe er gefragt, »ob er wisse, daß ›Zick-Zack‹ [das war der Titel einer Jugendzeitschrift, die ihm von den Briten bereits genehmigt worden war] eigentlich ein Nazi-Titel sei, mit einem Anklang an ›zackig‹ und an den Hitler-Jugend-Kampfruf ›Zicke-zacke-zicke-zacke-hei-hei-hei‹. Das passe ja wohl schlecht zum Konzept der demokratischen Umerziehung. Dies leuchtete dem Briten ein. Aber wie sollte man das Blatt denn bloß nennen? Ich fasste mich ans Kinn und begann laut nachzudenken: (…) stern, das ist’s. Einsilbig, deklinierbar und positiv besetzt. Sterneleuchten. Geben Sie mir den stern, das kann man am Kiosk knapp und präzise sagen. Lassen Sie uns das Blatt stern nennen!« Nannen, der nicht nur wusste, was der englische Offizier hören wollte, sondern auch die Leser von 1988, hat diese schöne, sympathisch nazikritische Geschichte mit der Bemerkung eingeleitet, »Lassen Sie mich erzählen, wie es wirklich war«!

Wie es wirklich wirklich war, zeigt Tim Tolsdorff in seiner Dissertation, deren Entstehung ich mit großem Interesse begleitet habe und die Ende vergangenen Jahres im Herbert von Halem Verlag erschienen ist. [1] Es gab bereits in der Vorkriegszeit, als Reichspropagandaminister Joseph Goebbels die deutschen Medien lenkte und ihre Inhalte mit geschickter Hand im Sinne des NS-Regimes zu lenken wusste, eine erfolgreiche Illustrierte mit dem Titel Stern. In hoher Auflage und mit unterhaltsamer Mischung von viel Klatsch über Filmstars und »-sternchen« einerseits und wenig, aber an den ideologischen und strategischen Interessen des Regimes „ausgerichteter“ Politik andererseits hatte sie zum Zusammenhalt der ›Volksgemeinschaft‹ beigetragen. Tolsdorff weist nicht als erster darauf hin, dass Nannen sich anders, als seine nazikritische Geschichte es will, viel bei dieser Vorgänger-Illustrierten abgeschaut hat. Nils Minkmar hat das vor mehr als einem Jahrzehnt auch schon getan.[2] Aber Tolsdorff ist der Sache in einer bisher nicht dagewesenen Systematik und Gründlichkeit nachgegangen, indem er in diversen Bereichen Übereinstimmungen, zumindest frappante Ähnlichkeiten zwischen der ›neuen‹ und ›alten‹ Illustrierten Stern nachweist.

Was das journalistische Personal betrifft, überwogen in der stern-Redaktion ab 1948 Leute, die bereits vor dem Krieg in jungen Jahren ihre publizistische Karriere begonnen und das Regime mitgetragen hatten, übrigens ja auch Henri Nannen selbst als Angehöriger der Propagandakompanien. Besonders aufschlussreich zur personellen Kontinuität ist, dass Kurt Zentner, der Chefredakteur des alten Sterns, den neuen stern Anfang der 1950er Jahre wieder eine Zeit lang geleitet hat, als Nannen in Amerika war.

Dienstausweis von Kurt Zentner im Deutschen Verlag. Quelle: Dr. Christian Zentner

Dienstausweis von Kurt Zentner im Deutschen Verlag. Quelle: Dr. Christian Zentner

Ähnlichkeiten des Inhalts habe ich bereits gestreift, charakteristisch für beide Blätter ist vor allem die Verpackung von Politik in publikumsattraktive Unterhaltung durch Einblicke in das Privatleben von Schauspielern und anderen Prominenten, Fortsetzungsromane, Rätselecken und entblößte Weiblichkeit, wobei letztere beim alten Stern ab Frühjahr 1939 allerdings durch NS-typische Prüderie gebremst wurde.

Was die politische Seite angeht, lässt sich die Kontinuität in der Orientierung beider ›Sterne‹ an massenhaft geteilten Überzeugungen erkennen, was möglicherweise Kontroverses ausschließt, schon um die Einmütigkeit der sich um diese Überzeugungen scharenden Volksgemeinschaft und die Zahlungsbereitschaft breiter Käuferschichten nicht zu gefährden. Moderne Kulturwissenschaft würde hier wohl sogar von Diskursen sprechen.

In den Vorkriegsjahren drehte sich der Diskurs, der im Stern seinen Niederschlag fand, um die Leistungen des ›Führers‹ als Staatslenker und Beschützer deutscher Kultur; in der Nachkriegszeit ist an Henri Nannens stern abzulesen, dass sich der politische Diskurs mit der Ehrenrettung der sich immer noch als Opfer fühlenden Deutschen und besonders der deutschen Wehrmacht angesichts der mittlerweile nicht mehr zu leugnenden Nazi-Verbrechen befasste. Tolsdorff benutzt die Begriffe Volksgemeinschaft und Opfergemeinschaft, um auf diese Kontinuitätslinie aufmerksam zu machen, die die politischen Inhalte der beiden Illustrierten durchzieht.

Eindrucksvoll lässt sich nicht zuletzt die Ähnlichkeit der optischen Gestaltung demonstrieren, auch wenn sie in grafische Konventionen der damaligen Zeit(en) eingebettet gewesen sein mag:

Links die Titelseite des stern Nr. 46 vom November 1939. Rechts die Titelseite des stern Nr. 12 aus dem Jahr 1948

Links die Titelseite des Stern Nr. 46 vom November 1939. Rechts die Titelseite des stern Nr. 12 aus dem Jahr 1948

Links die Titelseite des Stern Nr. 1 aus dem Jahr 1939, links die Titelseite der Ausgabe 46 aus dem Jahr 1950

Links die Titelseite des stern Nr. 1 aus dem Jahr 1939, rechts die Titelseite der Ausgabe 46 aus dem Jahr 1950

Oben ein Layout-Beispiel aus dem stern vom Dezember 1939, unten aus dem stern vom 6. Mai 1951

Oben ein Layout-Beispiel aus dem Stern vom Dezember 1939, unten aus dem stern vom 6. Mai 1951

Links "Der lachende Stern" aus dem Heft 7 aus dem Jahr 1939 und rechts "Der Stern lacht" aus Heft 9 aus dem Jahr 1949

Links „Der lachende Stern“ aus dem Heft 7 aus dem Jahr 1939 und rechts „Der stern lacht“ aus Heft 9 aus dem Jahr 1949

Dass Henri Nannen mit dem stern in vieler Hinsicht an die Vorkriegs-Illustrierte anknüpfen konnte, war zweifellos ein Wettbewerbsvorteil, der zu seinem Erfolg beigetragen hat, denn er konnte damit ja auch an bereits vorhandene Rezeptionsgewohnheiten anknüpfen.

Da der Autor selbst anwesend ist, will ich mich mit diesen knappen Hinweisen zum Inhalt seines Buchs begnügen. Er kann am besten in der Diskussion auf konkrete Detailfragen antworten. Stattdessen will ich die Gelegenheit ergreifen, noch auf ein problematisches Thema einzugehen, das den sozio-kulturellen Kontext von Tolsdorffs Studie über die beiden ›Sterne‹ bildet, nämlich den Umgang mit der schlimmen NS-Vergangenheit und wie er sich im Laufe der Jahrzehnte entwickelt hat.[3]

Wir Deutsche werden mittlerweile international dafür geachtet, ja bewundert, wie offen und (selbst-)kritisch wir den ungeheuerlichen Verbrechen unserer Eltern und Großeltern ins Auge sehen. Die Österreicher haben sich in den 1950er-Jahren als ›erstes Opfer‹ Hitlers empfunden, die Franzosen haben den Resistance-Mythos gepflegt, bis Marcel Ophüls ihnen mit seinem Dokumentarfilm Hôtel Terminus über Klaus Barbie ihre Kollaboration bewusst gemacht hat. Dass wir ähnlich plausible Entschuldigungen nicht finden konnten – dafür war der antifaschistische Widerstand hierzulande zu schwach –, hat uns beim schonungslosen Erinnern geholfen.

Als kulturelle Errungenschaft hat es dieses schonungslose Erinnern freilich nicht von Anfang an gegeben, es musste sich erst entwickeln. Kein Wunder, wurde doch die Bevölkerung am 8. Mai 1945 nicht ausgetauscht. Um sich schonungslos zu erinnern, hätten Viele eigene Schuld eingestehen müssen, mindestens die Schuld des Mitmachens oder widerstandslosen Duldens, und wer ist dazu schon bereit und in der Lage? So kommt es, dass in den ersten Nachkriegsjahren und -jahrzehnten – mit Ausnahme der von den Siegermächten oktroyierten Nürnberger Prozesse und der Berichterstattung darüber – das Leugnen und Vergessen im Vordergrund stand, das man vor anderen, aber auch vor sich selbst mit harmlos-farbigen Legenden wie der Henri Nannens über die Gründung des sterns verbrämen konnte. Erst nach und nach, als diejenigen, die sich und anderen persönliche Schuld hätten eingestehen müssen, immer weniger wurden, kam die Wahrheit ans Licht. Dabei haben einzelne wie Fritz Bauer, der Anfang der 1960er-Jahre als Oberstaatsanwalt den Frankfurter Auschwitz-Prozess möglich gemacht hat, eine wichtige Rolle gespielt – und andere Einzelpersönlichkeiten wie Hans Filbinger, der noch Ende der 1970er-Jahre seine Todesurteile als Marinerichter rechtens fand und dafür als baden-württembergischer Ministerpräsident gehen musste, stehen für das langsam verblassende Leugnen und Vergessen.

Der Gründungsmythos um den stern und seine späte Entlarvung durch Minkmar und Tolsdorff sind exemplarisch für diese Entwicklung. Henri Nannen, der sich die persönliche Schuld des Mitmachens hätte vorwerfen müssen, hat nicht nur, ähnlich wie u. a. auch der Chefredakteur des Evangelischen Pressedienstes, Focko Lüpsen [4], sich die Lizenz der Besatzungsmacht für seine erfolgreiche Illustrierte erschlichen, er hat auch noch in den 1990er-Jahren an der Legende seiner nazikritischen Unschuld festgehalten und sie in farbiger Weise ausgeschmückt. Erst nach seinem Tod 1996 hat sich die Wahrheit über den braunen Humus des sterns nach und nach öffentlich entfaltet.

Das Schöne an Fakten ist, dass man sich über sie nicht streiten kann. Und so gibt es denn auch über die von Tolsdorff herausgefundenen Fakten keinen Streit. Auch die Redaktion des sterns erkennt die großen Ähnlichkeiten der beiden gleichnamigen Illustrierten von 1938 und 1948 an. Sie leugnet nicht, dass Nannen sich das unter Goebbels zustande gekommene publizistische Produkt zum Vorbild genommen und zunutze gemacht hat, wie ein in der vergangenen Woche erschienenes Interview mit dem Autor Tolsdorff zeigt.[5] Relikte des Mythos und der Verdrängung zeigen sich allenfalls noch im ›Editorial‹ des Chefredakteurs Christian Krug in diesem Heft, der zwar »eine Verbindung von Nannens stern zu einer gleichnamigen Publikation aus dem Jahre 1938 und 1939« [6] nicht leugnen will, sondern sogar fett hervorhebt, sich dann aber mehr den von Tolsdorff ja gar nicht bestrittenen Verdiensten Nannens um die Modernisierung des Blatts in den 1960er-Jahren zuwendet: »Für uns in der Redaktion ist er bis heute der journalistische Fixstern, um den sich unser Schaffen dreht.«[7] Auch dieser Satz des Chefredakteurs zum Selbstverständnis der stern-Redaktion wird fett hervorgehoben.

Lassen Sie mich am Ende zwei Bemerkungen zum journalistischen oder auf andere Weise öffentlichen Umgang von uns Deutschen mit unseren schlimmen Vergangenheiten, besonders der nationalsozialistischen, machen:

Um erfolgreich Öffentlichkeit herzustellen, also das Publikum zu erreichen, muss man aktuell sein. Die Qualität von Geschichtsjournalismus besteht deshalb darin, dass Vergangenheit, auch schlimme, mit Gegenwart in Verbindung gebracht wird.[8] Friedrich Nietzsche und nach ihm die moderne Theorie des historischen Erzählens[9] unterscheiden drei Grundmodelle, um solche Verbindungen herzustellen: das analoge oder exemplarische, das auf Ähnlichkeiten zwischen Gegenwart und Vergangenheit schaut; das genetische, bei dem die Gegenwart als etwas aus der Vergangenheit Hervorgegangenes betrachtet wird; und das kritische, bei dem Kontraste zwischen Gegenwart und Vergangenheit konstruiert werden.[10] Mir scheint, dass sich unsere Öffentlichkeitsproduzenten bei der NS-Vergangenheit seit jeher zu stark auf das kritische Modell konzentrieren und vor allem dem genetischen Modell zu wenig Beachtung schenken.[11] Die Ähnlichkeiten zwischen Vor- und Nachkriegs-stern lassen mich vermuten, dass es noch andere Muttermale der beiden deutschen Diktaturen in unserer politischen und publizistischen Kultur gibt, die uns möglicherweise kaum bewusst sind.

Mit der zweiten Bemerkung stelle ich mich auch selbst infrage, weil ich, um mit Bourdieu zu reden, lange den Habitus des kritischen Entlarvens geteilt habe, wo es um das Vergessen und Verdrängen besonders der NS-Vergangenheit ging. Dieser Habitus gipfelt in dem von Ralph Giordano geprägten Begriff der ›zweiten Schuld‹.[12] Meine selbstkritische Skepsis geht auf ein, wie ich finde, außerordentlich erhellendes Buch des Münchener Althistorikers Christian Meier zurück, das den etwas komplizierten Titel hat: »Das Gebot zu Vergessen und die Unabweisbarkeit des Erinnerns. Vom öffentlichen Umgang mit schlimmer Vergangenheit«.[13] Meier zeigt, dass seit der Antike das Vergessen und Verdrängen der kulturell akzeptierte Weg war, um zur Versöhnung zu kommen und zukunftsfähig zu werden. Erst die Einzigartigkeit von Auschwitz als bürokratisch perfektionierter Massenmord an Millionen hat das schonungslose Erinnern zur unabweisbaren Pflicht gemacht.

Auch wenn man das Letztere teilt, was ich nach wie vor tue, relativiert Meiers Erinnerung an die produktive Seite des Verdrängens und Vergessens dessen rigorose Verdammung, die meiner Kohorte vielleicht zu selbstverständlich erscheint – der aber trotzdem das Verdienst zukommt, das Vergessen und Verdrängen angesichts der Unabweisbarkeit des Erinnerns durch Sympathie mit Fritz Bauer und durch Antipathie gegen Hans Filbinger erfolgreich bekämpft zu haben. Individuell erscheint ein Alltag weder für Opfer noch für Täter erträglich, in dem die konkrete Erinnerung an Massenerschießungen, Gaskammern oder Todesmärsche pausenlos präsent ist; und kulturell lassen sich Prozesse der kritischen Selbsterkenntnis und Verantwortungsübernahme, wenn schon nicht der Verständigung zwischen Opfern und Tätern, ohne ein gewisses Maß an Vergessen und Verdrängen kaum in Gang setzen. Dass eine Auschwitz-Überlebende vor einigen Wochen dem wohl letzten angeklagten Täter um einer friedlichen Zukunft willen die Hand gereicht hat, war kaum ohne ein schwer bestimmbares Maß an konkreter Vergesslichkeit möglich.

Mich verleitet Meiers Sichtweise jedenfalls zu einem etwas milderen Blick auch auf Formen der Vergesslichkeit, wie sie in dem von Nannen erzählten Gründungsmythos des sterns zum Ausdruck kommen. Mythen, auch wenn sie unzutreffend sind, dienen seit jeher der Verständigung unter Menschen und ihrer Selbstverständigung. Vielleicht brauchte es besonders am Anfang Geschichten von der sympathisch-nazikritischen Art „Wie Henri Nannen den stern erfand«, um den keineswegs selbstverständlichen Prozess der Demokratisierung Deutschlands zustande zu bringen. Zu ihm gehört ein auch sich selbst gegenüber kritischer Journalismus, und, wie Tim Tolsdorffs Buch wieder einmal zeigt, eine unerschrockene Wissenschaft. Schließlich hat der Demokratisierungsprozess uns Deutschen ja zu einer kritischen Selbstverständigung über unsere Vergangenheit verholfen, die von anderen bewundert, mindestens geachtet wird.

Haben Sie Dank für Ihr Interesse!

ANMERKUNGEN

[1] Tolsdorff, Tim (2014): Von der Stern-Schnuppe zum Fix-Stern. Zwei deutsche Illustrierte und ihre gemeinsame Geschichte vor und nach 1945. Köln: Herbert von Halem (=Reihe: Öffentlichkeit und Geschichte, Bd. 7).
[2] Vgl. Minkmar, Nils (2002): Die doppelte Wundertüte. Wie Henri Nannen den „Stern“ erfand. In: Hachmeister, Lutz / Siering, Friedemann: Die Herren Journalisten. Die Elite der deutschen Presse nach 1945. München: C.H. Beck, S. 185–195.
[3] Vgl. dazu auch Pöttker, Horst (2005): Abgewehrte Vergangenheit. Beiträge zur deutschen Erinnerung an den Nationalsozialismus. Köln: Herbert von Halem (=Reihe: Öffentlichkeit und Geschichte, Bd. 1)
[4] Vgl. dazu näher Hafenbrack, Hans (2004): Geschichte des Evangelischen Pressedienstes. Evangelische Pressearbeit von 1848 bis 1981. Bielefeld: Luther-Verlag.
[5] Petzold, Andreas / Schmitz, Stefan (2015): Das Stern-Gespräch. „Henri Nannen hat den stern nicht erfunden“. Der Medienhistoriker Tim Tolsdorff kommt in seiner Doktorarbeit zu dem Schluss, dass ein Filmblättchen aus der Nazizeit Vorbild bei der Gründung des Magazins 1948 gewesen sei. In: stern, Nr. 25, 11. 6. 2015, S. 64-69.
[6] Krug, Christian (2015): Liebe Leserinnen und Leser. In: stern, Nr. 25, 11. 6. 2015, S. 5.
[7] A.a.O.
[8] Vgl. Pöttker, Horst (1997): Aktualität und Vergangenheit. Zur Qualität vom Geschichtsjournalismus. In: Bentele, Günter / Haller, Michael (Hrsg.): Aktuelle Entstehung von Öffentlichkeit. Akteure, Strukturen, Veränderungen. Konstanz: UVK, S. 323-346 (=Schriftenreihe der DGPuK, Bd. 24).
[9] Vgl. Nietzsche, Friedrich (1972): Vom Nutzen und Nachteil der Historie für das Leben. Nietzsche Werke. Kritische Gesamtausgabe. Begr. v. Colli, Giorgio / Montinari, Mazzino. Bd. 3.1. Berlin: de Gruyter, S. S. 239-330 (zuerst: 1874); Rüsen, Jörn (1990): Zeit und Sinn. Strategien historischen Denkens. Frankfurt a. M.: Fischer TB.
[10] Diese Formulierung erlaube ich mir der Kürze wegen, obwohl ich im Unterschied zu vielen meiner Kollegen kein Konstruktivist bin, sondern gerade im Journalismus und in der journalistischen Berufsbildung am Unterschied zwischen realitätsangemessen und nicht-realitätsangemessenen Informationen festhalten möchte.
[11] Vgl. dazu genauer Pöttker, Horst (2011): A Reservoir of Understanding. Why journalism needs history as a thematic field. In: Journalism Practice, Vol. 5, No. 5, pp. 520-537.
[12] Vgl. Giordano, Ralph (1987): Die zweite Schuld oder Von der Last Deutscher zu sein. Hamburg: Rasch und Röhring.
[13] Meier, Christian (2010): Das Gebot zu vergessen und die Unabweisbarkeit des Erinnerns. Vom öffentlichen Umgang mit schlimmer Vergangenheit. München: Siedler.

Herbert von Halem Verlag Köln, 18. Juni 2015, 19.30 Uhr. Eine kurze Zusammenfassung der Veranstaltung können Sie hier nachlesen.