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Deutsch-jüdische Publizistik. Wie Legenden die Gegenwart beeinflussen

20. April @ 19:00 - 21:30

Zwischen Anpassung, „innerer Emigration“ und Flucht: Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten standen viele Journalistinnen und Journalisten vor existenziellen Entscheidungen. Während jüdische Publizist:innen meist zur Flucht gezwungen wurden, arrangierten sich andere mit dem Regime, machten Karriere oder leisteten aus dem Exil heraus publizistischen Widerstand.

Prof. Siegfried Weischenberg widmet sich in seinem neuen Buch Schuld und Geheimnis. Bekenntnisse von Legenden der deutsch-jüdischen Publizistik den bekannten und weniger bekannten Stimmen dieser Zeit. Ob Alfred Kerr oder Hilde Spiel, Fritz Sänger oder Elisabeth Noelle – ganz unterschiedliche Verhaltensweisen, Haltungen und Erzählungen des Erlebten werden sichtbar.

Die Lebenswege und das publizistische Werk wichtiger deutscher Journalist:innen des 20. Jahrhunderts nehmen der Autor Siegfried Weischenberg und die Tübinger Medienwissenschaftlerin Prof. Dr. Martina Thiele zum Anlass, um über Antisemitismus, Geschlechterverhältnisse, Erinnern und Vergessen zu sprechen.

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Martina Thiele (Dr. disc. pol.) ist Professorin am Institut für Medienwissenschaft der Eberhard Karls Universität Tübingen, Lehrstuhl Digitalisierung und gesellschaftliche Verantwortung. Ihre Schwerpunkte in Forschung und Lehre sind Kommunikationstheorien und Mediengeschichte, Öffentlichkeit, Gender Media Studies sowie Stereotypen- und Vorurteilsforschung. Prof.in Thiele hat zahlreiche Bücher und Zeitschriftenbeiträge verfasst, u.a. Monografien zu „Medien und Stereotypen“ und zu  „Publizistischen Kontroversen über den Holocaust im Film“. Sie ist Mitherausgeberin der deutsch- und englischsprachigen Fachzeitschrift „Journalistik“/„Journalism Research“ und stellt dort in jeder Ausgabe aktuelle Bücher von Journalist*innen vor.

Prof. Siegfried Weischenberg, Jahrgang 1948, studierte Soziologie, Geschichte und Publizistik an der Ruhr-Universität Bochum, wo er auch promovierte. Nach einem Volontariat arbeitete er als Redakteur und war ehrenamtlich Bundesvorsitzender des Deutschen Journalisten-Verbands (DJV). Er lehrte viele Jahre als Professor für Kommunikationswissenschaft und Journalistik im In- und Ausland. Seine Forschungsschwerpunkte und zahlreichen Buchpublikationen befassen sich mit der Theorie und Praxis des Journalismus, Systemtheorie und Konstruktivismus, politischer Kommunikation, Max Webers Mediensoziologie sowie der Geschichte der Publizistik.

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