Ute Holfelder / Klaus Schönberger (Hrsg.)

Bewegtbilder und Alltagskultur(en)

16-mm-, Super-8-, Video-, Handyfilm. Praktiken von Amateuren im Prozess der gesellschaftlichen Ästhetisierung

Klagenfurter Beiträge zur Visuellen Kultur, Band 7

Seit Handys und Smartphones mit integrierter Kamera verfügbar sind, werden damit hergestellte Bewegtbilder zunehmend wichtige Artefakte alltäglichen Handelns und Sich-Verhandelns. Auch als Mittel der Alltagsorganisation und -kommunikation haben mit mobilen Geräten wie Smartphones oder GoPro-Kameras aufgenommene (audio-)visuelle Erzeugnisse mittlerweile eine große Bedeutung in ganz unterschiedlichen soziale Kontexten erlangt, sei es dass beim Möbelhausbesuch Fotos als Erinnerungshilfen aufgenommen werden oder Handyvideos zum Zweck der Selbstrepräsentation in den sozialen Netzwerken des Internets veröffentlicht werden. Dieser Band bietet im Themenfeld der Visuellen Kultur zum ersten Mal einen breiten Überblick zu den verschiedenen Bewegtbildpraktiken unter den Bedingungen einer fortschreitender Digitalisierung.

Das Spektrum ist breit angelegt und reicht von soziologischen, über filmwissenschaftliche, kulturwissenschaftliche und medienpädagogische bis hin zu archivarischen Fragestellungen. Neben theoretischen Überlegungen zum Amateurfilm und zum Bewegtbild finden sich Aufsätze zu audiovisuellen Darstellungen, zur Produktion und Distribution wie zur Rezeption von Bewegtbildern in Vergangenheit und Gegenwart. Vorgestellt werden diverse Aufnahmegeräte und damit verbundene Praktiken und Ästhetiken – von Super-8- über Video- bis hin zu GoPro-Kameras und Drohnen. Thematische Zugänge bilden zudem der Familienfilm und jugendkulturelle Filmpraktiken sowie Möglichkeiten der medienpädagogischen Arbeit mit Handyfilmen. Zudem wird in mehreren Beiträgen exemplarisch vorgeführt, wie historische Amateurfilme auf gesellschaftliche Entwicklungen hin befragt werden können. Darüber hinaus wird diskutiert, inwiefern diese alltagskulturelle Entwicklung und der Bedeutungszuwachs von Bewegtbildpraktiken Ausdruck einer allgemeinen Tendenz einer gesellschaftlichen Ästhetisierung ist.

AUTOREN / HERAUSGEBER

Ute Holfelder

Ute Holfelder, Dr. phil, Studium der Empirischen Kulturwissenschaft und der Neueren deutschen Literaturwissenschaft in Tübingen; Promotion mit der Arbeit Die Schwiegermutter. Formung und Tradierung eines Stereotyps. Seit 2012 Wissenschaftliche Mitarbeiterin in diversen transdisziplinären Forschungsprojekten zu kulturwissenschaftlicher Technikforschung und audiovisuellen Medien am Institut für Sozialanthropologie an der Universität Zürich. Seit 2016 Senior Scientist an der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt. Forschungsschwerpunkte: audiovisuelle Medien, Alters- und Genderstereotypen, ethnografische Forschung, künstlerische Forschung. ...


Klaus Schönberger

Klaus Schönberger, Univ.-Prof. Dr. rer. soc., Studium der Empirischen Kulturwissenschaft, Neueren Geschichte und Neueren deutschen Literaturwissenschaft an der Ernst-Bloch-Universität Tübingen und in Aix-en-Provence (M.A.). 1994 Promotion in Tübingen, 2010 Habilitation und Venia Legendi für Kulturanthropologie/Volkskunde an der Universität Hamburg; 1990 bis 2001 und 2004 wissenschaftlicher Angestellter am Forschungsinstitut für Arbeit, Technik und Kultur, Tübingen (FATK) sowie am Ludwig-Uhland-Institut für empirische Kulturwissenschaft, Tübingen; 2001 bis 2003 Projektleiter an der Akademie für Technikfolgenabschätzung Baden-Württemberg, Stuttgart; 2005 bis 2008 Wissenschaftlicher Koordinator des „Forschungskollegs ...


Bewegtbilder und Alltagskultur(en)
  • 2017
  • 328 S., 37 Abb.,
  • Broschur, 213 x 142 mm, dt.
  • ISBN 978-3-86962-241-5
  • Dieser Titel erscheint am:
  • 09/05/2017

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