Posts tagged 'Propaganda'

24. November 2020

Streitlust und Streitkunst

Diskurs als Essenz der Demokratie

Streitlust und Streitkunst

Aktuell die Corona-Pandemie, davor die Klimakatastrophe und die Migrationskrise – die öffentliche Diskussion polarisiert sich, sie wird schriller und der Umgangston wird rauer, ja oftmals sogar unerträglich. Auf der Strecke bleibt nicht die Streitlust, wohl aber die Streitkunst und auch der gesellschaftliche Diskurs. Aber sie sind es, die in der Tradition der Aufklärung die Suche nach tragfähigen Kompromissen und Lösungen für gesellschaftliche Probleme erst ermöglichen. Im vorliegenden Band beschreiben Expertinnen und Experten am Beispiel verschiedener Themenfelder, ob und inwieweit die Aufmerksamkeitsökonomie, welche durch die Digitalisierung noch wirkmächtiger geworden ist, ein regelrechtes...

13. August 2019

Klaus Sachs-Hombach, Bernd Zywietz (Hrsg.): Fake News, Hashtags & Social Bots

Klaus Sachs-Hombach, Bernd Zywietz (Hrsg.): Fake News, Hashtags & Social Bots

Rezensiert von Guido Keel Im Sammelband Fake News, Hashtags & Social Bots nehmen sich neun Autoren dem Phänomen von strategischen Falschmeldungen, oder eben Fake News, zur politischen Propaganda auf Social Media vor. Das Buch ist das Ergebnis einer Tagung mit dem gleichen Titel am Institut für Medienwissenschaft an der Universität Tübingen. Die Autorenschaft ist aber vielfältiger, als man es bei einer Fachkonferenz erwarten würde: Neben Medien- und Kommunikationswissenschaftlern trugen auch Mitarbeitende eines Instituts für Ethnologie und Afrikastudien sowie eines Lehrstuhls für praktische Philosophie zum Buch bei, zudem eine Marketing Managerin, ein Motion Designer und ein Digital...

21. November 2016

Terror

Mediale Aufmerksamkeit als Motiv

Terror

Die Themen des aktuellen Schwerpunktes sind u.a.: Joachim von Gottberg: Einführung ins Titelthema »Terror« Georg Pieper: »So wenig berichten wie möglich!«. Über den Umgang mit Terroranschlägen und Amokläufen Werner C. Barg: Von Messerattacken, Schießereien und Axtangriffen. Terror und Amok in den deutschen Nachrichtenmedien Britta Bannenberg: Amokläufer und Terroristen. Die Rolle der Medien Yassin Musharbash: »Propaganda bedarf der Einordnung« Alexander Ritzmann: Vom Selbst- zum Massenmord. Terroristische Propaganda und die Verantwortung der Medien Lena Frischlich: Extremistische Propaganda im Netz. Und wie Counter Narrative dem entgegentreten wollen Klaus-Dieter Felsmann: Von Pirck-...

7. Oktober 2016

Alexa Robertson: Global News

Alexa Robertson: Global News

Rezensiert von Nina Springer Alexa Robertson ist Professorin für Medien- und Kommunikationswissenschaft an der Universität Stockholm. Mit ihrer Veröffentlichung Global News legt sie eine komparative Analyse der Darstellungen und Arbeits­weisen globaler Nachrichten-Redaktionen vor, die sich in ihre umfassende Publikationsliste zu (medienvermitteltem) Kosmopolitismus und der Untersuchung grenzüberschreitender TV-Nachrichten einfügt (S. 4). Die Studie wurde durch den Swedish Research Council gefördert und verortet sich im Kontext film-, kultur- und medien­­wissen­schaftli­cher bzw. kritischer Theorie (S. 18, 63). Verfolgt werden mehrere forschungsleitende Frage­stellungen (S. 13): 1)...

30. Juni 2016

Carola Richter, Asiem El Difraoui (Hrsg.): Arabische Medien

Carola Richter, Asiem El Difraoui (Hrsg.): Arabische Medien

Rezensiert von David Arn Spätestens seit den politischen Umbrüchen des ‚Arabischen Frühlings’ ist die Dynamik arabischer Medien – insbesondere der neuen digitalen und Sozialen Medien – auch ins Bewusstsein einer breiten internationalen Öffentlichkeit getreten. Davon zeugt die Virulenz von Begriffen wie ‚Facebook-Revolution’ für die Ereignisse in Tunesien und Ägypten oder ‚Youtube-Revolution’ für den Konflikt in Syrien. Der von Carola Richter und Asiem El Difraoui 2015 herausgegebene Sammelband Arabische Medien nimmt deren globale Sichtbarkeit zum Anlass, die tatsächliche gesellschaftspolitische Bedeutung arabischer Medien vor dem Hintergrund ihrer historischen Entwicklung...

24. Oktober 2015

Krieg und Konflikt in den Medien

Multidisziplinäre Perspektiven auf mediale Kriegsdarstellungen und deren Wirkungen

Krieg und Konflikt in den Medien

Über Kriege, terroristische Anschläge oder andere bewaffnete Konflikte erfahren wir meist aus den Massenmedien. Die mediale Aufbereitung solcher Vorkommnisse in Film, Fernsehen oder Printmedien prägt unsere Wahrnehmung und Interpretation des Zeitgeschehens. Und dabei spielen nicht nur journalistische und dokumentarische Aufarbeitungen eine Rolle: Kriege und bewaffnete Konflikte sind im Verlauf des 20. Jahrhunderts immer mehr auch zum Gegenstand der Populärkultur und der Unterhaltungsindustrie geworden – und dies nicht nur in den klassischen Medien wie z.B. dem Film, sondern auch in den neuen Medien wie den Computer- und Videospielen. Vor diesem Hintergrund bietet der Sammelband einen Einblick...

4. Mai 2015

Marcel Stepanek: Wahlkampf im Zeichen der Diktatur

Rezensiert von Konrad Dussel Die vier Reichstagswahlen und Volksabstimmungen, die im NS-Staat abgehalten wurden, hatten höchstens symbolische Bedeutung, darüber kann überhaupt kein Zweifel bestehen. Gleichwohl wurde darauf nicht verzichtet. Und trotz aller Machenschaften des Regimes, die darauf abzielten, möglichst an die absolute 100-Prozent-Marke heranzukommen, schreckte man doch – zumindest in dieser Hinsicht – vor der Radikalität des faschistischen Italiens zurück: Bei den dortigen ‘Wahlen’ 1929 und 1934 waren nicht nur die Ja- und Nein-Zettel in unterschiedlichen Farben gehalten, sie mussten auch in verschiedene Urnen geworfen werden. Vor diesem Hintergrund ist es...

5. Dezember 2013

Tim Tolsdorff

Dr. phil.

Tim Tolsdorff

Tim Tolsdorff, Dr. phil., Jahrgang 1977, begann seine journalistische Laufbahn im Jahr 1995 bei der Honnefer Volkszeitung, der damals kleinsten unabhängigen Tageszeitung Deutschlands. Seit 2002 lebt er in Berlin, ist dort als Historiker und als leitender Redakteur bei Axel Springer tätig. Er studierte Publizistik- und Kommunikationswissenschaften an der Freien Universität Berlin, schloss ein Volontariat bei der Märkischen Allgemeinen Zeitung in Potsdam ab und promovierte anschließend an der Fakultät für Kulturwissenschaften der Technischen Universität Dortmund. Seine Arbeitsschwerpunkte: Die Medien im NS-Regime und in der Nachkriegszeit, propagandistische und ideologische Instrumentalisierung...

9. Mai 2013

Stephanie Warnke: Stein gegen Stein. Architektur und Medien im geteilten Berlin 1950 – 1970

Stephanie Warnke: Stein gegen Stein. Architektur und Medien im geteilten Berlin 1950 – 1970

Rezensiert von Stefanie Gerke Das wissenschaftliche Interesse an deutscher Nachkriegsarchitektur wächst. Zahlreiche aktuelle Publikationen widmen sich den spezifischen Entstehungsbedingungen und formalen Aspekten zwischen 1950 und 1970 entstandener Bauten. Das Thema hat vermutlich deshalb Konjunktur, weil bei vielen dieser Gebäude heute eine Entscheidung ansteht: Sanierung oder Abbruch? Als Aufhänger dienen vielen Untersuchungen die vermeintlich durchgängig kritischen Stimmen der Öffentlichkeit. So sei eine Revision der Nachkriegsarchitektur schon allein deshalb angebracht, weil sie von einem Großteil der Bevölkerung pauschal als unansehnlich und problematisch kritisiert würde – oftmals...

19. April 2013

Todesopfer als Normalfall

Todesopfer als Normalfall

Zur gesellschaftlichen Bedeutung des Journalismus in Kriegszeiten Von Florian Zollmann Die klassische Maxime von John Stuart Mill, dass die „Freiheit der Presse“ eine Sicherung gegen „korrupte oder tyrannische“ Regierungen ist, hat auch heute nicht an Relevanz eingebüßt. So besteht die wohl wichtigste Funktion des Journalismus darin, politische Entscheidungen zu überprüfen. In gegenwärtigen demokratischen Gesellschaften ist der Handlungsspielraum der Bürger im Wesentlichen auf Wahlen beschränkt. Indem der Journalismus kritische Informationen bereitstellt, ermöglicht er den Bürgern die für politisches Handeln notwendige Meinungsbildung....