Posts tagged 'Filmgeschichte'

15. August 2016

Ioana Crăciun: Die Dekonstruktion des Bürgerlichen im Stummfilm der Weimarer Republik

Ioana Crăciun: Die Dekonstruktion des Bürgerlichen im Stummfilm der Weimarer Republik

Rezensiert von Michael Wedel Seit Siegfried Kracauer in seiner erstmals 1947 auf Englisch erschienenen „psychologischen Geschichte des deutschen Films“ das Kino der Weimarer Republik als Ausdruck einer tiefgreifenden Identitätskrise des Bürgertums interpretiert hat, sind an dessen Beispielen immer wieder die Zeichen einer nachhaltigen sozialen und kulturellen Verunsicherung entziffert worden. Ioana Crăciuns Arbeit reiht sich in diese Tradition ein. Im Anschluss an Kracauer lautet ihre Ausgangsthese, „dass in vielen Filmwerken der Zwanziger Jahre das Bürgerliche einer systematischen Dekonstruktion unterzogen wurde mit dem Zweck, die bürgerliche Gesellschaft mit ihrem traditionellen...

24. August 2015

Schamma Schahadat

Prof. Dr.

Schamma Schahadat

Schamma Schahadat, geb. 1961, hat Russisch und Englisch in Köln, Exeter und Moskau studiert. Promotion und Habilitation an der Universität Konstanz. Seit 2004 ist sie Professorin für Slavische Literatur- und Kulturwissenschaft an der Universität Tübingen (mit den Schwerpunkten Russistik und Polonistik); ihre Forschungsinteressen liegen in den Bereichen Literatur- und Kulturtheorie, Gender Studies, Filmgeschichte, Übersetzungstheorien und in der Interaktion zwischen Raum und Macht. Sie leitet das EU-Projekt TransStar Europa (http://transstar-europa.com/en/project/) und, gemeinsam mit Thomas Lahusen von der University of Toronto, das Projekt (Post)Socialist Spaces. In Kooperation mit der...

25. März 2015

Vanessa Aab: Kinematographische Zeitmontagen

Vanessa Aab: Kinematographische Zeitmontagen

Rezensiert von Joachim Paech Das Buch (die Dissertation) von Vanessa Aab will nicht mehr und nicht weniger als die gesamte bisherige Filmgeschichtsschreibung auf neue Grundlagen stellen. Es geht ihr um eine “Entwicklungsgeschichte des Kinos” (Untertitel), die allerdings fast nichts mit dem Kino als Raum, Ort oder Institution zu tun hat, sondern quid pro quo Film meint. An den bisherigen Chroniken des Kinos (sie meint Film und nennt Sadoul, Toeplitz, Fraenkel, Zglinicki, Gregor/Patalas und die New Film History) moniert sie vor allem, dass sie dem Film von Anfang an die Fotografie zugrunde gelegt hätten, wodurch sowohl eine Vorgeschichte der Kinematographie nicht in den Blick gekommen...

14. Mai 2013

Hans Helmut Prinzler: Licht und Schatten

Hans Helmut Prinzler: Licht und Schatten

Rezensiert von Patrick Rössler Weshalb bloß sollte man sich als Kommunikations- bzw. Medienwissenschaftler für ein Coffee Table Book interessieren, dessen maßgeblicher Inhalt aus Bildern – in diesem Falle 335 Filmstandfotos – besteht? Das keine einzige Fussnote aufweist, dafür größten Wert auf eine zwischentonreiche Abbildungsqualität legt? Dessen Verfasser weniger durch akademische Referenzen besticht denn durch seine Verdienste um die Bewahrung des filmhistorischen Erbes von Deutschland? Es gibt, soviel sei vorweg geschickt, mehr als gute Grunde dafür – Gründe, die tatsächlich jenseits des individuellen Lustgewinns beim Betrachten eines schlichtweg schönen Buchs liegen, sich...

17. Februar 2013

Dominik Petzold: Der Kaiser und das Kino

Dominik Petzold: Der Kaiser und das Kino

Rezensiert von Gerald Trimmel Die wissenschaftliche Bearbeitung der ersten Dekade der Filmgeschichte ist bislang nur sehr fragmentarisch erfolgt und hat sich in den meisten Fällen auf technische Aspekte und Rezeptionsbedingungen beschränkt. Die von Dominik Petzold verfasste Studie widmet sich der Analyse der filmischen Inszenierungen von Kaiser Wilhelm II., der Entwicklung einer kaiserlichen Medienpolitik und deren propagandistischen Umsetzung und Verdichtung im Untersuchungszeitraum von 1895 bis Juli 1914 – dem letzten Friedensmonat des Jahres. Aus  kulturwissenschaftlicher Perspektive werden vor allem die Visualisierungsstrategien der monarchischen Herrschaftspraxis im öffentlichen...

28. September 2011

Horst Schäfer; Claudia Wegener (Hrsg.): Kindheit und Film

Horst Schäfer; Claudia Wegener (Hrsg.): Kindheit und Film

Rezensiert von Tobias Kurwinkel Das Verhältnis von Kindheit und Film “in unterschiedlichen Epochen und im Hinblick auf unterschiedliche Themenfelder” will der Sammelband Kindheit und Film nachzeichnen. Die Herausgeber Claudia Wegener und Horst Schäfer möchten damit zu einem Arbeitsfeld beitragen, das von der wissenschaftlichen Forschung stiefmütterlich behandelt wurde und wird. Dies verwundere, so die Herausgeber, da Filmproduktionen, die sich vornehmlich an Kinder richten, “ein spezielles (Kindheits-)Bild ihrer Zeit widerspiegeln und dies damit gleichzeitig auch konstituieren” – und so maßgeblich als Sozialisationsinstanz wirksam seien. Den Untersuchungsgegenstand...

6. Mai 2011

Das Kino der Gesellschaft – die Gesellschaft des Kinos

Interdisziplinäre Positionen, Analysen und Zugänge

Das Kino der Gesellschaft – die Gesellschaft des Kinos

Die Durchdringung unseres Alltagslebens und unserer Fantasien mit Filmen führt zu der Frage, was Filme über die soziale Wirklichkeit aussagen können. Welche Einblicke in soziale, politische und kulturelle Strukturen und Prozesse können uns Kinofilme vermitteln? In welchem Verhältnis steht das Kino zur empirischen Sozialforschung? Filmanalyse sollte immer auch Gesellschaftsanalyse sein. Die ausschließliche Konzentration auf die Filmästhetik oder auf die Rezeption durch ein aller sozialen Bezüge entkleidetes Subjekt führen zu Verzerrungen und zur Ausblendung der gesellschaftlichen Wirklichkeit. Der vorliegende Band dokumentiert interdisziplinäre – genrehistorische, philosophische,...