Landesgrenzen – Grenzen der Pressefreiheit? Podiumsdiskussion und Buchpräsentation am 5. November 2010, Wien


Von Karina Selin am 3. November 2010

Können nationale Institutionen Pressefreiheit grenzüberschreitend bewahren? Benötigen international arbeitende JournalistInnen auch international anerkannte Instanzen, an die sie sich bei beruflichen Repressalien wenden können? Kann die Selbstkontrolle des Journalismus sich weiterhin an nationalen Parametern ausrichten, wenn die Produktion, Inhalte und Publika von Medien bereits in Europa angekommen sind?

Die für die Podiumsdiskussion Landesgrenzen – Grenzen der Pressefreiheit? Braucht Europa einen “Rat für die Freiheit der gesellschaftlichen Kommunikation”? zentrale Frage nach europäischer Pressefreiheit ist zugleich jene zum Verhältnis von europäischer Öffentlichkeit und journalistischer Verantwortung. Denn zu Öffentlichkeit, die diesen Namen verdient, gehört publizistische Selbstkontrolle. Zu europäischer Öffentlichkeit gehört publizistische Selbstkontrolle auf europäischer Ebene. So lautete die These, unter deren Annahme die Herausgeber des jetzt präsentierten Bandes letztes Jahr zu einer Tagung in den Presseclub Concordia (Wien) geladen haben. Diskutiert wurde und wird die Frage, ob Europa länderübergreifende Organe braucht, die sich um die professionelle Selbstdisziplin von Journalisten kümmern. Medienselbstregulierung dient immer auch dazu, rechtlicher Intervention in die Arbeit des Journalismus vorzubeugen und zu verhindern, dass politische Begehrlichkeiten geweckt werden, die bewusst lose gesteckten juristischen Grenzen der Pressefreiheit enger zu ziehen.

Der aus der Wiener Tagung hervorgegangene Sammelband Europäische Öffentlichkeit und journalistische Verantwortung stellt die Vorträge und die Abschlussdiskussion einem an der Entwicklung europäischer Öffentlichkeit und journalistischer Qualität interessierten Publikum vor.

Am 5. November 2010, 17-19 Uhr, wird im Rahmen der Podiumsdiskussion der von Univ. Prof. Dr. Horst Pöttker (Institut für Journalistik, TU Dortmund) und Mag. Christian Schwarzenegger (Institut für Sprach- und Kommunikationswissenschaft, RWTH Aachen) herausgegebene Band präsentiert. Die Veranstaltung erfolgt in Kooperation des Presseclubs Concordia, des Instituts für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft der Universität Wien sowie der beiden Herausgeber. Veranstaltungsort ist das Pressezentrum des Österreichischen Parlaments.