Zwischen Politik und Unterhaltung. Bildstrukturen in deutschen Illustrierten von 1905 – 1945

Pressemitteilung vom 18. Juli 2019

Zwischen Politik und Unterhaltung. Bildstrukturen in deutschen Illustrierten von 1905 – 1945

Deutsche Illustrierte veröffentlichten schon in den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts eine nahezu unendliche Fülle von Bildern. Damals waren sie das herausragende Medium aktueller Bildberichterstattung. In seiner Untersuchung Bilder als Botschaft – Bildstrukturen deutscher Illustrierter 1905 – 1945 im Spannungsfeld von Politik, Wirtschaft und Publikum analysiert der Medienhistoriker Konrad Dussel Bilder aus drei der am weitesten verbreiteten Zeitschriften jener Zeit (Berliner Illustrirte Zeitung, Die Woche, Illustrierter Beobachter) und ermittelt zentrale inhaltliche und formale Strukturen.

Die Befunde der Untersuchung von mehr als 30.000 Bildern sind eindeutig: Politisches in einem ganz direkten Sinne – das Bild aktiver Politiker in unmittelbar politischen Zusammenhängen – war immer wichtig, damals mehr als heute. Die entscheidenden Veränderungen vollzogen sich aber zwischen dem, was man einerseits als kulturell-bildend und andererseits als unterhaltend bezeichnen kann: Der Trend zu mehr Unterhaltung über die Jahrzehnte ist unübersehbar – und wurde im NS-Staat gezielt gefördert, weil man diese als Stärkung für die eigenen Kräfte und somit als kriegsentscheidend betrachtete.

Die aufwendige Bildinhaltsanalyse wird ergänzt durch umfangreiche Kapitel zur Vielfalt der Berichtsanlässe, zur Geschichte der untersuchten Illustrierten, zu den wichtigsten darin vertretenen Illustratoren und Fotografen sowie zu den pressepolitischen Zusammenhängen, die im Ersten Weltkrieg und im NS-Staat enge Grenzen setzten. Da eine reine Beschreibung der untersuchten Bilder und Bild-Text-Arrangements kaum ausreichend wäre, sind die mehr als 200 Abbildungen – zumeist ganzer Illustrierten-Seiten – ein substanzieller Teil der Darstellung und helfen, das Analysierte nachvollziehen zu können.

Der Band richtet sich an Historiker und Politikwissenschaftler, die sich für das Phänomen der Visualisierung von Politik interessieren, sowie an historisch interessierte Medien- und Kommunikationswissenschaftler, Fotohistoriker und Bildwissenschaftler. Er ist außerdem relevant für all jene, die sich mit Text-Bild-Kombinationen und der Kontextualisierung von Bildern in Illustrierten beschäftigen.

AUTOREN / HERAUSGEBER

Konrad Dussel

Konrad Dussel, Jg. 1957, ist Professor für Neuere Geschichte an der Universität Mannheim. Seit seiner Dissertation über nationalsozialistische Theaterpolitik und seiner Habilitation über die Kontrollgremien des öffentlich-rechtlichen Rundfunks beschäftigt er sich mit der deutschen Mediengeschichte im weitesten Sinne. Seiner Studie über die Bebilderung der deutschen Tagespresse in der Weimarer Republik folgt nun eine Arbeit über die Bildstrukturen deutscher Illustrierter. Autor der Deutschen Rundfunkgeschichte. ...