Zur Gestaltung und Verwendung von Piktogrammen

Pressemitteilung vom 2. Mai 2017

Zur Gestaltung und Verwendung von Piktogrammen

In welche Richtung öffnet sich die Tür? Wo befindet sich der Informationsschalter? Ohne Piktogramme, die uns Orientierung bieten, ist das heutige Leben nicht mehr vorstellbar. In einer Welt, in der selbst alltägliche Gebrauchsgegenstände schon längst nicht mehr aus sich selbst heraus verständlich sind, erleichtern und erklären uns die ›Verkehrszeichen der Globalisierung‹ simple Probleme ebenso wie komplizierte Prozesse des gesellschaftlichen Zusammenlebens.

Dr. Alexander Christian erforscht die Gestaltung und Verwendung von Piktogrammen aus kommunikationswissenschaftlicher Sicht. In seiner Neuerscheinung Piktogramme. Tendenzen in der Gestaltung und im Einsatz grafischer Symbole erläutert er die Ursachen, die eine kontinuierliche Anpassung von Piktogrammen erfordern, und die Fragen, die sich daraus ergeben – wie die der Atomsemiotik, deren Ziel es ist, unseren Nachfahren auch in vielen hundert Jahren noch die Gefahren des Atommülls deutlich aufzuzeigen. Auch Brüche mit dem Neutralitätsanspruch internationaler Standards werden thematisiert, z.B. die Emotionalisierung und Personifizierung von Piktogrammen in Form von Emoticons (Emotion Icons) und den japanischen Characters „Kyara“: Zentral sind ihr Aufmerksamkeitswert, die Motivation zur Befolgung der angezeigten Regeln durch eine emotionale Ansprache, Imagebildung und Identitätsstiftung sowie die Fokussierung auf eine spezifische Zielgruppe hin, wie etwa Kinder. 

Die interdisziplinäre Arbeit ist für verschiedene Lesergruppen interessant. Neben der Kommunikationswissenschaft und Semiotik mit Bild- und Medienwissenschaft  im Zentrum finden sich u.a. Bezüge zu Architektur, Städteplanung, Signaletik, Human Factors sowie Comicforschung – und nicht zuletzt auch Handreichungen für Praktiker aus Grafik-, Informations- und Kommunikationsdesign.

AUTOREN / HERAUSGEBER

Alexander Christian

Alexander Christian, Jahrgang 1979, Studium der Kommunikationswissenschaft, Film- und Fernsehwissenschaft sowie Anglistik an der Universität Duisburg-Essen, der Ruhr-Universität Bochum und der Universidad de Málaga. Teilnahme an der VII. und X. Film Summer School in Locarno. Promotion im Fach Kommunikationswissenschaft an der Universität Duisburg-Essen. Forschungsschwerpunkte: Piktogramme, Otto Neuraths ISOTYPE, Atomsemiotik, interkulturelle Kommunikation. alexander.christian@stud.uni-due.de ...