Dagmar Hoffmann / Laura Velten

Zum Empörungspotenzial visualisierter Mütterlichkeit. Ein Fallvergleich am Beispiel der Postings von ›Celebrity-Müttern‹ bei Instagram

Dieser Beitrag nähert sich der Visualisierung von Mütterlichkeit in sozialen Netzwerken und den damit verbundenen Risiken über Konzepte der Skandal- und Shitstormforschung an. Grundsätzlich gilt, dass sich jede*r, der*die sich in irgendeiner Form öffentlich inszeniert, angreifbar machen kann. Allerdings werden vor allem Celebritys besonders häufig zur Zielscheibe kollektiver Empörung, da ihr Privatleben stets von besonderem Interesse ist. Dabei müssen sie nicht zwingend Ungewöhnliches von sich im Netz preisgeben, sondern es werden ebenso Alltagssituationen moralisch bewertet und auch von Nutzer*innen teilweise verurteilt. Es besteht der Eindruck, dass gepostete Bilder eher als Texte dazu einladen, kommentiert und kritisiert zu werden. Schnell avanciert ein Foto, das kritisiert und geteilt sowie unter Umständen mit einprägsamen Hashtags versehen wird, zu einem Skandalbild. Mitunter entwickelt sich ein Shitstorm, der Personen respektive ihr Handeln bloßstellt. Zu fragen ist, inwieweit welche Inhalte in digitalen Netzwerken Empörungspotenziale freisetzen. Von besonderem Interesse ist, welche Kriterien Bilder erfüllen, die durch kollektive Empörungen zu (vermeintlichen) Skandalbildern werden. Wir konzentrieren uns in den Fallstudien auf Bilder dargestellter Mütterlichkeit von Celebritys und zugehörige Nutzer*innenreaktionen bei Instagram.

[On the outrage potential of visualized motherhood. A case study using the example of postings of ›celebrity mothers‹ on Instagram]

This article approaches the visualization of motherhood in social networks and the associated risks via concepts of scandal and shitstorm research. Basically, anyone who presents himself*herself in any form in public can make himself*herself vulnerable. However, celebrities in particular are often the target of collective outrage because their private lives are always of particular interest. They do not necessarily have to disclose anything unusual about themselves on the Internet, but everyday situations are also assessed morally and sometimes even condemned by users. According to our impression, posted pictures rather than texts invite to be commented and criticized. A photo that is criticized and shared, and that has catchy hashtags, can quickly become a scandal. Sometimes a shitstorm develops that exposes and defames people or their actions. The question to be asked is which kind of content releases outrage potential in digital networks. Furthermore, we want to figure out why and how images become scandalous images through collective indignation. In our case studies, we focus on pictures posted by celebrity mothers on Instagram and user reactions to them.