Zehn Jahre r:k:m – unabhängig, vielfältig, zeitgemäß


Von Redaktion am 16. September 2019

Zehn Jahre r:k:m – die erste Rezension erschien im Frühjahr 2009 auf der Seite von rezensionen:kommnikation:medien. Mittlerweile sind dort über 700 Besprechungen von kommunikations- und medienwissenschaftlicher Literatur nachzulesen und r:k:m hat sich einen festen Platz als Plattform für die Kommunikation von Kommunikationswissenschaftlerinnen und Kommunikationswissenschaftlern untereinander, aber auch mit ihrer Umwelt erobert. Ein guter Grund für Dankbarkeit und Freude – und auch für Besinnung auf Motive und Leitideen unserer Arbeit.

Die wichtigste Leitidee ist wissenschaftliche Unabhängigkeit. Darauf muss zumal bei einem Rezensionenorgan geachtet werden, seitdem Fachzeitschriften sich aus Mitgliedsbeiträgen von Fachgesellschaften finanzieren. r:k:m wird von Anfang an von der Stiftung Presse-Haus NRZ gefördert und von zwei Wissenschaftlern herausgegeben, die sich vom Engagement in Verbänden oder gar Seilschaften fernhalten und unterschiedlichen Teildisziplinen und Theorieorientierungen angehören. Und: r:k:m behält sich vor, Rezensentinnen und Rezensenten selbst auszuwählen. Die Redaktion geht auf Anregungen von interessierter Seite nur ein, wenn sie Themengebiete betreffen – nicht bestimmte Publikationen.

Eine zweite, dazu passende Leitidee ist fachliche Breite. r:k:m bemüht sich, den thematisch einschlägigen Buchmarkt möglichst umfassend abzubilden. Dass sich sozialwissenschaftliche Kommunikationswissenschaft und geisteswissenschaftliche Medienwissenschaft aus fachstrategischen Motiven auseinanderentwickelt haben und miteinander rivalisieren, halten wir für ähnlich kontraproduktiv wie die Konkurrenz zwischen quantitativen und qualitativen Methoden. Besser wäre Kooperation und im Idealfall Integration. Das versuchen wir mit r:k:m dadurch zu fördern, dass unsere pluralistische Auswahl der besprochenen Literatur wenigstens den Blick über den Rand des eigenen Tellers ermöglicht. Auch soziologische, politikwissenschaftliche, philologische oder psychologische Werke sind der Redaktion willkommen.

Weitere Leitidee ist das Online-Publizieren, das vor zehn Jahren weniger selbstverständlich war als heute. Es spart nicht nur Kosten, es hat auch publizistische Vorteile: Rezensionen lassen sich nicht nur schneller veröffentlichen, gleichzeitig wird – umgekehrt – auch der Rückblick auf früher erschienene Literatur erleichtert, was Überblicke ermöglicht und einen bloß auf’s Zeitliche verengten Begriff von Aktualität relativiert. Rezensionen, so meinen wir, sollten nicht nur Rezeptions- und Marktchancen steuern, sondern auch fachliche Diskussionen anregen. Es lohnt sich, die Argumente einer dritten Person zu einem Buch zu erfahren, das man bereits zu kennen glaubt. Dem gleichen Ziel dient, dass sich auf r:k:m neben Einzel- auch Sammelrezensionen und Besprechungen von Publikationen zu und von klassischen Autorinnen und Autoren finden.

Einen anderen Vorteil des Online-Publizierens haben wir bisher zu selten genutzt: Warum sollen Rezensionen nur aus schriftlichen Texten bestehen? Im Unterschied zu gedruckten Zeitschriften können sie hier durch Bewegtbilder und Audiospuren, Interviews und Reportagen angereichert oder sogar ersetzt werden. Wir sind Rezensentinnen und Rezensenten dankbar, die uns helfen, diese Möglichkeiten in Zukunft besser zu nutzen.

Rückblickender Dank gilt allen, die uns in den vergangenen zehn Jahren zum Erfolg von r:k:m verholfen haben. Abgesehen von allen Rezensentinnen und Rezensenten sind das Tobias Eberwein und Mark Halawa, die maßgeblich an der Konzeption beteiligt und in den Anfangsjahren für die Redaktion verantwortlich waren; die liegt seit langem in den zuverlässigen und sorgfältigen Händen von Anna Berneiser (Dortmund), die während ihrer Elternzeit von Martin Gehr vertreten wurde. Außerdem gilt unser intensiver Dank der Stiftung Presse-Haus NRZ in Essen, dort besonders dem NRZ-Herausgeber Heinrich Meyer, sowie dem Herbert von Halem-Verlag in Köln, besonders in Person seines Namensgebers.

Dortmund und Essen im Sommer 2019
Horst Pöttker
Achim Eschbach