Wenn Journalismus nützlich für den Alltag ist

Pressemitteilung vom 7. Juli 2011

Tipps und Ratschläge für das tagtägliche Leben im Fernsehen, aus dem Radio oder der Lieblingszeitschrift – wohl jeder hat sich schon einmal auf diese Weise unterstützen lassen. Der Journalist und Medienforscher Andreas Eickelkamp betrachtet den serviceorientierten Teil des Journalismus nun von der wissenschaftlichen Seite und untersucht die einzelnen Funktionen des Nutzwertjournalismus in allen Mediengattungen.

Tageszeitungen berichten über einen Krankenkassenvergleich der Stiftung Warentest; eine Computerzeitschrift zeigt in einer Schritt-für-Schritt-Anleitung, wie man ein neues Multifunktionsgerät einrichtet; die Doku-Soap beobachtet eine Familie mit verhaltensauffälligen Kindern und dokumentiert die professionelle Erziehungstherapie – seit jeher geben Medien Hinweise, Tipps und Ratschläge, die Menschen in ihrem konkreten Alltag nützen.

Der „Nutzwertjournalismus“ hat in den vergangenen Jahrzehnten eine Vielzahl spezifischer Darstellungs- und Präsentationsformen angenommen. Seine Funktion im journalistischen Rollenkontext und seine Funktionalität aus Sicht der Rezipienten blieben jedoch bisher wissenschaftlich ungeklärt.

Unter Journalisten und Medienbeobachtern besteht weit verbreiteter Zweifel, was die Ernsthaftigkeit und die Bedeutung von Service-Themen und deren Umsetzung betrifft. Die existenziellen aber auch alltäglichen Nöte und Krisen der Menschen zum Thema zu machen und ihnen dabei Unterstützung anzubieten, ist jedoch seit jeher und bis heute eine der wesentlichen Funktionen des Journalismus in Europa. Der Journalismus berücksichtigt die Bedürfnisse des Publikums und erbringt hier mit dem Verbraucherschutz Leistungen, die für die gesamte Gesellschaft relevant sind.

Public Relations von Industrie und Handel gewinnen immer mehr an Einfluss. Vor diesem Hintergrund wird im neu erschienenen Buch Der Nutzwertjournalismus der Einfluss und die Bedeutung dieser Art der Berichterstattung für die Leser und die gesellschaftlichen Verständigungsprozesse untersucht. Analysiert werden das Rollenverständnis, die Rahmenbedingungen und die Funktionen des Nutzwertjournalismus. Darauf aufbauend wird ein integrativer Forschungsansatz entwickelt, mit dem die Absichten des Kommunikators, die Medieninhalte und die Nutzung und Wirkung bei den Rezipienten untersucht werden.

Das Buch erscheint in der Reihe des Instituts für praktische Journalismusforschung (IPJ).

AUTOREN / HERAUSGEBER

Andreas Eickelkamp

Andreas Eickelkamp ist freier Journalist und war bis Ende 2012 Dozent für Journalistik an der Freien Universität Berlin. Nach seinem Studium der Biologie in Berlin und Hamburg absolvierte er von 1995 bis 1997 ein Volontariat bei der Tageszeitung »Magdeburger Volksstimme«. Anschließend arbeitete er als Redakteur in München und Hamburg, unter anderem bei der Zeitschrift Computerbild. Von 2002 bis 2004 folgte an der Universität Leipzig ein Aufbaustudium der Kommunikations- und Medienwissenschaft. Danach schrieb er als freier Journalist und war ein Jahr ...