Warum die DDR-Journalistik zu früh beerdigt wurde

Pressemitteilung vom 14. Oktober 2020

Warum die DDR-Journalistik zu früh beerdigt wurde

In Das Erbe sind wir werden drei Geschichten erzählt: die Geschichte der Journalistenausbildung in der DDR, die Geschichte der Kommunikationswissenschaft in der westlichen Welt und die Geschichte des Autors, die eng mit den ersten beiden Geschichten verbunden ist.

Michael Meyen ist 1988 nach Leipzig gekommen, um Parteijournalist zu werden. Er hat erlebt, wie erst der Staat verschwand, in dem er aufgewachsen war, dann die Sektion Journalistik und schließlich auch jede Erinnerung an die Menschen, die dort gelehrt haben.

30 Jahre später zeigt sich: Die Vergangenheit weigert sich hartnäckig zu verschwinden. Sie lässt sich nicht unterdrücken, auch wenn der hegemoniale DDR-Diskurs die Protagonisten lange zum Schweigen gebracht oder auf Plätze verwiesen hat, wo sie niemand hören konnte. Die Sektion Journalistik steht dabei pars pro toto für den Umgang mit dem Erbe der DDR. Hier ist ein Paradigma entsorgt worden, das Forschung und Berufspraxis verbunden hat und heute helfen könnte, die Redaktionen aus der Umklammerung der Politik zu befreien oder von den Zwängen einer kommerziellen Medienlogik, für die Aufmerksamkeit alles ist und alles andere nichts.

Michael Meyen lässt in Das Erbe sind wir. Warum die DDR-Journalistik zu früh beerdigt wurde. Meine Geschichte Akten und Zeitzeugen sprechen und zeigt, wie die Gängelung durch die SED ein Journalismusideal füttern konnte, bei dem »umfassende demokratische Öffentlichkeit« im Zentrum steht.

AUTOREN / HERAUSGEBER

Michael Meyen

Michael Meyen, Prof. Dr., Jahrgang 1967, studierte an der Sektion Journalistik und hat dann in Leipzig alle akademischen Stationen durchlaufen: Diplom (1992), Promotion (1995), Habilitation (2001). Parallel arbeitete er als Journalist (MDR info, Leipziger Volkszeitung, Freie Presse). Seit 2002 ist Meyen Professor am Institut für Kommunikationswissenschaft und Medienforschung der LMU München. Seine Forschungsschwerpunkte sind Medienrealitäten, Kommunikations- und Fachgeschichte sowie Journalismus. Foto: Ekkehard Winkler ...