Von Bildern von Bewegung zu bewegten Bildern

Pressemitteilung vom 13. Mai 2014

Von Bildern von Bewegung zu bewegten Bildern

Den weiten Sprung hin vom statischen zum bewegten Bild analysieren fünf Bildtheoretiker, indem sie der Wechselwirkung von Narration, Serie und (proto-)filmischen Apparaten nachgehen.

Seit dem ›pictorial turn‹ werden Bilder zwar zunehmend interdisziplinär betrachtet, geblieben ist jedoch der Fokus auf das unbewegte Bild und dessen Abgrenzung von so dynamischen Erscheinungen wie Filmen oder Computerspielen. Dass die Bilder nicht plötzlich dynamisch wurden, dass es dazu vielmehr einer komplexen medialen Evolution bedurfte, findet dabei zumeist keine Berücksichtigung.

Die Neuerscheinung Auf dem Sprung zum bewegten Bild. Narration, Serie und (proto-)filmische Apparate spürt dieser wenig beachteten, facettenreichen Dynamisierung nach. Die Autoren aus Philosophie, Medien- und Literaturwissenschaft zeigen, dass nicht erst Apparate wie der Kinematograph, geschweige denn die heutigen multimodalen Dispositive wie Kino oder Fernsehen, die Bilder in Bewegung gesetzt haben, sondern bereits die ›philosophical toys‹ des 19. Jahrhunderts wie Lebensrad und Wundertrommel oder die noch viel ältere Laterna magica. Verbunden wird dies mit der Aufmerksamkeit für das Prinzip der Serie, die – ob im mittelalterlichen Altarbild, in der Chronofotografie oder im Filmstreifen – das Bild in Sequenzen zerlegt. Darüber hinaus wird schließlich die Narration und die ihr immanente Zeitlichkeit einbezogen, die die Rezipienten schon beim traditionellen Einzelbild zu imaginativer Animation veranlasst, im Comic nicht nur die Bilder in eine übergreifende Handlung überführt und auch jene Bildgrammatik stiftet, die aus dem rein technischen movie erst das uns geläufige, illusionistische Bewegungsbild macht.

AUTOREN / HERAUSGEBER

Lars Christian Grabbe

Lars Christian Grabbe, Dr. phil., Studium der Philosophie, Soziologie und Neue Deutsche Literaturwissenschaft und Medienwissenschaften an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel. Von 2005 bis 2011 Medienwissenschaftler am Institut für Therapie- und Gesundheitsforschung in Kiel. Seit 2010 Lehrbeauftragter für Theorie und Geschichte symbolischer Formen an der Muthesius Kunsthochschule in Kiel. 2011 Promotion an der Technischen Universität Chemnitz. Oktober 2011 bis März 2012 Freisemestervertretung von Prof. Dr. Norbert M. Schmitz am Fachbereich Ästhetik der Muthesius Kunsthochschule in Kiel. Arbeitet als Verlagsredakteur und Wissenschaftspublizist ...


Dimitri Liebsch

Dimitri Liebsch Education in philosophy, history, and German literature. Ph.D. in philosophy (Ruhr-University Bochum, 1999). Working experience as assistant professor, lecturer (in philosophy and social sciences), and journalist. Academic and professional interests: Aesthetics, theory of media, social theory, visual studies, philosophy of film. Publications: Die Geburt der ästhetischen Bildung aus dem Körper der antiken Plastik (2001), Philosophie des Films. Grundlagentexte (ed., 2005), articles on aesthetics, theory of perception, philosophy of film, Rudolf Arnheim, September 11. ...


Patrick Rupert-Kruse

Patrick Rupert-Kruse, Dr. phil., Studium der Neueren Deutschen Literatur- und Medienwissenschaften, Philosophie und Psychologie an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel. 2010 Dissertation zum Thema Imagination und Empathie. Lehrte und forschte an der CAU zu Kiel. Seit 2010 Lehrkraft für besondere Aufgaben am Fachbereich Medien, Institut für Immersive Medien, an der Fachhochschule Kiel. Habilitiert zur transmedialen Strukturierung medial-ästhetischer Erlebnisräume im Kontext aktueller Bild- und Medienentwicklungen. Leiter des Instituts für immersive Medien (ifim), stellvertretender Vorsitzender der Gesellschaft für interdisziplinäre Bildwissenschaft (GiB), Gründungsmitglied der ...