Posts tagged 'Gesellschaft' (Page 2 von 2)

19. April 2013

Todesopfer als Normalfall

Todesopfer als Normalfall

Zur gesellschaftlichen Bedeutung des Journalismus in Kriegszeiten Von Florian Zollmann Die klassische Maxime von John Stuart Mill, dass die „Freiheit der Presse“ eine Sicherung gegen „korrupte oder tyrannische“ Regierungen ist, hat auch heute nicht an Relevanz eingebüßt. So besteht die wohl wichtigste Funktion des Journalismus darin, politische Entscheidungen zu überprüfen. In gegenwärtigen demokratischen Gesellschaften ist der Handlungsspielraum der Bürger im Wesentlichen auf Wahlen beschränkt. Indem der Journalismus kritische Informationen bereitstellt, ermöglicht er den Bürgern die für politisches Handeln notwendige Meinungsbildung....

7. Oktober 2012

Alles, was Recht ist

Editorial Von Tobias Eberwein „Ich glaube, wir können Juristen in die Kategorie der Monster einreihen“, räsonierte einst der englische Lyriker John Keats – und es gibt wohl auch heute nicht wenige Menschen, die der Juristerei mit einem Grundgefühl des Unbehagens begegnen. Zu hermetisch erscheint häufig die Sprache des Rechts, zu undurchdringlich der Dschungel unterschiedlicher Paragraphen und Gesetzestexte. Dieses Unbehagen ist auch unter Medientreibenden weit verbreitet. Leider, denn eigentlich müssten gerade Journalisten ein gesteigertes Interesse an rechtlichen Zusammenhängen haben. Sie bilden – im Falle der Gerichtsberichterstattung – ein wichtiges...

Justizberichterstattung in Forschung und Lehre

Justizberichterstattung in Forschung und Lehre

Ein Überblick Von Udo Branahl Justiz ist ein Teil der Staatsgewalt. Deshalb liegt es nahe, die Funktionen, die den Medien zugeschrieben werden, auch auf die Berichterstattung über die Judikative anzuwenden. Dementsprechend sollte die Justizberichterstattung das Publikum idealiter über die Tätigkeit der Gerichte informieren, soweit diese für die öffentliche Meinungsbildung von Bedeutung ist oder die Rezipienten die Information benötigen, um ihr eigenes Verhalten auf die durch die Justiz bestimmte Rechtslage einzustellen (Ratgeberfunktion), Entscheidungen der Justiz und die Rahmenbedingungen, unter denen sie getroffen werden, öffentlich zur Diskussion...

4. Mai 2012

Stephan Eisel: Internet und Demokratie

Stephan Eisel: Internet und Demokratie

Rezensiert von Martin Emmer Potenzielle Leser dieses Buchs sollten sich von Anfang an im Klaren darüber sein, dass das zu Beginn formulierte Ziel dieses Buchs, einen “nüchterne(n) Blick auf die Chancen und Gefahren” (26) des Internets zu werfen, nicht einmal ansatzweise eingelöst wird. Das Buch sollte eher gelesen werden als ein exemplarisches Panorama der Ratlosigkeit und der Ängste großer Teile der etablierten politischen Klasse im Umgang mit der Digitalisierung unserer Gesell- schaft, insbesondere des konservativen Lagers – und als solches hat es durchaus Informationswert. Der Leser wird Zeuge wie der Autor – langjähriges Mitglied und Mitarbeiter von CDU, Konrad-Adenauer-Stiftung...

12. Mai 2011

Carsten Winter

Carsten Winter

Carsten Winter, Prof. Dr., Jg. 1966, studierte Angewandte Kulturwissenschaften an der Universität Lüneburg mit den Schwerpunkten Betriebswirtschaftslehre, Kommunikation und Medien. Er ist Universitätsprofessor für Medien- und Musikmanagement am Institut für Journalistik und Kommunikationsforschung der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover. Forschungsschwerpunkte: Medienentwicklung und Strategie, Medien- und Konvergenzmanagement und der Wandel von Wirtschaft, Kultur und Gesellschaft.

6. Mai 2011

Das Kino der Gesellschaft – die Gesellschaft des Kinos

Interdisziplinäre Positionen, Analysen und Zugänge

Das Kino der Gesellschaft – die Gesellschaft des Kinos

Die Durchdringung unseres Alltagslebens und unserer Fantasien mit Filmen führt zu der Frage, was Filme über die soziale Wirklichkeit aussagen können. Welche Einblicke in soziale, politische und kulturelle Strukturen und Prozesse können uns Kinofilme vermitteln? In welchem Verhältnis steht das Kino zur empirischen Sozialforschung? Filmanalyse sollte immer auch Gesellschaftsanalyse sein. Die ausschließliche Konzentration auf die Filmästhetik oder auf die Rezeption durch ein aller sozialen Bezüge entkleidetes Subjekt führen zu Verzerrungen und zur Ausblendung der gesellschaftlichen Wirklichkeit. Der vorliegende Band dokumentiert interdisziplinäre – genrehistorische, philosophische,...

29. März 2011

Verdrängung, Öffnung, Instrumentalisierung

Verdrängung, Öffnung, Instrumentalisierung

Was vom Umgang mit der NS-Vergangenheit über den Nachkriegsjournalismus zu lernen ist Von Horst Pöttker Keine andere Gesellschaft hatte einer so fürchterlichen eigenen Vergangenheit ins Auge zu blicken wie die deutsche nach dem Zweiten Weltkrieg. Wenn professioneller Journalismus die Selbstbeobachtung der Gesellschaft in Form von unabhängiger Fremdbeobachtung ist, wie Siegfried Weischenberg sagt, dann muss vom Umgang des deutschen Nachkriegsjournalismus mit der NS-Vergangenheit einiges zu lernen sein – sowohl über die Entwicklung der deutschen Nachkriegsgesellschaft als auch über die Professionalität ihres Journalismus. Wie sind die Journalisten der Bundesrepublik mit dem NS-Regime...

7. Oktober 2010

Lob der Fremdkontrolle

Lob der Fremdkontrolle

Zu einem Tabu des Diskurses über Medienkontrolle Von Horst Pöttker Im Selbstverständnis deutscher Medienräte nimmt das Wort Selbstkontrolle eine zentrale Stellung ein, während das Wort Fremdkontrolle in den einschlägigen Texten kaum vorkommt (vgl. Avenarius 2005; Desgranges/Wassink 2005; Nickel 2005). Dass das etwas Schlimmes sei, geht nur indirekt aus der Betonung des Selbst hervor. Weil sie unausgesprochen bleibt und deshalb kaum Widerspruch erregt, ist die Annahme, Fremdkontrolle sei etwas Verwerfliches, selbstverständlich geworden. Warum Aversionen gegen Fremdkontrolle? Dazu tragen auch Nebenbedeutungen des Ausdrucks fremd bei. So sehr kritische Sozialwissenschaft sich bemüht, auf...