Robert Schmidt / Volker Woltersdorff (Hrsg.)

Symbolische Gewalt

Herrschaftsanalyse nach Pierre Bourdieu

Theorie und Methode, Band 48

Symbolische Gewalt manifestiert sich als gewaltlose Gewalt. Sie operiert sanft und alltäglich und sichert die Anerkennung von Herrschaftsordnungen und damit auch die Verkennung ihrer Willkürlichkeit.

Wo kategorisiert und klassifiziert, wo zwischen Geschlechtern, Generationen, Klassen oder Ethnien geschieden wird, da wird Macht ausgeübt – Macht, die setzt, benennt, trennt oder zusammenführt. Macht, die beansprucht, legitime Repräsentation von Realität zu sein. Mann-Frau, Weiß-Schwarz, Zivilisiert-Unzivilisiert, Sakral-Profan – in solchen konkreten Manifestationen eines grundlegenden gesellschaftlichen Herrschaftsprozesses wird Legitimität monopolisiert. Die dabei Ausgegrenzten werden durch symbolische Gewalt dauerhaft ausgeschlossen.

Der Band etabliert Pierre Bourdieus Konzept der symbolischen Gewalt als entscheidendes Stichwort der aktuellen Kultur- und Gesellschaftsanalyse. Es werden Konfliktthemen zusammengeführt, die im Mittelpunkt des öffentlichen Interesses stehen: Prekarisierung und Hartz IV, Migration und Rassismus, Gefängnisse und Lager, Banlieues und Problemviertel, der Literaturbetrieb und die Sanktionsmacht des Feuilletons, Schule und soziale Exklusion nach PISA. Zugleich wird durch die Zentralstellung des Konzeptes »symbolische Gewalt« ein neuer Zugang zur kritischen Soziologie Pierre Bourdieus eröffnet, der diesen Begriff entwickelt hat.

STIMMEN ZUM BUCH

»Dies ist ein äußerst empfehlenswertes Buch, das in seiner Vielschichtigkeit und Themenfülle ungemein viele Denkanregungen bereithält. Die in Deutschland bislang eher vernachlässigte Bourdieusche Konzeption der symbolischen Gewalt bietet zahlreiche Möglichkeiten der Parallelisierung und Ergänzung zu Foucaults Machttheorien. Dass die Beiträge des Buches kontrovers mit dieser Frage umgehen, ist als Gewinn und Beispiel für die Differenziertheit der Positionen zu sehen.« (socialnet.de, 07.01.2010)

AUTOREN / HERAUSGEBER

Robert Schmidt

Robert Schmidt, Professor für prozessorientierte Soziologie an der KU Eichstätt-Ingolstadt. Promotion 2002 an der Freien Universität Berlin. Habilitation 2010 an der TU Darmstadt. Gastprofessuren am Institut für Höhere Studien Wien und der TU Darmstadt sowie Vertretungsprofessur für Qualitative Methoden der empirischen Sozialforschung am Institut für Soziologie der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg. Langjährige Mitarbeit am Sonderforschungsbereich 447 „Kulturen des Performativen“ an der Freien Universität Berlin. Arbeitsschwerpunkte: Soziologie der Praktiken, Qualitative und prozessorientierte Methodologien und Methoden, Ethnografie in den Sozialwissenschaften, Kulturanthropologie des Politischen, Affektivität des ...


Volker Woltersdorff

Volker Woltersdorff ist Literatur- und Kulturwissenschaftler. Er arbeitet am Sonderforschungsbereich 447 »Kulturen des Performativen« an der FU Berlin. ...


Symbolische Gewalt
  • 2008
  • 316 S., dt.
  • flexibler Einband, 220 x 145 mm
  • ISBN 978-3-7445-0118-7

  • 29,00 EUR
  • lieferbar
  • Lieferzeit: 1 Woche

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