Strategien der Einflussnahme – Der Fall des Leistungsschutzrechtes

Pressemitteilung vom 16. Mai 2012

Strategien der Einflussnahme – Der Fall des Leistungsschutzrechtes

Politik, Kultur, Soziales und Wirtschaft hängen davon ab, wie gut wir Medien als Ressourcen und als Produktionsmittel unserer Kommunikation weiterentwickeln können. Politische und rechtliche Rahmenbedingungen von Medienorganisationen sind nicht einfach Datenparameter – auf ihre Ausgestaltung nehmen Medienorganisationen vielmehr interessengeleitet Einfluss. In Zeiten medialer Transformationsprozesse wird diese ›Strategische Institutionalisierung‹ mit Blick auf Politik, Recht und Verwaltung zunehmend bedeutsamer. Die gesellschaftlichen Auseinandersetzungen um Urheber- und Leistungsschutzrechte, um kartellrechtliche Fragen oder um die Online-Aktivitäten des öffentlich-rechtlichen Rundfunks zeugen davon. Welche Strategien der Einflussnahme nutzen Medienorganisationen, um bestehende Wertschöpfungsstrukturen abzusichern und neue zu schaffen?

Der neu im Herbert von Halem Verlag erschienene Band Strategische Institutionalisierung durch Medienorganisationen von Christopher Buschow betrachtet diese Frage am Fall des Leistungsschutzrechtes für Presseverlage. Aus einer interdisziplinären Perspektive wird nachgezeichnet, wie Medienorganisationen eine Veränderung ihrer gesellschaftlichen Umwelt anstreben. Die aktuelle Debatte um ein Leistungsschutzrecht für Presseverlage und die strategische Einflussnahme werden mithilfe von Quellenarbeit und Feldforschung rekonstruiert und interpretativ nachvollzogen. Der Band will Wissenschaftlern, Studierenden und Public-Affairs-Praktikern helfen, nicht-marktliche Strategien von Medienorganisationen und ihren Erfolg zu verstehen.

Aus dem Vorwort von Dr. Carsten Winter: »Christopher Buschows Arbeit Strategische Institutionalisierung durch Medienorganisationen. Der Fall des Leistungsschutzrechtes eröffnet eine Forschungsperspektive auf diesen Umgang mit Medien als Ressourcen, der es wert ist, zentraler Forschungsgegenstand nicht nur von Medienmanagement zu werden. Seine Studie zeigt am Beispiel der Presseverlage […] eindrucksvoll, dass und warum Forschung zur Entwicklung von Medien die Einflussnahme der Medienmarktakteure auf ihre Rahmenbedingungen stärker als bisher zu berücksichtigen hat.«

AUTOREN / HERAUSGEBER

Christopher Buschow

Christopher Buschow, Jg. 1986, arbeitet als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Journalistik und Kommunikationsforschung der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover. Er studierte Medienmanagement in Hannover und Helsinki (Finnland) und war während des Studiums in der Strategie- und Innovationsberatung für Medienunternehmen tätig. Sein Forschungsinteresse gilt der Schnittstelle von Kommunikationswissenschaften und Organisationsforschung, um die Entwicklung von Medien besser verstehen und gestalten zu können. Im Jahr 2011 wurde er für seine wissenschaftlichen und ehrenamtlichen Leistungen mit dem Wissenschaftspreis des Landes Niedersachsen ...