Standardisierung und Flexibilisierung kommunikationswissenschaftlicher Verfahren

Pressemitteilung vom 6. Juni 2013

Standardisierung und Flexibilisierung kommunikationswissenschaftlicher Verfahren

Ein Band, der sich dezidiert und ausschließlich dem Spannungsverhältnis von Standardisierung und Flexibilisierung in den Wissenschaften widmet, und zwar über verschiedene Themen und Methoden hinweg, war lange überfällig. In einem neuen Sammelband werden Reflexionen, thematische Ansichten und gelungene Anwendungsbeispiele zum Thema vereint und deren Vor- und Nachteile in verschiedenen Stufen des Forschungsprozesses diskutiert.

Standardisierung bedeutet, Verfahrensweisen zu vereinheitlichen. Durch die Einhaltung anerkannter Regeln in der theoretischen Anlage, der Datengewinnung und Auswertung sowie der Ergebnisdarstellung kann der wissenschaftliche Forschungsprozess vereinfacht und beschleunigt werden. Die Anpassung an geprüfte und für gut befundene Standards kann die Qualität der Forschung sichern und Ergebnisse verschiedener Analysen vergleichbar machen. Eine unreflektiert an bestehende Vorgaben angepasste Forschung läuft aber Gefahr, einer unangemessenen Homogenisierung Vorschub zu leisten, die Erkenntnisse jenseits der bekannten Pfade übersieht. Innovative Befunde lassen sich möglicherweise besser mittels flexibler Verfahren gewinnen. Eine Reflexion über die angemessene Vorgehensweise und das jeweils sinnvolle Maß an Standardisierung und/oder Flexibilisierung sowie über die Qualität der Standards, die man setzt, ist deshalb unabdingbar.

Die Neuerscheinung Standardisierung und Flexibilisierung als Herausforderungen der kommunikations- und publizistikwissenschaftlichen Forschung, herausgegeben von Teresa K. Naab, Daniela Schlütz, Wiebke Möhring und Jörg Matthes, versammelt sowohl theoretisch-methodologische Beiträge, die sich grundsätzlich mit Ansätzen der Standardisierung und Flexibilisierung beschäftigen, als auch solche, die eine methodische Abwägung im Rahmen konkreter kommunikationswissenschaftlicher Untersuchungsanlagen vornehmen.

Standardisierung und Flexibilisierung erscheint in der Reihe Methoden und Forschungslogik der Kommunikationswissenschaft, herausgegeben von Prof. Dr. Werner Wirth, im Herbert von Halem Verlag.

AUTOREN / HERAUSGEBER

Teresa K. Naab

Dr. Teresa K. Naab hat an der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover als wissenschaftliche Mitarbeiterin gearbeitet und dort 2012 mit einer Arbeit zu Gewohnheiten und Ritualen der Fernsehnutzung promoviert. Seit 2013 arbeitet sie als Akademische Rätin a. Z. am Institut für Medien, Wissen und Kommunikation der Universität Augsburg. Ihre Forschungsschwerpunkte umfassen Mediennutzung, digitale Kommunikation, Meinungs- und Medienfreiheit und empirische Methoden der Sozialforschung. ...


Daniela Schlütz

Daniela Schlütz, Dr. phil., Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Journalistik und Kommunikationsforschung (IJK) der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover (HMTMH). Geboren 1968 in Bremen. 1988-1991: Ausbildung zur Werbekauffrau bei der Werbeagentur Grey, Düsseldorf, mit anschließender Tätigkeit in der Strategischen Planung. 1991-1996: Studium "Medienmanagement (Angewandte Medienwissenschaft)" am Institut für Journalistik und Kommunikationsforschung (IJK), Hannover. 1996-1997: Studium "MSc Media and Communications" an der London School of Economics and Political Science. 1998-2000: Projektmitarbeiterin im DFG-Projekt "Tempo-Rhythmus-Kontrast" an der Universität Osnabrück. 1999-2004 wissenschaftliche ...


Wiebke Möhring

Wiebke Möhring, geb. 1970. Seit 2009 Professorin für Öffentliche Kommunikation an der Hochschule Hannover. Forschungsschwerpunkte: Methoden der empirischen Sozialforschung und ihre Anwendung, Öffentliche Kommunikation und Lokalkommunikation. ...


Jörg Matthes

Jörg Matthes, Prof. Dr., geb. 1977, ist seit Oktober 2011 Professor für Werbeforschung an der Universität Wien. Studium der Psychologie sowie der Medienwissenschaft, Philosophie und Interkulturellen Wirtschaftskommunikation an der Friedrich-Schiller-Universität (FSU) Jena. 2002-2003 wissenschaftlicher Mitarbeiter an der FSU Jena; 2003-2009 wissenschaftlicher Assistent und Post-Doc am Institut für Publizistikwissenschaft und Medienforschung der Universität Zürich (IPMZ). Forschungsaufenthalte an der Ohio State University und der George Washington University; 2009-2011 Assistenzprofessor an der Universität Zürich. Sprecher der Fachgruppe Methoden in der SGKM (2005-2010) und ...