Reportagen schreiben heute

Pressemitteilung vom 1. September 2020

Reportagen schreiben heute

Wie funktioniert journalistisches Erzählen im Internet-Zeitalter? Wie verändert der Medienwandel die Reportage? Und wie können sich subjektive Erzählformen gegen den Trend zu oberflächlichen Berichtsformen behaupten? Michael Haller zeigt, wie die literarische Tiefenschärfe für die journalistische Königsdisziplin zurückgewonnen und zu neuer Geltung gebracht werden kann.

Im ersten Teil von Die Reportage lässt Haller die Geschichte der Reportage lebendig werden und vermittelt die Grundlagen des journalistischen Erzählens: Neugier, Erlebnishunger, Recherchierlust, Sprachkraft und Erzählkunst. Die Rekonstruktion der Geschichte der großen Erzähler zeigt: Nicht nur objektive Fakten, auch subjektive Empfindungen zeichnen gute Reportagen aus. Gegen den Trend zum konformen Storytelling werden die unterschiedlichen Erzählformen vorgestellt, ihre besondere Eignung beschrieben und anhand von Texten verdeutlicht: vom Feature über die Magazingeschichte und den Report bis zur Multimedia-Story.
Der zweite Teil führt in die Praxis des journalistischen Erzählens ein und erläutert anhand zahlreicher Beispiele Schritt für Schritt, wie gelungene Reportagen und Erzählstücke entstehen: von der Themenfindung über die Materialbeschaffung, den Augenschein und die Vor-Ort-Recherchen bis zum Schreiben, Polieren und Redigieren des Textes.

Michael Haller hat diesen Klassiker der Journalistenausbildung für die 7. Auflage grundlegend überarbeitet. Er diskutiert Fehlentwicklungen und beschreibt Umstände, die – wie im Fall von Claas Relotius – zu Missbrauch und Lügengeschichten führen. Zugleich nennt er die Bedingungen, die sachgenaue, sprachlich herausragende Geschichten ermöglichen. Ziel dieser Neuauflage ist keine Rückkehr in analoge Zeiten und ihre Erzählformen, sondern eine Erweiterung der aktuellen journalistischen Praxis, die mit unterhaltsamen Mitteln und themengerechten Formen Orientierung geben soll.

AUTOREN / HERAUSGEBER

Michael Haller

Michael Haller, Prof. Dr. phil. (geb. 1945), war während 25 Jahren als Journalist in leitender Funktion in verschiedenen Medien des deutschen Sprachraums tätig. Von 1993 bis zu seiner Emeritierung 2010 hatte er den Lehrstuhl für Journalistik an der Universität Leipzig inne. Er ist seither als wissenschaftlicher Direktor des Europäischen Instituts für Journalismus- und Kommunikationsforschung in Leipzig tätig. Haller hat zahlreiche wissenschaftliche Publikationen und einschlägige Standardwerke zum Journalismus verfasst. ...