Daniel Pfurtscheller

Reizende Vorschau. Thumbnail-Bilder als Teil multimodaler Verweisbausteine und kontaktorientierter Medienlogik zwischen Teasing und Clickbaiting

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Thumbnails sind Miniaturansichten, die in digitalen Medien als Navigationsbilder genutzt werden können, um Beiträge anzukündigen und Neugier zu wecken. Dieser Beitrag diskutiert die Verwendung von Thumbnail-Bildern im Rahmen multimodaler Verweisbausteine und erörtert Teasing- und Clickbaiting-Aktivitäten im Zusammenhang mit der kontaktorientierten Medienlogik von Social-Media-Plattformen. Der nachrichtenbezogene YouTube-Kanal von LeFloid dient als Fallbeispiel. Die Thumbnail-Bilder werden mit visuellen Methoden exploriert und die Anschlusskommunikation hinsichtlich Angemessenheitskriterien und ethisch-moralischer Bewertungsmaßstäbe ausgewertet. Die exemplarische Analyse zeigt, dass Thumbnails mit schockierendem und effekthaschendem Potenzial genutzt werden, um Aufmerksamkeit zu erregen und neugierig zu machen. Die Miniaturansichten erlauben es, Inhalte wie Nacktheit und Gewalt anzudeuten, die laut YouTube-Richtlinien nicht gezeigt werden dürfen. In den Videokommentaren wird der Vorwurf von Clickbaiting mit der Verwendung bestimmter effektheischender Bildmotive und Gestaltungsmuster begründet und auch im Zusammenhang mit den Affordanzen der Plattform diskutiert. Aus Sicht der Nutzerinnen und Nutzer wird vor allem ein enger thematischer Zusammenhang zwischen Video und den Teaser-Elementen Thumbnail und Titel eingefordert, bewusste Täuschung und Irreführung wird als (unmoralisches) Clickbaiting abgelehnt.

[Fetching preview. Thumbnail images as part of multimodal reference building blocks and a context-oriented media logic between teasing and click baiting]

Thumbnails are small images that can be used in digital media to link to articles, announce topics and arouse curiosity. The paper discusses the use of thumbnail images in teaser blocks on social media and examines teasing and click baiting activities related to the contact-oriented media logic of YouTube. A popular news-related German video blog serves as a case study. The thumbnail images are explored using visual methods, and selected video comments are evaluated for appropriateness criteria and ethical-moral standards. The research shows that thumbnails exploit the shocking and eye-catching potential of images to grab attention and arouse curiosity. As miniature images, the thumbnails allow circumventing content moderation rules by insinuating nudity and violence. In the video comments, user relate click baiting with the use of certain effect-seeking image motifs and problematic design patterns that build upon the affordances of the platform. From the users’ point of view, a close thematic connection between the video and the teaser elements thumbnail and title is demanded, deliberate deception and misleading are rejected as (immoral) click baiting.