PR-Theorie trifft Neuere Systemtheorie

Pressemitteilung vom 3. Mai 2016

PR-Theorie trifft Neuere Systemtheorie

Public Relations sind aus der Kommunikation von Organisationen, gleich welcher Art, nicht mehr wegzudenken. Kein Wunder also, dass sich in der Forschung das Feld der PR-Theorie herausgebildet hat, das sich speziell diesem Bereich der Organisationskommunikation widmet. Der Anschluss der PR-Theorie an Gesellschaftstheorien sei allerdings noch ausbaufähig, sagt der Kommunikationsforscher Joachim Preusse. Zu diesem Ausbau will er mit seiner Studie einen Beitrag leisten.

Mit Bausteine systemtheoretischer PR-Theorie. Eine Erkundungsstudie – dem zweiten Band der Reihe Organisationskommunikation – soll die PR-Theorie stärker an soziologische Gesellschaftstheorie angeschlossen werden. Um dieses Ziel zu erreichen, greift Preusse auf die Neuere Systemtheorie, eine von dem deutschen Soziologen Niklas Luhmann geprägte Gesellschaftstheorie, zurück. Er formuliert sechs PR-theoretische Fragestellungen, die er unter Bezugnahme auf die Neuere Systemtheorie beantwortet. Aus der Beantwortung dieser Fragestellungen entwickelt er sechs ›Theoriebausteine‹, die der Studie ihren Titel geben: Die Herleitung desjenigen Grundproblems von Organisationen, aufgrund dessen sie PR betreiben („Gründe für PR“), eine Skizze des Beitrags der PR zum Reproduktionsprozess von Organisationen („Entscheidungen der PR“), eine Darstellung der Bezugsgrößen, auf die sich PR-Entscheidungen in einer idealtypisierten Perspektive beziehen („Bezugsrahmen für Steuerungsentscheidungen“), eine Beschreibung der Einflussnahmeversuche von PR auf das Organisationsumfeld („Umweltsteuerung der PR“), die Darstellung potentieller Beiträge der PR zum Management von Organisationen sowie einen neuartigen Vorschlag zur Fassung des Verhältnisses von PR und Gesellschaft.

Durch die der Studie vorangestellte klare Ausformulierung von Zielsetzung und Methode sowie zahlreiche übersichtliche Tabellen und Abbildungen, bleiben die Ausführungen Preusses für den Leser jederzeit transparent. Die Studie verdeutlicht, dass die Systemtheorie auch jenseits der traditionellen Frage nach der Plausibilität eines gesellschaftlichen Funktionssystems Public Relations bedeutsame Einsichten für die PR-Forschung bereithält. Im Fazit liefert der Autor zudem Anregungen für zukünftige Forschungen zum Thema.

AUTOREN / HERAUSGEBER

Joachim Preusse

Joachim Preusse; Studium der Fächer Kommunikationswissenschaft, Wirtschaftspolitik und Öffentliches Recht an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster; von 2007 bis 2012 Wissenschaftliche Hilfskraft und Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Kommunikationswissenschaft der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster; seit 2013 Referent für Hochschulplanung an der Fernuniversität Hagen sowie Lehrbeauftragter für Organisationskommunikation an verschiedenen Hochschulen; Forschungs- und Interessensschwerpunkte: PR-Theorie, organisationssoziologische Perspektiven auf Organisationskommunikation, interne und externe Hochschulkommunikation, Theorie und Empirie der Medialisierung ...