Orbitale Irritationen. Kunst im öffentlichen Raum und der digitale Globus

Kölner Mediengespräch am 4. September 2018

Orbitale Irritationen. Kunst im öffentlichen Raum und der digitale Globus

Im Juli 2006 begann Google, die Welt von oben zu fotografieren und zu kartografieren, um einen virtuellen Globus zu kreieren – heute bekannt als Google Earth. REMOTEWORDS wurde im darauffolgenden Jahr als virtuelle Gegenreaktion hierzu gegründet. Man wollte den ungefragten Beobachtungen von Google etwas ebenfalls Ungefragtes entgegensetzen.

Am 24. April 2008 beschrifteten Achim Mohné und Uta Kopp das erste Dach für ihr Langzeitprojekt REMOTEWORDS auf dem Fuhrwerkswaage Kunstraum in Köln. Die dafür in Zusammenarbeit mit Kurator Jochen Heufelder entwickelte Botschaft IN ART WE TRUST ist seitdem aus der Luft zu lesen. Nur kurze Zeit später aktualisierte der Satellitennavigationsgigant Google Earth seine Bilddaten für  die GPS Koordinaten 50°51’50.6″N 7°00’15.3″E und die analog nach oben gesandte Botschaft schrieb sich für immer in die digitale Oberfläche des virtuellen Globus ein. Dieser ersten Botschaft folgten viele weitere auf der ganzen Welt, die immer in Zusammenarbeit mit Kuratoren und Schriftstellern für einen jeweiligen Ort entwickelt wurden. REMOTEWORDS ‚hackte‘ diesen und andere virtuelle Globen mit Klaus Staecks Botschaft OFF LIMITS FOR GOOGLE, das Kunstimuuseum in Tallin mit CLICK HERE > oder gar in Zusammenarbeit mit Peter Weibel den gesamten realen Erdball über fünf Kontinente gestreckt mit ONE EARTH UNITES MANY WORLDS.

Anlässlich des 10. Jahrestages des Projektes ist die umfassende Publikation Orbitale Irritationen erschienen, die essayistische Aufsätze von Autoren versammelt, die mit REMOTEWORDS zusammengearbeitet haben, das Projekt unterstützten, inspirierten und erweiterten. Die eigens für das Buch verfassten Texte von namhaften Autoren und Wissenschaftlern wie Siegfried Zielinski, Hans Ulrich Reck oder Sabine Fabo befassen sich mit Themen von Digitalität und Kunst, die sich aus dem Inhaltsspektrum von REMOTEWORDS ergeben.

Achim Mohné und Uta Kopp werden ihr Projekt am 5. September um 19 Uhr bei den Kölner Mediengesprächen vorstellen und den Blick ihrer Gäste auf die Schnittstelle von Fotografie, Kunst, Literatur, Internetkultur und mobiler Navigations- und Kommunikationstechnologie richten.

REMOTEWORDS
Orbitale Irritationen. Kunst im öffentlichen Raum und der digitale Globus
am 4. September 2018 um 19 Uhr
im Herbert von Halem Verlag, Schanzenstr. 22, 51063 Köln
Einlass ab 18:30 Uhr. Da die Zahl der Sitzplätze begrenzt ist, bitten wir um Anmeldung per E-Mail an karina.selin@halem-verlag.de oder unter der Nummer +49 221 92 58 29 0. Der Eintritt ist frei.

VORTRAGENDE / DISKUTANTEN

REMOTEWORDS

REMOTEWORDS wurde 2007 in Köln von Achim Mohné und Uta Kopp (Foto) als interdisziplinäres Projekt zwischen Kunst, Literatur, Design, Internetkultur und Navigationstechnologie gegründet. Als künstlerisches Langzeitprojekt verbreitet REMOTEWORDS Nachrichten, die in Zusammenarbeit mit Autoren und Institutionen entwickelt werden und durch virtuelle Globen wie Google Earth oder Apple Maps weltweit einsehbar sind. Seit 2008 wurden auf 35 Gebäuden Botschaften installiert. Dazu gehören unter anderem die UdK Berlin (Autor Prof. Dr. Siegfried Zielinski), die AdK Berlin (Autor Klaus Staeck), das H3K in Basel (Autor Prof. Dr. Hans Ulrich Reck), das KUMU Art Museum in Tallinn, Arts on Main Johannesburg oder die Universität São Paulo. Zuletzt realisierte REMOTEWORDS anlässlich der GLOBALE im ZKM Karlsruhe einen fortlaufenden Satz mit Peter Weibel, der fünf Wörter auf fünf Kontinenten platzierte. www.remotewords.net Achim Mohné studierte Fotografie an der Universität Essen und postgradual Medienkunst an der Kunsthochschule für Medien Köln. Seit 1998 arbeite er als freischaffender Künstler im Bereich neuer Medien. Zahlreiche Ausstellungen, Aktionen und Projekte im Bereich Videoinstallation, öffentliche Intervention, Computerbasierte Kommunikation, Überwachungstechnolgie und Sound. Unter anderen Stipendien der Villa Aurora, Kunststiftung NRW, Center for Land Use Interpretation, Los Angeles. Lehraufträge u. a. an der Akademie Münster, der Folkwang Universität der Künste Essen und der Indiana University Bloomington. Seit 2013 lehrt er Fotografie und Neue Medien an der Eidgenössisch Technischen Hochschule in Zürich (ETH). Uta Kopp studierte Kommunikationsdesign an der Fachhochschule Mainz und postgradual Mediengestaltung an der Kunsthochschule für Medien Köln. Sie arbeitet als selbständige Grafikdesignerin mit dem Schwerpunkt strategische Designberatung von Print- und Digitalmedien. Sie erhielt internationale Designpreise u.a. von Art Directors Club in New York, red dot design award, Essen; New Media Invision Award, San Francisco; EVA Innovations Award, Berlin; Eyes & Ears of Europe award, Köln; Promax-BDA award, Santa Monica, Designpreis Brandenburg. Lehraufträge u. a. an der Bergische Universität Wuppertal, FB Kunst und Design. Seit 2017 lehrt Sie als Gastprofessorin Typografie und Buchgestaltung an der Kunstakademie Münster. ...