Online-Diskurse

Pressemitteilung vom 22. Mai 2014

Online-Diskurse

In Band 10 der Reihe Neue Schriften zur Online-Forschung werden Theorien und Methoden der transmedialen Online-Diskursforschung diskutiert.

Wir benutzen digitale und vernetzte Medien routinemäßig zur Information, Kommunikation und Interaktion, knüpfen durch sie Kontakte und nutzen deren Infrastruktur für Bildung, Beruf und Freizeit. Diese Medien beeinflussen den Ablauf von Aktivitäten sowie die Gestaltung gesellschaftlicher Verhältnisse und sozialer Beziehungen. Die zunehmende Mediatisierung der Alltagswelt bringt Kommunikationspraktiken mit sich, die nunmehr als vernetzte, transmediale und multimodale Äußerungsformen unsere soziale und mediale Realität und das Wissen darüber strukturieren. Dieses mediale Handeln wird unter dem Begriff ›Online-Diskurse‹ zusammengefasst und analysiert. Neben der Konturierung des Begriffs bestimmen Fragen nach den Organisationsformen und Bedingungen von internet-medialen Aussageereignissen das Profil dieses Bandes.

Wie formen und ändern sich die Wissensordnungen einer Gesellschaft, in der digitale vernetzte Medien zum Alltag gehören? Auf welche Weise, mit welchen Mitteln und mit welchen Konsequenzen werden Diskurse in transmedialen Netzwerken hervorgebracht? Wie ist die internetbasierte Kommunikation über öffentliche Themen mit der massenmedialen Berichterstattung verschränkt? Inwiefern ist diese als multimodales Zeichenhandeln semiotisch zu bestimmen? Und wie verhält sich interpersonales Kommunizieren zur publizistischen Tätigkeit kollektiver Diskursakteure?

Die im Band Online-Diskurse. Theorien und Methoden transmedialer Online-Diskursforschung versammelten interdisziplinären Beiträge aus Kommunikationswissenschaft, Linguistik und Soziologie beschäftigen sich mit Online-Diskursen als diskursive Praktiken und diskursive Strukturen, die in Ensembles von Medien realisiert und dokumentiert werden. Er bietet einen Überblick über konzeptuelle Fragen der Konstitution von Öffentlichkeiten, des Zusammenspiels multimodaler Kommunikationsformen sowie der Verbindung kollektiven und individuellen Diskurshandelns. Zugleich werden methodologische und methodische Schlüsse für eine Diskursforschung gezogen, die sich konsequent mit den Bedingungen der online-medialen- und zeichenvermittelten Konstitution gesellschaftlicher Wirklichkeit beschäftigt. Ihre praktische Umsetzung demonstrieren empirische Fallstudien.

Das Buch wird herausgegeben von Claudia Fraas, Stefan Meier und Christian Pentzold und erscheint im Herbert von Halem Verlag. Es richtet sich an ein sozial-, sprach- und kulturwissenschaftliches Publikum, das den Diskussionsstand der Theorien und Methoden der Online-Diskursforschung überschauen will, sowie an Studierende und Forschende, die für ihre Arbeit theoretische und empirische Orientierung suchen.

AUTOREN / HERAUSGEBER

Claudia Fraas

Claudia Fraas ist Professorin für Medienkommunikation am Institut für Medienforschung der Technischen Universität Chemnitz. Ihre aktuellen Forschungsschwerpunkte liegen in den Bereichen Online-Kommunikation, qualitative Methoden der Online-Forschung, Online-Diskursanalyse und Frame-Analyse. ...


Stefan Meier

Stefan Meier ist Professor für Medienwissenchaft an der Universität Koblenz/Landau. Zuvor war er Privatdozent am Institut für Medienwissenschaft an der Universität Tübingen und vertrat die Professur Visuelle Kommunikation an der TU Chemnitz. Er war wissenschaftlicher Mitarbeiter und Ko-Leiter des DFG-Projektes ›Methodeninstrumentarium zur Bestimmung von Online-Diskursen‹ am Institut für Medienforschung der TU Chemnitz. Arbeitsschwerpunkte: Online-Forschung, Visual Culture, Mediensemiotik, Popkultur, qualitative Sozial-, Mediennutzungs- und Designforschung. ...


Christian Pentzold

Christian Pentzold ist seit 2020 Professor für Medien- und Kommunikationswissenschaft an der Universität Leipzig. Davor war er Professor für Kommunikations- und Medienwissenschaft an der TU Chemnitz und 2016 bis 2019 Juniorprofessor für Kommunikations- und Medienwissenschaft mit dem Schwerpunkt Mediengesellschaft am Zentrum für Medien-, Kommunikations- und Informationsforschung der Universität Bremen. Forschungsschwerpunkte: Internet-basierte Kommunikation und Kooperation, Digitale Medientechnologien, Öffentliche Diskurse und Datafizierung, Mensch-Roboter-Kommunikation, Qualitative und computerunterstützte Methoden der Medienanalyse und Kommunikationsforschung, Mediale Praxis und Alltagskultur, Mediale Erinnerung und Zeitregime. ...