Medienkritik – Ideologisierung oder Aufklärung?

Pressemitteilung vom 15. September 2020

Medienkritik – Ideologisierung oder Aufklärung?

War die Medienkritik lange ein Betätigungsfeld für Journalisten und Intellektuelle, ist sie heute zu einer Art “Breitensport” geworden, an dem sich alle mit Internetzugang auf einer Vielzahl von Kanälen beteiligen können. Wie sich das Feld unter diesen neuartigen Bedingungen verändert hat, wird im Sammelband “Medienkritik. Zwischen ideologischer Instrumentalisierung und kritischer Aufklärung” analysiert.



Nicht erst seitdem Begriffe wie “Fake News”, “alternative Fakten” oder “Post-Truth” immer öfter die Runde machen, ist Medienkritik zu einem wesentlichen Bestandteil des öffentlichen Diskurses geworden. Längst findet sie nicht nur in Fachpublikationen oder in den Formaten der klassischen Massenmedien statt, sondern zunehmend auch in einer Vielzahl an Watchblogs, Fact-Checking-Portalen, Social-Media-Plattformen und diversen Satiresendungen des Fernsehens – oftmals unter Beteiligung von Laien, mit Hilfe von Crowdsourcing-Maßnahmen und digitaler Kollaboration bis hin zum Shitstorm.

Um dem veränderten und digital ausdifferenzierten Mediensystem gerecht zu werden, geht der Sammelband Medienkritik. Zwischen ideologischer Instrumentalisierung und kritischer Aufklärung diesen Phänomenen nach und untersucht die veränderten Rahmenbedingungen aktueller Medienkritik. Dabei entwerfen die Beiträge im ersten Teil des Bandes die theoretischen Grundlagen einer reflektierenden Medienkritik, weitere Teile des Bandes versammeln Beiträge zur Journalismuskritik, zum kritischen Publikum oder zur wissenschaftlichen Medienkritik. Der Band präsentiert außerdem medienkritische Fallstudien zur Wissenschafts- und Politikberichterstattung und reflektiert am Beispiel sexistischer, fremdenfeindlicher und populistischer Berichterstattung den Zusammenhang von Medien- und Ideologiekritik. So schafft der Band einerseits Grundlagen für eine reflektierte Medienkritik und ordnet andererseits die Vielfalt der Erscheinungsformen.

AUTOREN / HERAUSGEBER

Hans-Jürgen Bucher

Hans-Jürgen Bucher, Jg.1953, Univ. Professor für Medienwissenschaft an der Universität Trier, seit 1.4.2019 emeritiert. Studium der Germanistik und Sportwissenschaft an der Universität Tübingen. Promotion 1986 zum Thema Pressekommunikation aus linguistischer Sicht. Zeitungs- und Radiojournalist sowie Tätigkeit in der Journalistenausbildung. Nach Lehr- und Forschungstätigkeiten an den Universitäten Tübingen, Augsburg und Leipzig ab 1997 Professor für Medienwissenschaft an der Universität Trier. 2007 Mitbegründung der DGPuK-Fachgruppe „Mediensprache – Mediendiskurse“ und Fachgruppensprecher. Forschungsschwerpunkte sind: Empirische Rezeptionsforschung (inkl. Eyetracking), Multimodalitätsforschung, Qualitative Medienanalyse, Wissenschaftskommunikation, Internet- und Journalismusforschung, ...


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