Medien in Medien

Pressemitteilung vom 27. Juli 2016

Medien in Medien

Filmwissenschaft: Die Neuerscheinung Film. Bild. Wirklichkeit untersucht die historische Entwicklung medialer Selbstreflexion und ihre postmodernen Ausprägungen im Film.

Im von Thomas Metten und Michael Meyer herausgegebenen Sammelband Film. Bild. Wirklichkeit. Reflexion von Film – Reflexion im Film wird Reflexion in der Einleitung als »Form des Nachdenkens«, in der Film selbstreferenziell auf sich als Medium Bezug nimmt, definiert: Der Film macht dem Zuschauer bewusst, dass er einen Film sieht. So entsteht ein Spannungsverhältnis zwischen der illusorischen Wirklichkeit innerhalb und der tatsächlichen Wirklichkeit außerhalb des Films. Dieses Spannungsverhältnis kann auf verschiedenen Ebenen des Films entstehen und unterschiedliche Funktionen erfüllen.

Die Autoren des Bandes verfolgen zwei zentrale Anliegen: Zum einen analysieren sie systematisch und vergleichend die historische Entwicklung des Phänomens der medialen Selbstreflexion in einem großen Überblick – von der frühen Moderne in Kunst und Literatur bis hin zu aktuellen Filmtheorien der Postmoderne. Zum anderen diskutieren sie aus semiotischer, phänomenologischer, narratologischer oder medienwissenschaftlicher Perspektive Reflexion im Film anhand von Beispielen aus drei Hauptgattungen des Films: Spiel-, Dokumentar- und Animationsfilm. Dazu werden neben klassischen Filmtheoretikern wie Kracauer und Deleuze auch Genrekonzepte wie der ethnografische Film, der wissenschaftliche Film, Mockumentaries, der (interaktive) dokumentarische Film, Found Footage-Musikvideos oder Bollywood-Filme diskutiert. Exemplarisch werden einzelne Werke einer genaueren Analyse unterzogen, beispielsweise Ang Lee’s Lust, Caution als ästhetische Erfahrung, Inception als Bewusstseinsfilm, Despicable Me und Frankenweenie als selbstreflexive Animationen, Shooting the Past, Adaptation, Almereydas Hamlet, American Splendor und Waltz with Bashir als intermediale Selbstreflexionen.

Beiträger dieses Bandes

Andreas Ackermann, Andreas Böhn, Jens Bonnemann, Sebastian Domsch, Rüdiger Heinze, Martin Holtz, Christoph Houswitschka, Lisa Hrubesch, Oliver Jahraus, Lucia Krämer, Angela Krewani, Thomas Metten, Frank Thomas Meyer, Michael Meyer, Stefan Neuhaus, Andreas Rauscher und Timo Rouget.

AUTOREN / HERAUSGEBER

Thomas Metten

Thomas Metten, Dr., M.A., geb. 1977, Studium der Germanistik, Philosophie und Kunstwissenschaft. 2009 Promotion mit einer Arbeit zur „Wissensvermittlung als ästhetische Erfahrung“. Seither Akademischer Rat am Institut für Germanistik und am Institut für Kulturwissenschaft der Universität Koblenz-Landau. Arbeitsschwerpunkte: Kulturwissenschaftliche Linguistik, Sprach- und Medientheorie (insb. Poststrukturalismus), Ethnographie als kulturwissenschaftliche Methode. Mitglied des Vorstandes der Kulturwissenschaftlichen Gesellschaft (KWG). ...


Michael Meyer

Michael Meyer, Prof. Dr. phil. habil., Jg. 1958, Studium der Germanistik, Anglistik und Amerikanistik an den Universitäten in Mannheim, Freiburg und an der University of Iowa. Lehraufträge für anglophone Literaturen an den Universitäten in Bamberg (1989-1999, 2001), Regensburg (1998), Bayreuth (1999-2000) und Koblenz-Landau (seit 2002). Arbeiten über neoklassizistische, romantische, viktorianische und postkoloniale Literaturen und Kulturen, insbesondere unter medialen, interkulturellen und geschlechterspezifischen Fragestellungen. Forschungsschwerpunkte: Panorama und die Medialisierung von Identität, zeitgenössische Kurzgeschichten sowie die Kultur der Glaubwürdigkeit und des Vertrauens. ...