Kritik der Kreativität – Untersuchungen eines besonderen Phänomens

Pressemitteilung vom 11. April 2019

Kritik der Kreativität – Untersuchungen eines besonderen Phänomens

In “Kritik der Kreativität” geht Professor Hans Ulrich Reck, Autor und Rektor der Kunsthochschule für Medien Köln, den Paradoxien und Widersprüchen der Kreativität nach, einem Phänomen, dem seit langer Zeit in Kultur und Gesellschaft nahezu hemmungslose Verehrung entgegengebracht wird.

Kreativität – eine unerschöpfliche Ressource für alle und jeden, jederzeit und bedingungslos abrufbar? Nein. Schöpferische Prozesse sind immer auch solche der Verausgabung und Verschwendung, Erschöpfung und sogar Zerstörung. Wir leben in einer Epoche, die allem, was ‘Kreativität’ behaupten oder auch nur suggerieren kann, blind huldigt. Solche hemmungslose Verehrung verstellt den Blick auf Wesentliches: Kreativität ist ein seltenes Vermögen innovativer und komplexer Transformation.

Kritik der Kreativität skizziert trans- wie intrakulturelle Verzweigungen und eruiert Hintergründe von poetischen und theoretischen Ausdrucksformen. Konzeptuelle Formulierungen und Modelle aus verschiedenen Bereichen werden in unterschiedlichsten Hinsichten betrachtet.

Es kommen europäische und außereuropäische Traditionen und Konzeptionen, archaische wie moderne, künstlerische und außerkünstlerische Motive zur Sprache. Besondere Bedeutung für ein methodisches Verstehen von Kunst und ästhetischer Kreativität generell haben darin sowohl das Verhältnis von Künsten und Wissenschaften als auch von Spiel und Experiment. Ebenso relevant sind die Theorien der Fantasie und die Geschichte der europäischen Künstlerausbildung sowie die differenten Konzeptionen des Schöpferischen, wie sie zum Beispiel die Aborigines oder die chinesische Zivilisation entfaltet haben.

Das Buch entfaltet das Spektrum in drei Hauptkapiteln: Zunächst geht es um die thematisch relevanten Dimensionen der Sprache, des Denkens und des Handelns. Es folgen Expositionen, Modelle und kulturelle Varianzen, die sich unter anderem mit einer polykulturell angelegten Kunstgeschichte des Kreativen auseinandersetzen. Anschließend wird in Fallstudien die komplexe Kritik der Kreativität präzisiert.

AUTOREN / HERAUSGEBER

Hans Ulrich Reck

Hans Ulrich Reck, geb. 1953, Prof. Dr. phil. habil., Philosoph, Kunstwissenschaftler, Publizist, Kurator. M.A. 1976, Dr. phil. 1989, Habilitation/venia legendi für ›Ästhetik und Allgemeine Kunstwissenschaften‹ 1991. Seit 1995 Professor für Kunstgeschichte im medialen Kontext an der Kunsthochschule für Medien in Köln, davor Professor und Vorsteher der Lehrkanzel für Kommunikationstheorie an der Hochschule für angewandte Kunst in Wien (1992-1995), Dozenturen in Basel und Zürich (1982-1995). Seit April 2014 Rektor der Kunsthochschule für Medien Köln, seit April 2016 Sprecher der Rektorenkonferenz der ...