Konsumieren, Partizipieren und Produzieren im Web 2.0

Pressemitteilung vom 27. November 2012

Konsumieren, Partizipieren und Produzieren im Web 2.0

Etwa die Hälfte der deutschen Internetnutzer hat einen Facebook-Account und die deutschsprachige Ausgabe der Wikipedia ist nach der englischsprachigen Seite die zweitgrößte Online-Enzyklopädie. Google Plus, YouTube, Xing und Twitter – das Web 2.0 ist mit seinen vielfältigen Anwendungen längst im Alltagsleben vieler Internetnutzer angekommen. Und diese bestimmen durch ihre selbstgeschaffenen Inhalte selbst den Wert der Anwendungen.


Doch nicht jeder User trägt auch aktiv etwas dazu bei. Im Gegenteil, viele Internetnutzer konsumieren die Web-2.0-Anwendungen ähnlich wie die Massenmedien Fernsehen, Zeitung oder Radio. Manche partizipieren, indem sie die gesehenen oder gelesenen Inhalte bewerten oder einzelne Kommentare schreiben. Ein dritter Teil schließlich produziert Inhalte durch Videoveröffentlichungen, Blogbeiträge und das Teilen des Alltags in sozialen Netzwerkplattformen. Die Spannbreite der Nutzungsformen bei einer insgesamt steigenden Verbreitung des Web 2.0 wirft viele Fragen auf: Welche Faktoren nehmen Einfluss darauf, ob und wie eine Person die Möglichkeiten des Web 2.0 nutzt? Wie unterscheiden sich die verschiedenen Nutzergruppen voneinander? Was führt dazu, dass manche Personen verschiedene Anwendungen häufig nutzen und andere nur selten einzelne Angebote wahrnehmen?

In Konsumieren, Partizipieren und Produzieren im Web 2.0. Ein sozial-kognitives Modell zur Erklärung der Nutzungsaktivität beschäftigt sich Cornelia Jers auf Grundlage des Uses-and-Gratifications-Ansatzes und der Persönlichkeitspsychologie mit den unterschiedlichen Aktivitätsformen im Web 2.0, erforscht deren Ursachen und erklärt, warum einige Nutzer die Möglichkeiten des Web 2.0 aktiver wahrnehmen als andere. Sie untersucht diese Fragestellungen anhand einer Methodenkombination aus Gruppendiskussionen und einer standardisierten Web-Befragung. Dabei stellt sie die drei verschiedenen Formen der Nutzungsaktivitäten Konsumieren, Partizipieren und Produzieren anhand eines sozial-kognitiven Modells dar, das sowohl Ergebniserwartungen der Nutzer als auch Selbstwirksamkeit und Persönlichkeitsmerkmale berücksichtigt.

Das Buch erscheint im Herbert von Halem Verlag in der Reihe Neue Schriften zur Online-Forschung, herausgegeben von der Deutschen Gesellschaft für Online-Forschung e. V. (DGOF).

AUTOREN / HERAUSGEBER

Cornelia Jers

Cornelia Jers, Jahrgang 1981, ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Kommunikationswissenschaft der Universität Hohenheim in Stuttgart. Sie war Projektleiterin des DFG-Projekts „Die Diffusion der Medieninnovation Web 2.0: Determinanten und Auswirkungen aus der Perspektive des Nutzers“. Sie studierte Kommunikationswissenschaft an den Universitäten Essen und Hohenheim und promovierte mit der Arbeit Konsumieren, Partizipieren und Produzieren im Web 2.0. Ein sozial-kognitives Modell zur Erklärung der Nutzungsaktivität 2012 an der Universität Hohenheim. Ihre Forschungsschwerpunkte liegen in den Bereichen Onlineforschung, Rezeptionsforschung und Methoden empirischer Sozialforschung. ...