Inhaltsanalyse: Qualitätskriterien und Gütesicherung

Pressemitteilung vom 7. September 2015

Inhaltsanalyse: Qualitätskriterien und Gütesicherung

Mit welchen Problemen muss sich die Methode der Inhaltsanalyse auseinandersetzen? Ein neuer Methodenband zeigt Möglichkeiten auf, die Qualität inhaltsanalytischer Studien systematisch zu fördern und zu dokumentieren.

Der kontinuierliche und rasante Medienwandel stellt die Inhaltsanalyse vor immense Aufgaben. Im Vergleich zu traditionellen Medien sind die Inhalte nicht nur deutlich umfangreicher, sondern auch flüchtiger und können nicht mehr ohne Weiteres als Medienangebot betrachtet werden. Etwa dann, wenn Inhalte erst durch Nutzer generiert oder selbst erstellt werden: Was ist dann eigentlich das Medienangebot?

Die Kommunikationswissenschaft verfügt mit der Inhaltsanalyse über eine Methode, die für manch andere Sozialwissenschaft eher randständig, im eigenen Fach jedoch überaus zentral ist. Ausgehend von der Methodenliteratur der letzten Jahre lassen sich vereinfacht drei Arbeitsschwerpunkte ausmachen: die Inhaltsanalyse digitaler Medien, die automatisierte Inhaltsanalyse und die Gütesicherung.

Wie sollen Stichproben digitaler Medien gezogen und erfasst, wie systematisch gespeichert werden? Wie können Online-Inhalte sinnvoll mit zusätzlichen Datenquellen kombiniert, wie am besten Online-Kommentare erfasst werden?

Gerade die Gütesicherung ist nur lückenhaft erforscht. Auch sind Reliabilität und Validität einer Inhaltsanalyse häufig nicht nachzuvollziehen, weil sie in den Forschungsberichten nicht hinreichend dokumentiert werden.

Der Sammelband Qualitätskriterien in der Inhaltsanalyse geht auf die Jahrestagung der Fachgruppe Methoden der Deutschen Gesellschaft für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft 2012 zurück, die sich nach zwölf Jahren erstmals wieder ganz der Inhaltsanalyse widmete. Mit diesem Abstand zeigte sich deutlich, dass in allen genannten Forschungsgebieten zur Methode Fortschritte erzielt wurden. Zwei Tagungsbände dokumentieren die Ergebnisse dieser Arbeit: Automatisierung der Inhaltsanalyse und der nun erschienene Sammelband, der die Beiträge zum Thema Gütesicherung enthält. Theoretisch wie empirisch wird der Prozess des Codierens durchleuchtet und neue Befunde zur Rolle der Inhaltsanalyse sowie zur Dokumentation der Gütekriterien vorgelegt. Die Inhaltsanalyse digitaler Medien wird in beiden Bänden berücksichtigt.

AUTOREN / HERAUSGEBER

Werner Wirth

Werner Wirth, Prof. Dr., ist seit 2003 Ordinarius am Institut für Publizistikwissenschaft und Medienforschung (IPMZ) und leitet dort die Abteilung Medienpsychologie und Medienwirkungen. Zuvor war er Professor für Online-Kommunikation und Multimedia an der Universität München. Arbeitsfelder: Selektions-, Rezeptions- und Wirkungsforschung mit den Forschungschwerpunkten Emotion und Persuasion, u. a. auf den Gebieten Politische Kommunikation, Werbewirkung, Unterhaltungs- und Finanzkommunikation sowie empirische Methoden. ...


Katharina Sommer

Katharina Sommer, M.A., geboren 1981. Studium der Kommunikationswissenschaft und der vergleichenden Literaturwissenschaft an der Freien Universität Berlin. Wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität Fribourg (Schweiz) im Bereich der Organisationskommunikation von 2006-2009. Seit 2010 wissenschaftliche Assistentin an der Universität Zürich im Bereich der Medienpsychologie und Medienwirkung am Institut für Publizistikwissenschaft und Medienforschung (IPMZ). Arbeitsgebiete: Medienwirkungsforschung u.a. im Bereich der Finanzkommunikation, Wirkungswahrnehmungen (Third-Person-Effect), Stereotypenforschung, empirische Methoden. ...


Martin Wettstein

Martin Wettstein, lic. Phil., geb. 1980. Studium der Publizistikwissenschaft, Soziologie und Computerlinguistik an der Universität Zürich. Derzeit wissenschaftlicher Assistent in der Abteilung Medienpsychologie und -effekte am Institut für Publizistikwissenschaft und Medienforschung (IPMZ) der Universität Zürich. Seit 2009 Projektassistent am NCCRdemocracy. Arbeitsgebiete: Empirische Methoden der Kommunikationswissenschaft, quantitative Inhaltsanalyse, Rezeptions- und Wirkungsforschung, Politische Kommunikation, Meinungsdynamiken und politische Partizipation über soziale Netzwerkdienste. ...


Jörg Matthes

Jörg Matthes, Prof. Dr., geb. 1977, ist seit Oktober 2011 Professor für Werbeforschung an der Universität Wien. Studium der Psychologie sowie der Medienwissenschaft, Philosophie und Interkulturellen Wirtschaftskommunikation an der Friedrich-Schiller-Universität (FSU) Jena. 2002-2003 wissenschaftlicher Mitarbeiter an der FSU Jena; 2003-2009 wissenschaftlicher Assistent und Post-Doc am Institut für Publizistikwissenschaft und Medienforschung der Universität Zürich (IPMZ). Forschungsaufenthalte an der Ohio State University und der George Washington University; 2009-2011 Assistenzprofessor an der Universität Zürich. Sprecher der Fachgruppe Methoden in der SGKM (2005-2010) und ...