Gemeinsamer TV-Konsum im Fokus der Unterhaltungsforschung

Pressemitteilung vom 25. Oktober 2013

Gemeinsamer TV-Konsum im Fokus der Unterhaltungsforschung

Fernsehen ist die liebste Freizeitbeschäftigung der Deutschen. Trotz der zunehmenden Zahl an konkurrierenden Medien nimmt der Fernseher den höchsten Stellenwert im Alltag der Menschen ein und ist in nahezu jedem Haushalt vorhanden. Die Zuschauerforschung hat herausgefunden: Fernsehen ist für Rezipienten immer noch das unterhaltsamste Medium, das Nutzungsverhalten der Zuschauer hat sich jedoch im vergangenen Jahrzehnt verändert. Fernsehen wird wieder zum sozialen Ereignis. Man trifft sich gezielt mit Freunden und Bekannten, um gemeinsam den Tatort oder Fußball anzuschauen. Doch wie ist das Unterhaltungserleben beim Fernsehen in der Gruppe gestaltet, welche Gruppenprozesse wirken sich darauf aus? Und unterscheidet sich das Unterhaltungserleben bei der alleinigen und gemeinsamen Fernsehrezeption überhaupt?

Im Herbert von Halem Verlag ist nun mit Fernsehen als Event der neunte Band der Reihe Unterhaltungsforschung erschienen. Darin untersucht die Autorin Arne Freya Zillich, wie die Fernsehrezeption in der Gruppe das Unterhaltungserleben beeinflusst. Sie legt das Triadisch-dynamische Unterhaltungsmodell von Kommunikationswissenschaftler Werner Früh zugrunde, das Unterhaltung als angenehm erlebte Makroemotion definiert, die durch eine Passung von Medienangebot, Person und Situation entsteht. Erweitert wird dieses durch Konzepte der sozialpsychologischen Gruppenforschung und der Forschung zur Fernsehrezeption in der Gruppe. In einer Feldstudie, die eine Befragung mit einer Videobeobachtung kombiniert, vergleicht sie das Unterhaltungserleben bei der alleinigen und gemeinsamen Fernsehrezeption und untersucht, welche Gruppenprozesse sich bei der gemeinsamen Rezeption auf das Unterhaltungserleben auswirken. Die Ergebnisse zeigen, dass Unterhaltung bei der gemeinsamen Fernsehrezeption auf vielfältige Weise durch die Charakteristika der Gruppenrezeption geprägt ist und tragen dazu bei, den Reiz am Fernsehen als sozialem Event zu spezifizieren.

AUTOREN / HERAUSGEBER

Arne Freya Zillich

Arne Freya Zillich, Dr. phil., M.A., Studium der Medienwissenschaft, Psychologie und Politikwissenschaft an der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Seit 2006 wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Grundlagen der medialen Kommunikation und der Medienwirkung, Institut für Kommunikationswissenschaft, Friedrich-Schiller-Universität Jena. 2012 Promotion mit einer Arbeit zum Thema Unterhaltungserleben bei der Fernsehrezeption in der Gruppe. Arbeits- und Forschungsschwerpunkte: Rezeptionsforschung, Unterhaltungsforschung, Konfliktkommunikation, Krisenkommunikation ...