Heidrun Huber

Filmrecht für Dokumentarfilm, Doku-Drama, Reportage und andere Non-Fiction-Formate

Praxis Film, Band 62

Film- und Fernsehproduktionen wie »Der Baader Meinhof Komplex«, »Contergan« oder auch Stefan Raab‘s »TV total« rückten in den letzten Jahren nicht nur aufgrund ihrer filmischen Inhalte in den Fokus der öffentlichen Diskussion, sondern auch anlässlich rechtlicher Auseinandersetzungen: Immer häufiger fühlen sich Personen von dokumentarischen oder halbdokumentarischen Produktionen in ihren Persönlichkeitsrechten verletzt und ziehen vor Gericht.

Dokumentarfilmer oder Schöpfer anderer nicht-fiktionaler Formate werden aber auch mit anderen Rechtsfragen konfrontiert: Ist das Konzept geschützt? Bestehen Rechte an tatsächlichen Ereignissen oder historischen Geschehnissen? Darf ich Inhalte aus Biografien übernehmen? Haben auch Unternehmen Persönlichkeitsrechte? An wen muss ich mich wenden, wenn ich Musikrechte erwerben möchte? Welche Förderungen kann ich beantragen? Welche Fallstricke lauern bei den Verhandlungen der Verträge mit den Sendern oder anderen Partnern?

Knapp und verständlich beantwortet Heidrun Huber die wichtigsten Fragen, die sich bei einer non-fiktionalen Film- oder Fernsehproduktion stellen, und veranschaulicht diese durch zahlreiche Beispiele aus der Praxis. Schritt für Schritt erläutert sie die Rechte am Thema, führt über die Persönlichkeitsrechte und die Einblendung von Werken Dritter hin zu Rechtsfragen bezüglich Finanzierung und Produktion bis zur Auswertung. Dabei werden neben dem Dokumentarfilm als Einzelstück auch jegliche Formen von dokumentarischen und halbdokumentarischen Film- und Fernsehformaten wie Magazinsendungen, Reportagen oder auch Shows berücksichtigt.

HINWEIS ZUR 2. AUFLAGE

Zehn Jahre sind seit Erscheinen der 1. Auflage dieses Buchs im Jahr 2011 vergangen. Eine Zeit, die durch erhebliche Veränderungen auch im Bereich des dokumentarischen Filmschaffens gekennzeichnet ist. Durch die schnell voranschreitende Digitalisierung haben die VoD-Anbieter erhebliche Marktanteile gewonnen, die Mediatheken der Sender spielen eine immer größere Rolle, der Markt der physischen DVD-Verwertung verliert dagegen zunehmend an Bedeutung.

Zu großer Verunsicherung hat im Jahre 2018 das Inkrafttreten der EU-Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) im dokumentarischen Bereich geführt. Bis heute ist nicht geklärt, ob und in welchem Umfang die Regelungen des Rechts am eigenen Bild nach dem Kunsturheberrechtsgesetz neben der DSGVO weiter Anwendung finden oder ob sie vollständig von den datenschutzrechtlichen Vorschriften verdrängt werden.

Neu ist auch, dass die Sender und Produktionsfirmen mit den Filmurheber*innen und ausübenden Künstler*innen verschiedene Vergütungsregeln getroffen haben. So wird etwa die Vereinbarung gemeinsamer Vergütungsregeln zwischen den ARD-Sendern, den Produktionsfirmen und den Dokumentarfilmer*innen als Meilenstein bezeichnet. Selbstständige Regisseur*innen und Autor*innen von Dokumentationen und Dokumentarfilmen können aufgrund dieser Regelungen künftig mit höheren Vergütungen rechnen.

Die Neuauflage berücksichtigt diese und weitere Entwicklungen und bringt das Buch damit auf den aktuellen Stand.

AUTOREN / HERAUSGEBER

Heidrun Huber

Heidrun Huber, Prof. Dr., arbeitet als Rechtsanwältin mit Schwerpunkt Filmrecht in München. Sie ist Honorarprofessorin an der Hochschule für Fernsehen und Film München und Gastdozentin an der Filmakademie Baden-Württemberg. ...


Filmrecht für Dokumentarfilm, Doku-Drama, Reportage und andere Non-Fiction-Formate
  • 2021
  • 336 S., Broschur, 185 x 120 mm, dt.
  • ISBN 978-3-7445-2055-3

  • 32,00 EUR
  • Dieser Titel erscheint am:
  • 08/12/2021