Corporate Responsibility in Medienunternehmen

Pressemitteilung vom 13. Januar 2012

Corporate Responsibility in Medienunternehmen

Digitale Netzwerkmedien verändern maßgeblich unseren Alltag. Mobiltelefonie, mobiles Internet, Social Networks und Web2.0-Anwendungen revolutionieren die persönliche und die gesellschaftliche Kommunikation. Die Medienunternehmen der ehemals getrennten Branchen Telekommunikation, Information, Media (und Entertainment) – TIM(E) – gestalten diesen Wandel durch ihre Produkte und Dienstleistungen maßgeblich mit. Sie werden als Konvergenzunternehmen zum Bezugspunkt gesellschaftlichen Wandels, wodurch neue Herausforderungen an ihre Corporate-Social-Responsibility-Strategien entstehen. Reagieren TIM(E)-Unternehmen in einer Corporate Responsibility (CR) für Kommunikation und Kultur auf die neuen Herausforderungen? Nutzen sie die strategischen Potenziale, die der umfassende kommunikative Wandel gleichzeitig bietet? Welche Dimensionen der CR von TIM(E)-Unternehmen werden relevanter?

TIM(E)-Unternehmen treibt die neue kulturelle und kommunikative Bedeutung ihres Kerngeschäfts um, weil sie genau wissen, dass diese gesellschaftlichen Ansprüche zukünftig über ihre Marktposition mit entscheiden werden. Die Relevanz von CR für Kommunikation und Kultur wird außerdem auf die veränderte Rolle der TIM(E)-Unternehmen in Branche und Gesellschaft zurückgeführt. Im Kontext dieser Veränderungen wird CR im Spannungsfeld ihrer unterschiedlichen unternehmens- und wirtschaftsethischen Fundierungen kritisch diskutiert.

In der Neuerscheinung Corporate Responsibility in Medienunternehmen entwickelt die Autorin aus einer medien- und kommunikationswissenschaftlichen Perspektive heraus neue Dimensionen dieser gesellschaftlichen Verantwortung von TIM(E)-Unternehmen. Es wird theoretisch mit Konzepten der Cultural Studies gezeigt, dass diese Unternehmen die Konstitution von Kommunikation und Kultur in der Gesellschaft maßgeblich prägen. Das Spannungsfeld unterschiedlicher unternehmens- und wirtschaftsethischer Fundierungen wird kritisch beleuchtet und ein unternehmensethisches Konzept der strategischen Corporate Responsibility für Kommunikation und Kultur entwickelt. Eine qualitative Inhaltsanalyse der CR von zwölf TIM(E)-Unternehmen (Deutsche Telekom, Telefónica, France Télécom, Vodafone, IBM, Nokia, Cisco, Apple, Time Warner, Bertelsmann, Springer, BBC) zeigt auf, dass erst wenige von ihnen die neu entwickelten Verantwortungsbereiche für ihre CR-Strategie als strategisch relevant identifiziert haben. Der Band reflektiert aus einer transdisziplinären Perspektive das Konzept der Corporate Responsibility in Medienunternehmen und zeigt Möglichkeiten zur Professionalisierung nachhaltigen Wirtschaftens in der Medienbranche auf.

AUTOREN / HERAUSGEBER

Anke Trommershausen

Anke Trommershausen, Dr, Jg. 1975, studierte Angewandte Kulturwissenschaften an der Universität Lüneburg mit dem Schwerpunkt Medien und Kommunikation. Sie schloss ihre Promotion im Rahmen des Doktoratsstudiums an der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt im Fach Medien- und Kommunikationswissenschaft an der Fakultät für Kulturwissenschaften mit Auszeichnung ab. Sie ist Juniorprofessorin für "Internationales Management und Medien" an der Bauhaus-Universität Weimar. Ihre Forschungsschwerpunkte liegen in den Themengebieten Corporate Social Responsibility in Medienunternehmen, interkulturelles Management, (interkulturelles) Stakeholdermanagement, ökonomischer und gesellschaftlicher Wandel von Medien durch Konvergenz und ...