Public Value in der Digital- und Internetökonomie

Pressemitteilung vom 13. Juli 2011

Public Value in der Digital- und Internetökonomie

Welchen gesellschaftlichen Wert haben digitale Medien? Welche Chancen eröffnen sich Unternehmen und Organisationen durch Public Value im Internet? Der ökonomische Begriff ‘Public Value’ kennzeichnet den Nutzen für die Allgemeinheit und ist längst eine Herausforderung für alle Unternehmen, die kommunizieren.

In den Diskussionen zu der besonderen Funktion der Medienunternehmen in der Gesellschaft sprechen die Beteiligten häufig von einem Public Value, den die Medien oder Medienfirmen herstellen, sichern oder ermöglichen.
Der Begriff ‘Public Value’ ist Teil einer Debatte, weil die Digital- und Internetökonomie einen tiefgreifenden Strukturwandel in den Medien forciert. Für den Medienkonsum der Bürger wächst die Bedeutung des Internets stetig. So wie in den jüngeren Zielgruppen das Internet das Leitmedium Fernsehen bereits abgelöst hat, führt auch das Digitalfernsehen zu einem strukturellen Wandel, der die Regeln für das Fernsehgeschäft verändert. Die Internetentwicklung hat enorme wirtschaftliche Konsequenzen für die Ökonomie der Printmedien – eine Folge des Strukturwandels ist auch, dass sich die Rahmenbedingungen der sozialen, kulturellen und politischen Funktionen der Medien für die Gesellschaft verändern. Der Cyberspace des Internets beeinflusst die Art und Weise, wie die Medien das Funktionieren der heutigen Demokratien sichern, wie sich über Medien politische Themen veröffentlichen lassen und die Medien als Forum für politische Debatten dienen und Einfluss auf die Meinungsbildung nehmen. Der Strukturwandel betrifft alle Institutionen im Medienbereich, die die publizistische Qualität, die Sicherung der Meinungsvielfalt oder die regionale Medienvielfalt fördern, Frequenzpolitik betreiben oder die Internetfreiheit beeinflussen.
Ausgehend von der überragenden sozialen, kulturellen und politischen Funktion der Medien für die Gesellschaft, geht es um die Frage, welchen Public Value die Medienökonomie in Zukunft leistet und wie eine sinnvolle Regulierung der Medien zu gestalten ist.

Im nun im Herbert von Halem Verlag erschienenen Sammelband „Public Value in der Digital- und Internetökonomie“ führen die AutorInnen den Begriff ‘Public Value’ in die wissenschaftliche Diskussion ein. In ihren Beiträgen werden die neuesten Forschungsperspektiven und Thesen zum Kern von Public Value vorgestellt und der gesellschaftliche Wert von Online-Medien für die Gesellschaft unter verschiedenen medienökonomischen Perspektiven beleuchtet. Über die Internetzukunft der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten hinaus eröffnet das Thema viele weitere medienökonomische Bezüge: Privatunternehmerische Konzepte der Corporate Social- oder Communicative Responsibility, Netzfreiheiten und Netzneutralität sowie der Wert von Medienmarken werden ebenso diskutiert wie die neuen Möglichkeiten für BürgerInnen, beispielsweise soziale Netzwerke zu gründen.

Der Band ist ein Ergebnis der Jahrestagung der Fachgruppe Medienökonomie der Deutschen Gesellschaft für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft. Die Beiträge verdeutlichen das Selbstverständnis der Fachgruppe Medienökonomie: Ihre Mitglieder begreifen sich als Schnittstelle zwischen der Publizistik- und Kommunikationswissenschaft und den Wirtschaftswissenschaften.

AUTOREN / HERAUSGEBER

Hardy Gundlach

Hardy Gundlach, Prof. Dr., Professor für Medien- und Informationsökonomie an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg, Fakultät Design, Information und Medien; bis 2006 wissenschaftlicher Referent der Kommission zur Ermittlung der Konzentration im Medienbereich (KEK); Lehrbeauftrag Friedrich-Schiller-Universität Jena; wissenschaftlicher Mitarbeiter des Fachbereichs Wirtschaftswissenschaften, Gerhard-Mercator-Universität-Gesamthochschule-Duisburg, Fachgebiete Spezielle Wirtschaftspolitik, Forschungsgruppe Öffentliche Wirtschaft; Promotion über die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten zwischen öffentlichem Auftrag und marktwirtschaftlichem Wettbewerb; Studium der Betriebswirtschaftslehre, Wirtschaftspolitik, Volkswirtschaftslehre; Ausbildung zum Bankkaufmann. Arbeitsschwerpunkte: Medien- und Informationsökonomie, Industrieökonomik, Public Management, Internet- und Digitalökonomie, Wirtschaftspolitik, Wettbewerbspolitik, ...