Die Vielfalt der Erzählung

Pressemitteilung vom 5. Mai 2014

Die Vielfalt der Erzählung

Was ist ›Narration‹ und welche Effekte lassen sich mit narrativer Kommunikation u. a. im Journalismus erzielen? Der zehnte Band der Reihe »Unterhaltungsforschung« gibt Aufschluss.

Erzählen ist eine uralte Kulturtechnik, die in allen menschlichen Lebensbereichen verwendet wird. Eine Erzählung transportiert nicht nur eine Geschichte, mit ihr lassen sich auch Probleme darstellen, Emotionen evozieren, andere beeinflussen und somit eigene Interessen durchsetzen. Sie macht die Welt erfahrbar, beeinflussbar und gestaltbar.

Seit der Antike, verstärkt jedoch in den letzten Jahrzehnten, beschäftigen sich Wissenschaftler und Praktiker mit der Frage, wie Narration als bestimmte Kommunikationsform zu definieren ist und welche Wirkungen sich mit ihr generieren lassen. Einige grundlegende Fragen sind bis heute ungeklärt. Dennoch wird »Storytelling« in jüngster Zeit insbesondere im Journalismus breit propagiert – in der Überzeugung, dass eine narrative Darstellung verständlicher, unterhaltsamer und attraktiver für das Publikum sei als etwa eine analytische oder beschreibende Darstellung desselben Sachverhalts. Gleichzeitig wird Kritik laut, die in einer solchen Berichterstattung die journalistischen Qualitätsanforderungen im Zusammenhang mit dem Informationsauftrag der Medien nicht gewahrt sieht.

Werner Früh und Felix Frey von der Universität Leipzig sowie in einem Beitrag Jette Blümler untersuchen die Aspekte von Narration und Storytelling sowohl in systematischen Synopsen des Forschungsstands als auch in eigenen Theorieentwürfen und empirischen Forschungsprojekten anhand von journalistischen, dokumentarischen und fiktionalen Film- und Fernsehbeiträgen.

AUTOREN / HERAUSGEBER

Werner Früh

Werner Früh, Jg. 1947, Prof. Dr. phil., Studium der Publizistik, Soziologie, Germanistik und Kulturwissenschaft an der Universität Mainz. 1976-1987 Leiter der Abteilung Medienanalyse und Vercodung beim ZUMA in Mannheim. 1987-1994 Professor für angewandte Kommunikations- und Medienforschung an der Universität München. Seit 1994 Professor für empirische Kommunikations- und Medienforschung an der Universität Leipzig. Forschungen und Publikationen insbes. zu empirischen Methoden / Inhaltsanalyse, Verständlichkeitsforschung, Realitätsvermittlung durch Medien, Dynamisch-transaktionaler Ansatz der Medienwirkungen, Gewalt in den Medien, Fernsehunterhaltung. ...


Felix Frey

Felix Frey, Dr., geboren 1981. Studium der Kommunikations- und Medienwissenschaft und Kulturwissenschaften an der Universität Leipzig. 2008 bis 2014 wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Kommunikations- und Medienwissenschaft der Universität Leipzig. 2014 bis 2017 wissenschaftlicher Mitarbeiter und Akademischer Rat auf Zeit am Institut für Kommunikationswissenschaft und Medienforschung der Ludwig-Maximilians-Universität München. Seit 2017 wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Kommunikations- und Medienwissenschaft der Universität Leipzig. Forschungsschwerpunkte: Mediennutzung und Medienrezeption im historischen, gesellschaftlichen und kulturellen Kontext, Methodologie und Methodik der Kommunikationsforschung. ...