Ursprünge der Bildkompetenz

Origins of Pictures

Ursprünge der Bildkompetenz

Die bildwissenschaftliche Neuerscheinung Origins of Pictures fragt im interdisziplinären Brückenschlag nach der Rolle der Bilder für die conditio humana.

Wer über Bilder redet, spricht immer auch von denen, die Bilder nutzen, und damit insbesondere auch von der Fähigkeit, Bilder nutzen zu können. Die Bildkompetenz ist dabei – soweit wir wissen – selbst bei den höher entwickelten Tieren keine verbreitete Fähigkeit. So stellt sich die nach wie vor offene Frage, ob und inwiefern dieses Können ein spezifisch anthropologisches ist.

Der englischsprachige Band Origins of Pictures. Anthropological Discourses in Image Science, herausgegeben von Klaus Sachs-Hombach und Jörg R. J. Schirra, versammelt die Beiträge der ersten internationalen Fachkonferenz der Gesellschaft für interdisziplinäre Bildwissenschaft. Die Vielfalt der Themen reicht von der Perzeption prähistorischer Kunst über die Beziehung zwischen Bildern und Tod bis hin zu der Frage, ob unser heutiger Kunstbegriff in Höhlen geprägt wurde. Ziel ist es, empirische Befunde zu den Ursprüngen der Bildverwendung insbesondere aus der paläoanthropologischen und archäologischen, der kulturanthropologischen und der entwicklungspsychologischen Forschung vorzustellen und die Bedingungen, unter denen eine Genese von Bildkompetenz möglich wird, theoretisch zu reflektieren.

Die Autoren sind: 
Jean Clottes, Nicholas Conard, Iain Davidson, Ellen Dissanayake, Harald Floss, Helge Gerndt, Derek Hodgson, Hans-Dieter Huber, Ekkehard Jürgens, Søren Kjørup, Joachim Knape, Tilman Lenssen-Erz, Lambros Malafouris, Ekkehart Malotki, John Matthews, Dieter Maurer, Peter Ohler, Klaus Sachs-Hombach, Jörg R. J. Schirra, Göran Sonesson, Philipp Stoellger, Christa Sütterlin, Sabine Völkel und Christian Züchner.

AUTOREN / HERAUSGEBER

Klaus Sachs-Hombach

Klaus Sachs-Hombach, geb. 1957, studierte Philosophie, Psychologie und Germanistik an der Universität Münster. 1990 schloss er seine Promotion an der Universität Münster ab, 2003 die Habilitation an der Universität Magdeburg. Von 1991 bis 1993 erfolgte ein Forschungsaufenthalt in Oxford und am MIT in Cambridge, MA. Seit 2011 ist er Professor für Medienwissenschaft (Medieninnovation/Medienwandel) am Institut für Medienwissenschaft der Universität Tübingen. Forschungsschwerpunkte: Bildtheorie, Kommunikationstheorie, Medientheorie, Zeichentheorie, Ästhetik, Kulturtheorie, Geschichte und Theorie der Psychologie und Kognitionswissenschaft. Aktuelle Publikationen: Das Bild als ...


Jörg R. J. Schirra

Jörg R. J. Schirra, geb. 1960, studierte Informatik, Physik, Philosophie, Linguistik und Psychologie an der Universität des Saarlandes. Nach einem längeren Forschungsaufenthalt in Berkeley, Kalifornien, war er verantwortlich für den Aufbau des Studiengangs Computervisualistik an der Fakultät für Informatik der Universität Magdeburg, wo er sich auch habilitierte. Gegenwärtig arbeitet er mit einer Gruppe von Bildwissenschaftlern an einem online-Glossar der Bildphilosophie. Seine Forschungsschwerpunkte sind Grundlagen der Computervisualistik und Medieninformatik, philosophische Bildtheorie und Medienanthropologie. ...