Die denkpsychologischen Frühschriften Karl Bühlers

Pressemitteilung vom 9. Februar 2015

Die denkpsychologischen Frühschriften Karl Bühlers

Der Band Sprache und Denken versammelt erstmalig alle denkpsychologischen Frühschriften von Karl Bühler.

Vor ca. 30 Jahren setzte eine Bühler-Renaissance ein, die vor allen Dingen von den verdienstvollen Übersetzern von Karl Bühlers Sprachtheorie, den Herausgebern diverser Sammelbände und den Autoren zahlreicher Zeitschriftenaufsätze eingeleitet und getragen wurde und wird. Karl Bühler hat seine Sprachtheorie auf einem soliden Fundament errichtet. Zu deren besserem Verständnis ist es äußerst nützlich und hilfreich, Bühler auf seinem Denkweg zu begleiten.

Allerdings gibt es bei Bühler noch eine zweite charakteristische Denkbewegung, die der ›Tieferlegung der Fundamente‹ dient. Die in Krise der Psychologie vorgestellte Axiomatik enthält die Umrisse einer kritischen Kommunikationswissenschaft.

Die Würzburger Schule der Denkpsychologie wurde meist in einem Atemzug als >Külpe-Schule< bezeichnet, was den Sachverhalt jedoch nur unvollständig wiedergibt. Vor Külpe hatten bereits u. a. Franz Brentano und Anton Marty in Würzburg gewirkt und direkt oder über ihre herausragenden Schüler wie Carl Stumpf oder Christian von Ehrenfels einen entscheidenden Einfluss auf Bühler ausgeübt, was sich in einer Reihe ausschlaggebender Momente manifestiert. Zu einem vertieften Verständnis des komplexen Bühler´schen Ansatzes ist eine Tieferlegung der Fundamente unverzichtbar. In Karl Bühler. Sprache und Denken versammelt der Herausgeber Achim Eschbach nun erstmals alle denkpsychologischen Frühschriften Bühlers, die einen bedeutenden Beitrag zur Würzburger Schule leisteten. Sie führten nicht nur zu der sogenannten ›Wundt-Kontroverse‹, die den jungen Privatdozenten quasi über Nacht berühmt machte, sondern bildeten ebenso die Grundlagen der kognitiven Wissenschaften und damit auch für Bühlers Meisterwerk Sprachtheorie. Die Kommunikationswissenschaft wäre ohne ihre denkpsychologischen Fundamente kaum vorstellbar.

AUTOREN / HERAUSGEBER

Achim Eschbach

Achim Eschbach (* 1948 in Eschweiler) studierte Philosophie, Germanistik, Politologie und Soziologie an der RWTH-Aachen und promovierte dort 1975 zum Thema „Pragmasemiotik und Theater“. Seine Habilitation legte er für die Fächer Semiotik, Sprachphilosophie und Wissenschaftsgeschichte an der Universität Essen ab. Nach Gastprofessuren an der Universität Tokyo und der Janos Pannonius Universität Pécs nahm er einen Ruf auf eine Professur für Kommunikationswissenschaft in Essen an. Von 1985 – 1987 war er Vorstandsmitglied der Deutschen Gesellschaft für Semiotik. Als Tagungspräsident leitete Eschbach ...