Die automatisierte Inhaltsanalyse

Pressemitteilung vom 11. Dezember 2014

Die automatisierte Inhaltsanalyse

Inwiefern lässt sich die Inhaltsanalyse, die zentrale Datenerhebungsmethode der Kommunikationswissenschaft, automatisieren? In Band 11 der Schriftenreihe Methoden und Forschungslogik der Kommunikationswissenschaft werden dazu Aspekte von Codierung bis Verschlagwortung beleuchtet.

Blickt man auf die inhaltsanalytischen Studien innerhalb der Kommunikationswissenschaft, so stellt man fest, dass die Forschung mit und zu automatischen Inhaltsanalysen trotz einiger nennenswerter Fortschritte immer noch sehr überschaubar ist. Angesichts der voranschreitenden technologischen Entwicklungen steht diese vor der großen Herausforderung, einzelne Prozesse zu automatisieren. Durch eine (Teil-)Automatisierung der Inhaltsanalyse kann mehr Material codiert werden, es fallen weniger Codierfehler an und nicht zuletzt werden Kosten eingespart. Dagegen stehen Einschränkungen, die schon in den letzten Jahrzehnten diskutiert wurden, aber nichts an Aktualität verloren haben: Computergestützte Codierung kann im Gegensatz zu menschlichen Codierern schlechter den Kontext bei den Codierentscheidungen berücksichtigen, erkennt Doppeldeutigkeiten nicht und bleibt so der impliziten Komponente von Medieninhalten weitestgehend verschlossen.

Welche Probleme wurden durch die technologischen Weiterentwicklungen der letzten Jahre gelöst und welche Herausforderungen sind dazugekommen? In Bezug auf das kontinuierliche Voranschreiten der Digitalisierung: Wie automatisiert können inhaltsanalytische Daten gewonnen werden und welche Herausforderungen werden durch neue Medienangebote an die Inhaltsanalyse gestellt? Die Autoren des neu erschienenen Sammelbandes Automatisierung der Inhaltsanalyse nehmen in ihren Beiträgen ganz unterschiedliche Blickwinkel auf die Automatisierung von Prozessen innerhalb der Inhaltsanalyse ein. So wird neben dem gängigen Verständnis der Automatisierung während der Datenerhebung auch thematisiert, wie neue Medieninhalte erfasst werden, wie Stichproben automatisiert gewonnen und wie erhobene Daten automatisch bereinigt werden können. Auch die Herausforderungen an die Inhaltsanalyse durch digitale und interaktive Medieninhalte werden diskutiert.

AUTOREN / HERAUSGEBER

Katharina Sommer

Katharina Sommer, M.A., geboren 1981. Studium der Kommunikationswissenschaft und der vergleichenden Literaturwissenschaft an der Freien Universität Berlin. Wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität Fribourg (Schweiz) im Bereich der Organisationskommunikation von 2006-2009. Seit 2010 wissenschaftliche Assistentin an der Universität Zürich im Bereich der Medienpsychologie und Medienwirkung am Institut für Publizistikwissenschaft und Medienforschung (IPMZ). Arbeitsgebiete: Medienwirkungsforschung u.a. im Bereich der Finanzkommunikation, Wirkungswahrnehmungen (Third-Person-Effect), Stereotypenforschung, empirische Methoden. ...


Martin Wettstein

Martin Wettstein, lic. Phil., geb. 1980. Studium der Publizistikwissenschaft, Soziologie und Computerlinguistik an der Universität Zürich. Derzeit wissenschaftlicher Assistent in der Abteilung Medienpsychologie und -effekte am Institut für Publizistikwissenschaft und Medienforschung (IPMZ) der Universität Zürich. Seit 2009 Projektassistent am NCCRdemocracy. Arbeitsgebiete: Empirische Methoden der Kommunikationswissenschaft, quantitative Inhaltsanalyse, Rezeptions- und Wirkungsforschung, Politische Kommunikation, Meinungsdynamiken und politische Partizipation über soziale Netzwerkdienste. ...


Werner Wirth

Werner Wirth, Prof. Dr., ist seit 2003 Ordinarius am Institut für Publizistikwissenschaft und Medienforschung (IPMZ) und leitet dort die Abteilung Medienpsychologie und Medienwirkungen. Zuvor war er Professor für Online-Kommunikation und Multimedia an der Universität München. Arbeitsfelder: Selektions-, Rezeptions- und Wirkungsforschung mit den Forschungschwerpunkten Emotion und Persuasion, u. a. auf den Gebieten Politische Kommunikation, Werbewirkung, Unterhaltungs- und Finanzkommunikation sowie empirische Methoden. ...


Jörg Matthes

Jörg Matthes, Prof. Dr., geb. 1977, ist seit Oktober 2011 Professor für Werbeforschung an der Universität Wien. Studium der Psychologie sowie der Medienwissenschaft, Philosophie und Interkulturellen Wirtschaftskommunikation an der Friedrich-Schiller-Universität (FSU) Jena. 2002-2003 wissenschaftlicher Mitarbeiter an der FSU Jena; 2003-2009 wissenschaftlicher Assistent und Post-Doc am Institut für Publizistikwissenschaft und Medienforschung der Universität Zürich (IPMZ). Forschungsaufenthalte an der Ohio State University und der George Washington University; 2009-2011 Assistenzprofessor an der Universität Zürich. Sprecher der Fachgruppe Methoden in der SGKM (2005-2010) und ...